[Blogtour Amber Eyes] Krebs ist ein A****loch

Sina Müller hat mit ihrem Werk „Amber Eyes“ für mich zwei wichtige Themen angesprochen. Zum einen Hochsensibilität, zum anderen das Thema Krebs.

Krebs ist ein Arschloch. Krebs hat so viele Facetten, die man komplett unterschätzt. Es gibt Krebsarten, wie z. B. die Haarzellleukämie, die einen erstmal begleitet, die einen ein halbwegs normales Leben führen lässt. Und dann gibt es diese besonders grausamen Krebsformen, die einen innerhalb weniger Wochen dahinsiechen lassen. Zeit für Abschied bleibt da kaum. Und wenn doch, ist es ein sehr schwerer und intensiver Abschied. Für den Betroffenen ist es oft Erleichterung: Erleichterung von Schmerzen, Qualen, Therapien. Für die Familien und Freunde ist es die Katastrophe, ein Wechselbad der Gefühle. Der Mensch in ihrer Mitte fehlt, und doch weiß das Umfeld um die Erleichterung.

Und dann bin ich persönlich sehr froh um die Forschung, Pflegepersonal, Ärzte, Kliniken, die ihr bestes geben, um den Patienten soviel Last wie möglich zu nehmen. Leider nicht immer erfolgreich.

Doch wie geht man mit so einem schweren Schicksal um? In meinem Leben ist nicht nur eine Freundin und Familienmitglied an Krebs gestorben. Enge Familienmitglieder musste ich ziehen lassen und habe mich sehr machtlos gefühlt. Das kann doch nicht sein, warum gerade diese eine Person? Ich für meinen Teil war sehr froh, mit den Menschen nochmal bewusst geredet zu haben, Zeit verbracht zu haben, und sei es nur für 5 Minuten gemeinsames Nachrichten schauen im Krankenhaus.

Viel geholfen hat mir hier die Musik. Musik, die man gemeinsam gehört hat, die einen an die schönen Erlebnisse erinnert hat. Mein Vater – selbst an Krebs gestorben – und ich haben uns immer Musikvideos hin und her geschickt, die wir toll fanden. Beide mochten wir Johnny Cash. Und heute: habe ich immer ein Lächeln im Gesicht, wenn ich Johnny Cash höre.

Es gibt eine Band namens „Lord of the Lost“, deren Song „See you soon“ mich sehr lange in dieser schweren Zeit begleitet hat. Bei einem Konzert habe ich den Sänger Chris auf diesen Song angesprochen, die Zeilen zu „See you soon“ stammen aus seiner Feder. Meine Stimme brach, ich konnte nichts mehr sagen, aber er nahm mich nur noch in den Arm. Diese Geste bedeutet mir bis heute sehr viel, sie hat mich durch die schwere Zeit getragen.

Welche Musik hilft euch bei schweren Zeiten?

Veröffentlicht von Kupfi

Mein Name ist Kupfi, und ich liebe Bücher über alles! Aber auch gute Kinofilme, Salonmagie und Musik

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