[Rezension] Stephanie Garber – Caraval

Die Schwestern Scarlett und Donatella könnten nicht unterschiedlicher sein. Während Donatella eher der rebellische Typ ist und viele Flausen im Kopf hat, ist Scarlett eher der Vernunftsmensch, und versucht, ihrem Vater zu gefallen. Dieser ist ein sehr grausamer Mensch, z. B. bestraft immer die andere Schwester, wenn die eine was angestellt hat. Scarlett hofft, dass sie bald einmal zum Spiel „Caraval“ kann, das der Mythos Legend veranstaltet. Da nach vielen Jahren keine Einladung kam, hat sie mit dem Spiel abgeschlossen.

Doch kurz vor ihrer Hochzeit bekommt Scarlett eine Einladung. Sie soll ihren Verlobten und eine weitere Person mitbringen. Scarlett will die Einladung ausschlagen, da sie die Wut ihres Vaters nicht aus sich ziehen will, wenn die Hochzeit platzt. Doch diese Entscheidung hat sie nicht ohne ihre Schwester Tella gemacht. Tella oganisiert klamm und heimlich die Schiffsfahrt, und entführt ihre bewusstlose Schwester in ein neues Abenteuer. Als dies Scarlett aus ihrer Bewusstlosigkeikt erwacht, wird sie von Julian gerettet, und ins Stadtzentrum von Caraval gebracht. Dort muss sie ihre Schwester suchen, von der sie kurz vor der Insel von Caraval getrennt wurde. Und gleichzeitig gebinnt das Spiel um Caraval, denn die Aufgabe heißt: Findet Tella. Und so macht sich Scarlett mit vielen anderen auf die Suche nach den nächsten Hinweisen, um Tella zu finden. Doch wer ist dieser Legend eigentlich, der dieses Spiel veranstaltet? Wo befindet sich die Grenze. Zwischen Realität und Fantasie? Welche Rolle spielt Julian? Und können sich die Schwestern aus den Fängen ihres Vaters befreien?

Als ich Caraval gelesen habe, hatte ich diese Grundstimmung, die ich auch beim „Nachtzirkus“ von Erin Morgenstern hatte. Eine zauberhafte Welt, die uns da erwartet, voller Geheimnisse, voller Magie. Eine Welt, die real scheint, und doch nicht. Jeder empfindet etwas anderes und kann das Spiel selbst beeinflussen. Gleichzeitig wirkt es so, als würde der Veranstalter Legend das Spiel beeinflussen. Was ist real, was nicht?

Der Schreibstil Garbers hat mich immer weiter lesen lassen, ohne dass ich mich gelangweilt gefühlt habe. Die Welt von Caraval war sehr bildhaft, die Beschreibungen sehr detailverliebt. Und doch blieb das Buch bis zur letzten Seite spannend. Mit gewissen Wendungen habe ich nicht gerechnet. Der Erzählstrang war flüssig und logisch aufgebaut. Auch die Hinweise, dass für manche das Spiel doch sehr real wird, wurde meines Erachtens gut umgesetzt. Während Tella die Freizeit von ihrem Vater geniesst, steigt Scarlett voll ein und lässt sich sehr gefühlsmäßig auf das vermeintliche Spiel ein. Ich bin gespannt, wie es im zweiten Teil weiter geht.

Klare Leseempfehlung.

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[Rezension] Kai Hirdt – Das Raumschiffgrab (Mission Sol) / Perry Rhodan

Perry Rhodan: das ist eine Kultgeschichte, die mir als silberne Bücher bekannt sind. Ich finde, es spricht für sich, wenn es heute über 3000 (!!!) Hauptfolgen und hunderte von Sonderfolgen gibt, die geschrieben werden. Denn dann gibt es genug Leserschaft!

Das Raumschiff SOL ist seit zwei Jahrhunderten verschollen. Als Perry Rhodan sich in einem Tal wiederfindet, in dem die Bevölkerung ein Raumschiff als heilige Stätte und „Krankenhaus“ nützt, wird er stutzig. Und tatsächlich, er hat die SOL wieder gefunden. Als Rhodan den Mönchen und der Heilerin die volle Kapazität des Schiffes schmackhaft machen will, stößt er auf Unmut und wird zum Tode verurteilt. Doch Perry wäre nicht er selbst, wenn er sich nicht befreien könnte. Schließlich bleibt die Frage offen, ob Rhodan Mahlia Meyuns Tochter retten kann, die spurlos verschwunden ist.

Nun, das ist meine erste Folge Perry Rhodans, die ich unabhänig von Andreas Eschbachs „Biographie“ gelesen habe. Und sie hat mir recht gut gefallen. Der Schreibstil ist flüssig, und man möchte wissen, wie es weiter geht. Ich bin auf die weiteren Folgen der Miniserie gespannt! Gut, dass diese Miniserie ebenso in kurzen Abständen veröffentlicht werden. Was mir auch sehr gut gefällt, ist das Cover. In diesem Fall habe ich zwar die Ebook-Version des Buches gelesen, jedoch denke ich, dass die Printform sich im Regal auch toll machen wird. SOL: Schlange, Kreis, Winkel. Die Idee, die Abkürzung SOL so zu beschreiben für das Volk, das nicht besonders gut lesen kann, finde ich auch sehr einfallsreich, und hoffe, dass dies auch in weiteren Folgen umgesetzt wird.

Ein sehr guter Start für diese Miniserie, ich bin gespannt, wie die nächsten 11 Folgen werden.

Den Überblick für die nächsten Folgen der SOL-Reihe findet ihr übrigens auf der Perry Rhodan Seite.

[Rezension] Ronja Delahaye – US/Wie Worte so laut

Us – Wie Worte so laut war ein Buch, von dem ich am Anfang nicht so recht wusste, was mich erwarten wird. Ich war jedoch aufgrund des Klappentextes und des Covers recht neugierig.

Reyes lebt in Kettle Bay, einem Dorf, in dem jeder jeden kennt. Dort ist sie als verschrobenes Mädchen bekannt, das nur mit ihren engsten Vertrauten redet. Gegenüber Fremden ist sie abweisend und verschlossen. Ihre einzigen Vertrauten neben ihren Eltern sind ihre beste Freundin Nasrin und ihr Freund Don. Als Reyes mit Nasrin auf Bummeltour ist, steckt ihr ein Straßenmusiker seine Handynummer zu. Nach anfänglichem Zögern meldet sich Reyes bei dem Straßenmusiker, der sich Fynn nennt. beide verabreden sich zum ersten Date, was Reyes Leben schon völlig aus dem Konzept bringt. Denn sich mit fremden Menschen treffen fällt ihr sehr schwer. Und Fynn selber verwirrt Reyes noch mehr. Er nimmt sie so wie sie ist, drängt sie nicht darauf, ihre Geschichte zu erzählen, und zwingt sie zu nichts. Auch wenn Nasrin ihr ein schlechtes Gewissen macht, in dem sie fragt, wo fremd gehen anfängt, trifft sich Reyes immer wieder mit Fynn. Denn Don redet eh nur noch über seine Geschäfte, und langweilt Reyes damit. Als sich bei Reyes und Fynn die ersten Schmetterlinge einstellen, müssen beide sich überlegen, wie es weiter geht. Denn Reyes ist schließlich noch mit Don zusammen. Doch diese Entscheidung wird den beiden von unerwarteter Seite abgenommen. Und Reyes fällt in das sichere Netz der Freundschaft, die Fynns Clique ihr bietet.

Ich hatte am Anfang etwas Startschwierigkeiten mit diesem Buch, weil mir zeitweise nicht ganz klar war, ob Reyes nun wirklich taubstumm ist oder nicht. Doch das klärte sich recht schnell, und so fand ich mich in einer Geschichte wieder, in der es nicht nur um bedingungslose Freundschaft geht, sondern auch um Akzeptanz und Vertrauen. Wie geht man mit Menschen um, die bereits in Kindertagen von einem Ereignis so geprägt werden, dass es sie nicht mehr loslässt? Ab wann ist das Vertrauen so zerstört, dass man eine langjährige Freundschaft beendet?

Mich hat diese Geschichte fasziniert. Reyes kämpft mit ihren inneren Dämonen, und sieht keine Lösung, um die eigenen Mauern zu durchbrechen. Erst als sie auf Fynn und seinen Freundeskreis trifft, erlebt sie, dass eigene Schwächen einen nicht für immer blockieren müssen.Auch in Fynns Freundeskreis hat jeder seine eigenen Macken, die akzeptiert werden, und durch die Stärken jeder seine Rolle einnehmen kann. Dass Fynn taub ist, stört keinen, und die engsten Freunde haben extra die Zeichensprache für ihn erlernt. Fynn selber sucht sich seinen Weg, wie er anderen mit seinen Erfahrungen helfen kann, und davon profitiert auch Reyes. Reyes selber merkt, dass sie die Hilfe ihrer neugewonnenen Freunde bitter nötig hat, und folgt Fynns Rat, sich auch von extern Hilfe zu holen. Sie lernt, dass es nichts schlimmes ist, von extern Hilfe anzunehmen, und merkt, dass über den eigenen Schatten springen zwar viel Kraft kostet, es sich aber durchaus lohnt.

Sprachlich hat mich Ronja Delahaye voll überzeugt. Seite für Seite habe ich das Buch verschlungen, und Reyes und Fynns Geschichte hat mich bildlich in den Bann gezogen. Das Cover passt perfekt zu dieser Geschichte. Dieser Mix aus Wasser und Wolken verspricht eine Stille und Tiefe, die zum Nachdenken und Träumen einlädt. Nachdenken darüber, was Freundschaft bedeutet, aber auch vom Träumen, wie es im zweiten Band weitergeht.

[Rezension] Hanna Nolden – Let’s Play Love : DECKX

Als ich auf der Buchmesse in Frankfurt war, fiel mir bereits dort das Buch „Let’s Play Love : DECKX“ von Hanna Nolden aufgrund des bunten Covers auf. Als ich nun das Buch vom Amrun Verlag als Rezi-Exemplar bekommen habe, hätte man mich nicht glücklicher machen können. Denn ich mag Hannas Schreibstil sehr, und war somit sehr gespannt auf ihre neue Geschichte.

Vany ist eingefleischter Fußball-Fan, und spielt ziemlich gut Fußball, bis sie aufgrund eines Kreuzbandrisses wohl ihre Fußballerinnenkarriere an den Nagel hängen muss. Während ihre Familie, Freunde und Schulkameraden dem täglichen Trott nachgehen, überlegt sich Vany, wie sie die Zeit totschlägt. Als sie im Internet auf den Let’s-Player Deckx stößt, ist es um sie geschehen, und sie ist bis über beide Ohren verliebt. Doch wer ist dieser Deckx eigentlich? Und wie kommt Vany an ihn ran, um ihn davon zu überzeugen, dass das was aus ihnen werden könnte? Vany verkriecht sich aus Frust in eine Welt, was nicht nur ihrer Familie auffällt. Ihre beste Freundin wendet sich ab, und ihr neuer Kumpel Leon verhält sich auch so komisch ihr gegenüber. Doch Vany will nur eins: Deckx, und das um jeden Preis. Dabei blendet sie durch die rosarote Brille alles das aus, was eigentlich ihr gut tut, und nicht schadet. Bekommt sie noch die Kurve?

Tja, eigentlich wollte ich putzen. So gesehen hab ich meinen Bücherstapel geputzt und ihn um ein Buch erleichtert. Denn ich habe Hannas Buch mal kurz inhaliert. Das eBook ist leer. Weggeatmet. Hanna schreibt sehr flüssig, man fühlt mit Vany mit. Schließlich muss sie ja alleine zuhause sitzen, und schließlich ist ihre Fußballerkarriere dahin aufgrund der Verletzung. Was bleibt ihr da noch? So schafft sie sich ein Bild von Deckx, das vermutlich nicht ganz der Realität entspricht. Und dann zockt oder surft man stundenlang im Internet, „trifft“ Menschen, die man lieb gewinnt, und im schlimmsten Fall sind die gar nicht so wie gedacht. Oder empfinden nicht das gleiche wie man selber. Und die Realität direkt um einen herum: Standby. Der Spielsucht Einhalt zu bieten, ist nicht einfach, manchmal benötigt es schlimmere Ereignisse von aussen oder ganz viele tolle Freunde und Familie, die einem beistehen.

So ist hier eine Geschichte entstanden, die viel Gefühl ohne Kitsch, pubertierende Jugendliche ohne zuviele hormonelle Zickerei und eine reale Zockerwelt zusammen gebracht. Schulfreunde, die sich mal mehr, mal weniger verstehen; der Schulschwarm und die erste Liebe, Schmetterlinge im Bauch, die großen Träume: Das könnt ihr in Hannas Buch finden. Eine tolle Geschichte, die ohne Kitsch und unnötigen Schnörkel auskommt, und doch einen fesselt. Eine Geschichte, auf dessen zweiten Teil ich mich sehr freue!!

Schaut doch mal beim Amrun Verlag vorbei, dort findet ihr „Let’s play Love: Deckx„. (und andere Schätzchen)

Bücherbasar Herrenberg 2019

Hurra, endlich ist es wieder soweit: der Bücherbasar des Lions Club in Herrenberg findet wieder statt. Einerseits könnt ihr Bücher unentgeltlich spenden, aber auch Bücher zu super günstigen Preisen erstehen.

Bei mir durften heute folgende Bücher mitgehen:

  • Stephen King – Die Arena (sogar noch eingeschweißt in Folie!!)
  • Simon Beckett – Der Hof
  • Simon Beckett – Tiere
  • Michael Crichton – Welt in Angst

Stephen King mag ich ja eh sehr gerne, ebenso Simon Beckett. Von Michael Crichton hatte ich Timeline verschlungen, und so musste ein weiteres Buch mit. Für diese vier Bücher hatte ich dann 20 Euro bezahlt, und das finde ich super. So hoffe ich, dass mir am Freitag oder Samstag nochmal Zeit bleibt, weiter zu stöbern, denn es hat viele Schätze auf dem Bücherbasar.

Der Bücherbasar findet vom 03.06.(Montag) bis einschließlich Samstag, den 07.06.2019 in der Mehrzweckhalle in Herrenberg statt.

Montag bis Freitag: 11:00 Uhr bis 19:00 Uhr

Samstag: 09:00 Uhr bis 14 Uhr.

Weitere Infos findet ihr auch direkt beim Lions Club. Viel Spaß beim Stöbern.

Bücherbasar 2018

[Rezension] Ronald H. Balson – Hannah und ihre Brüder

Vielleicht hat es mancher mitbekommen: ich nehme an der NetgalleyDEChallenge 2019 teil. in diesem Zuge durfte ich „Hannah und ihre Brüder“ von Ronald H. Balson lesen.

Als Ben Salomon auf einer Spendengala auf Elliot Rosenzweig trifft, ist er sich sicher: Elliot täuscht seine Rolle als vermeintlicher Wohltäter nur vor. Denn im zweiten Weltkrieg hieß dieser noch anders, und war auch als Schlächter von Zamosz bekannt. Doch wie soll das Ben nachweisen?

Ben beauftragt die Anwältin Catherine Lockhardt und deren Privatermittler Liam Taggart, um die Klage vorzubereiten. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn der vorsitzende Richter setzt einen straffen Zeitplan voraus, während die gegnerische Seite alles daran setzt, dass das dunkle Geheimnis nicht ans Licht kommt.

Ronald H. Balson hat hier eine Familiengeschichte aufgeschrieben, die unter die Haut geht. Bens Familie hatte während dem Nazi-Regime Elliot ein zuhause geboten, das dieser sehr gerne angenommen hatte. Während dem 2. Weltkrieg wurde Elliot zu einem hohen SS-Offizier herangebildet. Auch wenn Elliot – der damals noch Otto hieß – anfänglich noch der Familie Bens unter die Arme gegriffen hat, wurde die Hilfe immer spärlicher. Schlussendlich hat Elliot die Familie im Stich gelassen und sich an vielen weiteren Schicksalen bereichert.

Diese Ungerechtigkeit mag Ben nicht auf sich sitzen lassen, und kämpft dafür, dass diese Geschichte ans Licht kommt.

Während Catherine anfangs zweifelt, und nichts mit diesem Fall zu tun haben will, fesselt sie Bens Vergangenheit immer mehr. Als ihre Anwaltskanzlei sie unter Druck setzt, den Fall fallen zu lassen, um den Job zu behalten, kündigt sie ihren Vertrag, und ermittelt auf eigene Faust.

„Hannah und ihre Brüder“ ist ein tief ergreifendes Buch über ein Schicksal, wie es sicherlich viele während des zweiten Weltkriegs gegeben hat. Dass sich viele auf Kosten der anderen bereichert haben, wird kein Einzelschicksal gewesen sein. Umso wichtiger ist es, dass Gerechtigkeit herrscht.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen: Es war emotional, geschichtlich sehr gut ausgearbeitet, und sehr gut zu lesen. Das Buch war unterteilt in drei Teile, die aufeinander aufgebaut haben. Da Hannah nur eine passive Rolle spielt, hätte ich mich eher an dem englischen Titel „Once we were brothers“ orientiert; den Titel „Hannah und ihre Brüder“ finde ich etwas irreführend, ebenso das Cover. Das Cover lässt eher darauf schließen, dass die Geschichte um Hannah und Ben im Vordergrund steht. Diese spielt eine zentrale Rolle, jedoch finde ich die Geschichte um Ben und Otto im Vordergrund, und so hätte ich ein entsprechendes Cover angemessener gefunden.

Jedoch insgesamt ein sehr gelungenes Buch!

[Rezension] Melanie Meier – EinBlick

Zugegebenermaßen bin ich ein Fan von gruseligen Thrillern und Krimis. Vor allem wenn man zwischendurch fast schon Schnappatmung bekommt.

„EinBlick“ von Melanie Meier trifft voll meinen Lesegeschmack.

Sonderermittler Tizian Wolff wird nach Regensburg beordert. Dort soll er der hiesigen Polizei helfen, einen grausamen Mordfall zu lösen. Den Opfern wurden die Augen ausgeschabt und durch Elektroschocker Brandmale hinzugefügt. Wolff und dem Ermittlerteam stellt sich die Frage, wer zu sowas Abartigem fähig ist. Während das Ermittlerteam auf Hochtouren läuft, muss sich Wolff nicht nur den Abgründen dieses Falles stellen. Gleichzeitig gibt es interne Rangeleien, die u. a. darauf zurückzuführen sind dass Tizian ein verschrobener Mensch ist. Doch wer mag es ihm verübeln? Nach und nach lässt die Autorin die Familiengeschichte Tizians ans Tageslicht. Diese Historie gipfelt in einem unvergleichlichen ShowDown, in dem sich die Schwester Tizians als emotionslose Mörderin beweist.

Melanie Meier weiß, wie man Spannungskurven erhält. Während es Spannungshochs gibt, in denen man zügig die Seiten umblättert, gibt es ruhigere Momente, die die Autorin nützt, um mit Rückblicken in die Vergangenheit den Leser durchatmen lässt.

Auch wenn Wolff ein absolut schräger Typ ist, mag man ihm das aus seiner Vergangenheit heraus schon fast verzeihen. Im Gegenzug ist die Schwester ein Fall, bei dem man sich fragt, ob es wirklich so fehlgeleitete Charaktere geben kann. Man zweifelt regelrecht an der Menschlichkeit.

Das Buch ist durchzogen von verschiedenen Erzählungssträngen, bei denen man die Tragik der Protagonisten kennen, lieben und hassen lernt. Doch der rote Faden geht nie verloren.

Ein Buch, dessen Geschichte ich so nicht erwartet habe. Gänsehautfeeling inklusive Gruselfaktor garantiert.

[Rezension] Dr. med. Matthias Riedl & Anna Cavelius – Artgerechte Ernährung

Bei vielen wird beim Namen „Matthias Riedl“ die Frage aufkommen, woher man diesen Namen kennt. Genau, Dr. med. Matthias Riedl arbeitet für die Ernährungs-Docs, deren Serie im Fernsehen zu sehen ist.

Ich habe die Serie das ein oder andere Mal schon in der Mediathek angeschaut, und wurde neugierig. So konnte ich das Buch über die NetGalley Challenge beziehen.

In der heutigen Zeit muss alles schnell gehen, auch die Nahrungsaufnahme. So greifen immer mehr Menschen zu Fertiggerichten, zudem sinkt die Bewegung. Die Folge liegt auf der Hand: immer mehr Übergewicht, immer mehr daraus resultierende Krankheiten wie Diabetes und Herz-/Kreislauferkrankungen sind zu vermelden. Dem wollen die Ernährungsdocs entgegen wirken. Was beinhaltet gesunde Ernährung, und wie kann ich meinem Körper ohne viel Aufwand etwas Gutes tun?

Die beiden Autoren erklären verständlich gewisse Prozesse, die während der Nahrungsaufnahme passieren. Welche Nährstoffe benötigt der Körper, wann ist die beste Zeit der Nahrungsaufnahme, und wie wirkt sich Bewegung auf unseren Organismus aus?
So erklären die Autoren z. Bl, welche verschiedenen Eiweißbausteine es gibt, und zählen die Vorteile, jedoch auch die Gefahren dabei auf. So ziehen sich diese Erklärungen durch das ganze Buch. Anhand von sehr leckeren Rezepten werden die Erfahrungen praktisch umgesetzt. Oft ist am Ende des Rezepts noch eine kleine Anmerkung vermerkt, warum dieses Rezept besonders gut ist.

Wer sich mit einer bewussten und vor allem gesunden Ernährung beschäftigen möchte, und einen guten Einstieg finden mag, sollte hier zugreifen.

[Rezension] Jeaniene Frost – Die Nachtjägerin

Bei meiner Lieblingsbibliothek in Berlin-Tempelhof (Bezirksbibliothek) gab es zu Ostern eine sehr nette Aktion. Es wurden Bücher sozusagen als „Ostereier“ verpackt, eine kurze Inhaltsangabe auf das Päckchen geklebt, und man konnte diese Ostereier nur über die Information ausleihen. Ein Rückschluss auf den Titel oder Autor konnte nicht geschlossen werden, zumal auch auf dem Ausleih-Coupon der Titel/Autor mit schwarzem Stift eliminiert wurde. So löste sich das Rätsel erst, wenn man das Osterei ausgepackt hatte.

Und so war mein Osterei „Die Nachtjägerin“ von Jeaniene Frost. Die Inhaltsangabe über Vampire lies mich neugierig werden.

Denises Mann wurde getötet und sie hat immer noch am Verlust zu knabbern. Als Rom sie findet, verpasst er ihr Dämonenmale. Um diese wieder loszubekommen, muss sie Nathanael als Pfand liefern. Da sie ihre Freunde Cat und Bones nicht einweihen will, ruft sie den Vampir Spade um Hilfe. Der ist erstmal nicht begeistert, doch verspricht er Denise zu helfen. Dieses Spiel ist ein brandgefährliches, denn Denise und Spade hegen Gefühle für einander, denen sie eigentlich nicht nachgeben wollen. Können beide den Gefühlen und den Dämonenmalen gerecht werden?

Den Plot um die Dämonenmerkmale und der Befreiung von diesem Fluch fand ich recht gut gelungen. Die Geschichte um Spades und Denises Vergangenheit zieht sich über eine längere Zeitspanne, sodass das Geheimnis erst im Laufe des Buches ans Tageslicht kommt. Grundsätzlich hat mich auch die Lovestory um Spade und Denise nicht gestört, jedoch bin ich nicht diejenige, die zuviel Schmacht in Büchern mag. Leider trieft das Buch für meinen Geschmack zu sehr an Romantik, Denise zerfließt regelrecht in Spades Händen, was mir ziemlich auf den Geist ging. Vampire bergen eine gewisse dunkle Romantik, jedoch sollte dies nach meinem Geschmack nicht übertrieben werden.

Vermutlich wäre das Buch um einige Seiten geschrumpft, hätte man die Lovestory auf ein Minimum gekürzt. Jedoch für die Twilight-Fans eine gute Option, in die Glitzerwelt der Vampire einzutauchen.

[Rezension] Kai Meyer – Die Seiten der Welt

Ich weiß gar nicht, wie lange ich schon um dieses Buch herumgeschlichen bin. Der Einband hat mir so gut gefallen; jedes Mal, wenn ich dieses Buch in einer Bibliothek oder Buchhandlung in der Hand gehalten habe, musste ich es in den Händen halten. Warum ich es nicht schon viel früher mitgenommen habe, bleibt mir ein Rätsel, erst recht, seit ich es gelesen habe.

Tiberius Faerfax lebt mit seiner Tochter Furia Salamandria und dem Sohn Pip in einem großen Haus, dessen Keller voller geheimnisvoller Bücher ist. In diesem Keller leben Origamis, Bücherschimmel, die wie Rochen aussehen, und noch viel mehr geheimnisvolle Wesen. Furia möchte in die Fußstapfen ihres Vaters treten, denn Tiberius ist ein Bibliomant. Doch diese Rolle birgt viele Gefahren. Das erfährt Furia sehr schnell, als ihr Vater getötet wird und der Bruder Pip entführt. Pip gelangt in die Fänge der Adamistischen Akademie, und so ist es an Furia, ihn zu befreien. Bei der gefährlichen Reise kann Furia auf unerwartete Hilfe zählen. So öffnen sich Tore in Welten, die sie sich so bisher nicht erträumt hat. Zudem trifft sie auf einem geheimnisvollen Freund, mit dem sie eine sehr besondere Buchbrieffreundschaft verbindet.

Wow, was für ein schönes Buch, so bildgewaltig, fantastisch, phantasievoll, zauberhaft! Allein die Idee mit dem Schimmelrochen finde ich toll umgesetzt. In den meisten Fällen ist Schimmel ja nicht unbedingt das, was man haben will, aber als flauschigen Rochen find ich das schon sehr toll umgesetzt. Auch die „Brieffreundschaft“ zu Severin Rosenkreutz, die erst sehr zaghaft, schüchtern daherkommt, um sich mit einem Paukenschlag zu lösen.

Ebenso gefallen hat mir die Gestaltung der Welt, in der sich die Protagonisten bewegen. Furias Zuhause hat bei mir einen eigenen Charakter bekommen, als würde es ein eigenes Leben führen. Die Bibliothek im Keller mit den vielen vielen Büchern, die einem kleinen Universum gleicht. Libropolis, London, der magische Walt: Kai Meyer weiß, wie er mit seinem Schreibstil eine Welt zum Leben erweckt. Ebenso die Charaktere: hier werden Büchersammler, -liebhaber, -hasser vereint. Pip, der so gar nichts mit Büchern anfangen kann, im Gegenzug zu Furia, die es gar nicht erwarten kann, ihr Seelenbuch zu finden. Oder die Adamistische Akademie, die vor Bosheit strotzt.

Ich könnte noch gefühlt Seitenweise über dieses Buch erzählen, doch lest es lieber selbst, und lasst euch in eine wundervolle Welt entführen.

Wie heißt es so schön: wer xy gelesen hat, dem wird auch dies und jenes empfohlen. Ich würde sagen, wem die Tintenherz Reihe von Cornelia Funke gefallen hat, ist hier richtig. Eine Bücherreihe, die für alle Buchliebhaber mit Hang zu fantastischen Büchern empfehlenswert ist.

Eine kleine Anmerkung zum Schluss: In diesem Buch sind einige Szenen enthalten, die ich jetzt keinem Kind unter 14 erzählen würde. Bitte lest das Buch selber, bevor ihr es weitergebt an jüngere Menschen weiterreicht.