[Rezension] Dominik A. Meier – Doppelwelt

Gestern hatte ich so schön eine Lobeshymne auf Dominik Meiers Buch „Doppelwelt“ geschrieben, doch meine App meinte es nicht so gut mit mir, und ließ die Rezension im Nirvana verschwinden. Ich hoffe, ich bekomme die Lobeshymne heute genauso gut hin wie gestern 😉

Wir schreiben das Jahr 1987, und der Reaktor 4 im ukrainischen Atomkraftwerk Tchernobyl wurde unter einem Sarkophag begraben. Aber die Stadt Prypjat (tatsächlich näher am Atomkraftwerk als die Stadt Tchernobyl selber) ist nicht so tot wie sie scheint. Immer wieder kommen Soldaten, um die letzten verbliebenden Bewohner aus der Todeszone zu holen. Dort lebt auch Anastasija, die zum Sterben in die Todeszone gekommen ist. Sie hofft, dass die Strahlenkrankheit ihr den Rest gibt und den Sterbeprozess verkürzt. Währenddessen vertreibt sie sich die Zeit, Lebensmittel zu sammeln und herumzustreunen. Ihr einziger Kontakt ist Soha, der auch in der Randzone lebt. Eines Tages wird Ana von Soldaten gefangen genommen, die sie längst auf dem Schirm hatten. Doch ein mißgestalteter Bär kann sie und ihren Mitgefangenen Pawel befreien und die beiden Gefangenen können in den Fluß fliehen. Als sie wieder erwachen, sind sie in der sogenannten Doppelwelt gelandet, die durch den Atomunfall entstanden ist. Die Atomkatastrophe hat ein Loch in Zeit und Raum gebrannt und nun können manche Wesen zwischen den Welten reisen. Doch ist dies zum Guten? Denn es gibt die Wanderer, die die Menschen nicht verstehen, und Ana ist die Einzige, die mit den Wanderen kommunizieren kann, was wiederum den russischen Geheimdienst auf den Plan ruft. So versucht Ana einerseits zu verstehen, was mit ihr passiert, andererseits will sie ihre neu gewonnenen Freunde vor dem Feind retten. Und gleichzeitig tickt ihre eigene Uhr, denn Ana wird immer schwächer.

Zugegebenerweise lag das Buch länger auf meinem Lesestapel, als ich das eigentlich wollte. Und im Nachhinein unbegründet. Dominik A. Meier hat hier mit dem Hintergrund einer unbeschreiblichen Katastrophe einen Roman geschrieben, der mich wirklich gefesselt hat. Sein Schreibstil ist sehr flüssig und bildgewaltig, und auch wenn er seine Geschichte mit gut recherchierten Fakten spickt, hat man das Gefühl, nicht im Lesefluss gestört zu werden. Was mir recht gut gefallen hat, war dass die Charaktere gut ausgearbeitet wurden. Ana als Hauptprotagonistin ist stellenweise quengelig, aber wirkt für mich gerade deswegen glaubhaft. Jeder hat seine Rolle zu spielen, die Protagonisten enwickeln sich weiter und manch Protagonist ist für unerwartete Überraschungen gut. Eine Geschichte, die durch die Schwere des Themas auch heute noch sehr aktuell ist, und hat nichts von seiner Brisanz verloren.

Eine klare Leseempfehlung!!!

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