[Rezension] Kerstin Gier – Das Wolkenschloss

Nun, ich weiß nicht, wie es euch geht, aber es gibt bei mir so Bücher, um die ich immer wieder herumschleiche, weil mich z. B. das Cover reizt, aber irgendwas hält mich davon ab, zuzugreifen. So war es auch beim Wolkenschloss. Die Buchklappenbeschreibung hat mich sehr angesprochen, ebenso das Cover. Und doch hab ich es mir schlussendlich aus der Bibliothek ausgeliehen, statt es zu kaufen. Und war nach dem Lesen ganz zufrieden mit dieser Entscheidung.

Fanny hat sich nach Abbruch des Abiturs entschieden, ihre Heimat bei Bremen zu verlassen, um im Wolkenschloss als Jahrespraktikantin in den Alpen zu arbeiten. Geführt wird das Hotel von einem sehr patriarchischen Mann, dessen Sohn Ben das komplette Gegenteil zu sein scheint. Über Weihnachten ist das Hotel ausgebucht, und es tummeln sich die unterschiedlichsten Persönlichkeiten im Hotel. Da ist das eine ältere Ehepaar, das das ganze Leben über gespart hat, um einmal im Wolkenschloss nächtigen zu können. Dann das reiche Millionärspaar, das unter falschem Namen eingecheckt hat, um ein paar ruhige Tage im Wolkenschloss anonym verbringen kann ohne Klatschpresse. Und dann auch Tristan, der sich als Versicherungsmakler für Edelsteine herausstellt.

Während das Hotel über die Weihnachtsfeiertage eingeschneit wird, wird dem älteren Ehepaar ein Ring gestohlen. Dieser soll einst auf dem Flohmarkt für 40 Euro als Verlobungsring ergattert worden sein, ist aber eine ganze Stange Geld wert. Als Fanny diesen Ring bei der Millionärsgattin auf dem Zimmer findet, überlegt sie, wie sie ihn wieder zurück geben kann, und trotzdem das Gesicht der Millionärsgattin wahren kann. Und so löst sie mit der Hilfe von Tristan und Ben einen Kriminalfall.

Ich muss zugeben, dieses Buch ist für mich ein bisschen skurril. Das Buch zieht sich Anfangs wie Kaugummi in die Länge. Nach und nach werden zwar die Personen eingeführt, jedoch braucht es lange, bis die Erzählstränge zueinander finden. Fanny scheint ständig mit den Kindern überfordert zu sein, bis sie schließlich Hilfe einer Kollegin bekommt. Drei Kolleginnen führen sich als die typischen Zicken auf und machen Fannys Leben schwer. Als dann der Skandal um den Ring ins Detail zu gehen, zieht Gier dann alle Register, und wandelt das vermeintliche Jugendbuch in einen Krimi mit einer Schießerei. Sicherlich ist diese Idee, etwas Spannung ins Buch zu bringen, ganz nett, aber sie wirkt für mich eher so, als müsste man jetzt urplötzlich noch schnell dem Buch Spannung hinzufügen, die es vorher nicht hatte. Die Wendung zum Schluss wirkt für mich überzogen. Ich hätte mir dann eher eine Ermittlung gewünscht, bei der Fanny als kluge Ermittlerin auftritt, und nicht als pubertierendes Küken, deren Wandlung zur mutigen Retterin des Hotels unglaubwürdig wirkt.

Ein Buch, das für mich als Jugendbuch anfängt, und als blutiger Krimi endet: ich finde, man hätte sich für eins entscheiden sollen, bzw. a la Sherlock Holmes den Fokus auf die Ermittlungen legen sollen, und nicht auf Action.

Schlussendlich haut das Cover das Buch raus.

[Jon Skovron] Schatten des Todes (Empire of Storms 2)

Während der erste Teil der Empire of Storms Reihe, seines Zeichens „Pakt der Diebe“ genannt, schon einige Lesewochen bei mir her ist, habe ich doch sehr schnell in die Welt von Red und Hope reingefunden, gerade auch dank Matthias Lühns Stimme.

Red lebt nun am Hofe des Prinzen und kann diesen für sich als Freund gewinnen, was Red ganz gut zu tun scheint. Auch der Prinz blüht davon auf, und gewinnt an Selbstbewusstsein. Gleichzeitig erhält Red seine Ausbildung als Biomant, die gar nicht so übel zu sein scheint wie erst gedacht. Doch das böse Erwachen kommt sehr viel später, fast schon zu spät.

Währenddessen versucht Hope mit der verbleibenden Crew Red zu befreien. Doch es fehlt die Crew. Nessel erobert die Paradieskehre zurück, die sie dann als Schwarze Rose anführt. Und so können die nötigen Schiffe besetzt werden, die für die Schlacht gegen die Biomanten benötigt werden.

Aber auch Hope hat noch eine Mission zu erfüllen. Sie reist zurück zu ihrer Heimatinsel Bleek Hope, deren Namen sie seit Kindertagen trägt. Hope, die auch als Meeresschrecken Dire Bane bekannt ist, sucht nach einer Lösung, die helfen soll, die Biomanten zu besiegen. Denn diese haben noch den Schatten des Todes unter ihrer Kontrolle, auf dessen Konto schreckliche Morde gehen. Dabei kommt ihr auch ihr alter Orden zu Hilfe. Ein Mönch ist im Kloster verblieben, und nimmt Hope in Empfang, päppelt sie wieder auf und gibt ihr ein mysteriöses Tagebuch, deren Inhalt Hope zum Nachdenken anregt.

Werden Hope und Red wieder mit ihrer Truppe vereint?

Was mir an diesem Zwischenteil sehr gut gefallen hat, dass der rote Faden aus dem ersten Teil weitergeführt wurde. Der zweite Teil „Schatten des Todes“ erzählt die Geschichte der Protagonisten weiter, ohne einerseits zuviel in Richtung Teil 3 zu verraten, aber dennoch wichtige Hintergrundinformationen zu liefern, die für die Geschichte der Biomanten und des Imperiums unabdingbar sind und die Geschichte voranbringen.

Intrigen, Machtspiele, Liebe, Mut, Wut, Mord und durchaus einige Schmunzler füllen dieses Buch und machen es zu einem Abenteuer, das ich nicht missen möchte. Es bleibt spannend, auch wenn Jon Skovron einen bei den Erzählungen über seine Charaktere etwas durchschnaufen lässt.

Die Charaktere entwickeln sich weiter, wandeln sich, wenn auch nicht immer in die gewünschte Richtung. Manch Protagonist muss für tiefgreifende Überraschungen herhalten, und manch ein Protagonist, der mir ans Herz gewachsen ist, stirbt für mich auf sehr tragische Weise (shame on you Jon Skovron!).

Dem Rätsel um die Biomanten ist der zweite Teil „Schatten des Todes“ ein ganzes Stück näher gekommen, ohne an Spannung für den dritten Teil zu verlieren.

Wer auf Piraten steht, Intrigen, und kein Problem mit einer sehr vulgären Sprache hat, sei in der Paradieskehre herzlich willkommen.

Der Ronin Verlag hat mal wieder den richtigen Riecher bei der Auswahl des Sprechers bewiesen. Matthias Lühns Stimmumfang kommt mit Skovrons Schreibstil wunderbar klar, sei es beim vulgären Fluchen, oder die doch sehr unterschiedlichen Charaktere.

Verpisste Hölle, war das gut!

Vielen Dank an den Ronin Hörverlag für diese geniale Produktion und das Rezensionsexemplar!

[Rezension] R. Gosinny/A. Uderzo – Asterix und die Tochter des Vercingetorix

Auch ohne die Urväter des Asterix und Obelix geht die Reihe um die berühmten Gallier weiter. So ist vor kurzem der 38. Band der berühmten Reihe aus dem Hause Egmont erschienen. Da ich die Reihe um Asterix und Obelix so liebe, musste auch dieser Band einziehen.

Asterix und Obelix bekommen Besuch von zwei Avernerhäuptlingen, die die Tochter Vercingetorix im Gepäck haben. Asterix und Obelix sollen Adrenaline, so der Name der aufmüpfigen Tochter, bewachen, denn deren Stärke ist ausbüxen. Denn sie hat nun mal so gar keine Lust darauf, das zu tun, was ihr Vater von ihr möchte. Wird sie dem gallischen Duo auch entwischen?

Bevor ich diesen Asterix-Band mein Eigen nennen konnte, habe ich mich über den Band informiert. Leider kann ich die negativen Kritiken nicht teilen.

Nun, dieser Teil ist nicht der typische Teil „Asterix und Obelix gegen die Römer“, sondern kommt mit einer typischen Geschichte aus der heutigen Zeit daher. Die Erwartungen der Eltern gegenüber den Kindern, gewisse Wege einzuschlagen, sind sicherlich auch in römisch-gallischen Zeiten nicht immer erfüllt worden. Und so bleibt für mich auch hier ein gewisser geschichtlicher Aspekt erhalten.

Über manch Namen wie Misetrix und Adrenaline mag man streiten, ebenso über die Sprechweise der Averner, aber das fällt für mich unter künstlerische Freiheit. Ob Didier Condrad so sehr vom originalen Zeichenstil des Uderzo abweicht, mag ich nicht sagen, dafür achte ich auf sowas zu wenig.

Meiner einer hat sich auch über diesen Asterix gefreut, auch wenn es gewiss nicht der beste Teil war. 4 Sterne hat er allemal verdient.

[Rezension] Petra Hartmann – Nestis und der Weihnachtssand (Ein Helgoland-Märchen)

Von meinem Bloggertreffen „bookmeetspizza“ hatte ich ja euch bereits erzählt. In der wundervollen Bloggertasche war auch ein kleines Märchenbuch für Kinder darin, und heute morgen hatte ich das Büchlein zu meiner ersten Tasse Kaffee gelesen.

Nestis ist eine kleine Meerjungfrei vor der Küste Helgolands. Während einem schweren Novembersturm wird die Küste Helgolands zerstört, eine Düne bricht ins Meer. (Wer die Küste Helgolands kennt, weiß welche Schäden das anrichten kann).

Nestis ist ganz traurig, denn viele süße Robben haben sich verletzt, aber die kleine Nixe kann den Robben helfen. Doch was soll sie nun mit dem kaputten Strand anstellen? Da ihre Meeresmitbewohner nicht so recht wissen, was die optimale Lösung ist, wünscht sich Nestis vom Weihnachtsmann ganz viel Sand, um den Strand und die Düne zu reparieren. Die Erwachsenen lachen Nestis aus, aber warum sollte der Weihnachtsmann denn nicht auch in die Tiefen der Nordsee kommen?

Und Nestis soll Recht behalten. Auch wenn es nicht ganz einfach ist, der Weihnachtsmann kommt und hilft Nestis. Wie er helfen kann, erfahrt ihr in diesem kleinen goldigen Büchlein aus dem Monika Fuchs Verlag.

Das Büchlein ist etwas größer als ein Pixibuch, was mir gut gefallen hat. Es bleibt kompakt, und wird durch richtig schöne Illustrationen von Olena Otto-Fradina ergänzt.

Dieses Helgolandmärchen passt wunderbar in die kommende Herbst- und Weihnachtszeit, wo noch die Herbststürme toben, und sich bereits der erste Schnee angekündigt hat und die Weihnachtszeit vor der Tür steht.

Vielen Dank für das schöne Rezensionsexemplar!

[Rezension] Torsten Low – Der Feind auf meiner Couch

Als ich auf dem Bloggertreffen „bookmeetspizza“ im Rahmen der Frankfurter Buchmesse war, fiel mir in der Goodietüte ein Wannenbuch in die Hand. Anfänglich etwas irritiert, studierte ich dieses kleine Buch genauer. Und ich muss sagen: eine sehr witzige Idee! Kennt ihr diese kleinen quadratischen Büchlein für Babies und Kinder, die man entweder im Kinderwagen oder eben genau für die Badewanne zum Anschauen nehmen kann? Genau in diesem Stil sind die Wannenbücher der Edition Wannenbuch gemacht.

Wie oft liest man in der Badewanne ein Buch, stetig mit der Angst, dass das Buch oder das digitale Medium in die Wanne fällt? Hier hat der Verlag Abhilfe geschaffen: Ein Wannenbuch ist ein Buch mit einer Kurzgeschichte, die für ca. 10-15 Minuten Lese- und Badezeit ausgelegt ist.

Und so habe ich die Tage – wenn auch nicht in der Wanne – das Buch „Der Feind auf meiner Couch – Horror für die Wanne“ gelesen.

Ein Vampir geht zu einem Psychiater, der ihm helfen soll. Während letzterer sich köstlich amüsiert, kann dem Vampir leider nicht geholfen werden. Doch auch für den Psychiater wird es nicht so ausgehen, wie er es sich vorgestellt hat.

Für meinen Teil war ich recht schnell durch mit dem Buch. Da die Wannenbücher recht kurz gehalten sind, was ich gut finde, kommt natürlich nicht die Spannung auf wie bei einem Wälzer, aber das muss es ja auch gar nicht. Und so finde ich die Idee, kurze wasserfeste Geschichten für die Wanne zu gestalten, wirklich toll!

Empfehlenswert!

Vielen Dank an die Edition Wannenbuch für das Rezensionsexemplar. Für mich als kleiner Vampirfan die richtige Wahl!

[Rezension] Hermann Ritter – Das Orakel von Takess (Perry Rhodan Mission SOL 6)

Spoiler Warnung! Dies ist der 6. Teil der Perry Rhodan Reihe „Mission SOL“. Die Links zu den vorherigen Teilen findet ihr am Ende dieser Rezension.

Perry Rhodan ist mit seinem Team unterwegs zum Orakel von Takess. Von diesem Orakel erwartet er weitere Hinweise, wie er seinen Sohn aus dem Paralleluniversum befreien kann. Doch es läuft nicht nach Plan. Rhodan macht sich mit seinen drei weiteren Gefährten Vonnedal, Ylapp und der Yakonto Tungra auf den Weg durch die Wüste, doch sie kommen nicht wirklich zum Zentrum des Segments durch. Stattdessen muss sich Rhodan entscheiden, ob er die Gesundheit seiner Gefährten weiterhin aufs Spiel setzt, oder die Reise abbricht. Er entscheidet sich für den Abbruch. Doch er muss erkennen, dass er einer Simulation aufgesessen ist. Als das Team die Lehren aus der Simulation gezogen haben, können sie einen weiteren – und diesmal einen echten Versuch starten. Leider befindet sich ein Verräter im Team, so dass sie zwar auf das Orakel treffen, dieses jedoch bei einem Angriff getötet wird. Rhodan ist keinen Schritt weiter, denn das Orakel konnte ihm keinen Tipp geben. Stattdessen kehrt Mahlia Meyun zurück, und versucht ihrer Mannschaft zu helfen. Auch dieser Aufgabe ist kein Glück beschieden, denn die Crew landet im Gefängnis. Jedoch bleibt ein Funke Hoffnung übrig, denn ein Unbekannter betritt die Gefängniszelle.

Dieser Band hat mir recht gut gefallen. Perry Rhodan muss erkennen, dass er nicht unfehlbar ist. Mahlia Meyun führt ihm zusätzlich seine Schwächen vor Augen, und macht ihm schwere Vorwürfe. Das Team hat einen enormen Druck zu bewältigen. Während Rhodan seit Jahrhunderten durch das Weltall reist, und sich langsam an seine Aufgabe gewöhnen konnte, müssen seine Mitstreiter von jetzt auf sofort im kalten Wasser das Schwimmen lernen. Gefreut habe ich mich für Pravo Ylapp, der dank dem Orakel nun seine Schwäche los ist, sozusagen manuell zu lernen. Im Gegenzug muss leider Mehlia einen weiteren Verlust erleiden.

Jedoch hoffe ich, dass die Geschichte im weiteren Band Fahrt aufnimmt. Es bleibt spannend, was es mit dem Zellenbesucher aufsich hat.

Mission SOL1

Mission SOL2

Mission SOL3

Mission SOL4

Mission SOL5

[Rezension] Anca Sturm – Der Welten-Express 1

Die Bücher aus dem aus dem Carlsen Verlag haben eine Erfolgsgarantie. So auch der erste Teil des Welten Express(es) von Anca Sturm. Mehrfach beworben von Bloggern, habe ich mich sehr darüber gefreut, dieses Buch von Netgalley und dem Carlsen Verlag beziehen zu können. vielen Dank dafür!

Flinn Nachtigall lebt mit ihrer Mutter und ihren Halbgeschwistern in Weidenborstel. Ein sehr kleiner Ort, in dem trotz Bahnhof nicht mal ein Zug fährt. Ihrer Mutter scheint es egal, was mit ihren Kindern passiert, seit ihr Ältester Jonte verschwunden ist. Doch Flinn leidet immer noch darunter, und verbringt ihre Nächte oft am stillgelegten Bahnhof. Als eines Nachts eine Dampflokomotive im Bahnhof hält, ergreift Flinn ihre Chance, und steigt ein. Doch schnell wird klar: ohne Ticket darf sie in diesem besonderen Zug eigentlich gar nicht sein. Da sie aber nun schonmal da ist, versucht sie die Zeit zu nützen, um nach ihrem Bruder Jonte zu forschen. Denn der war auch einst an Bord dieses Internatzuges. Leider muss Flinn sich auch noch mit Gabarina und Madame Florett auseinander setzen (von letzterer habe ich wirklich eine sehr bildhafte Vorstellung!). Aber auch mit Hilfe kann Flinn rechnen: sie bekommt unerwartete Unterstützung und somit auch neue Freunde.

Anca Sturm hat sich was neues einfallen lassen. Während oft ein Gebäude als Internat herhalten muss, hat sie ihr Internat schlicht und ergreifend in einen Zug verpackt. Die einzelnen Waggons sind Schlafabteile, Küche, Essens- oder Klassenräume. Der Zug rattert weiterhin durch Europa, dem Gegenverkehr wird durch Magie ausgewichen (wenn das immer so einfach wäre!). Jeden Tag wird ein anderes Fach unterrichtet, nachmittags wird in der Bibliothek weiter gelernt. Es gibt strenge Regeln, die am Ende des Buches zusammen gefasst werden, um den Überblick zu behalten.

Ein gewisses Maß an Spannung und Jugendromanze ist vorhanden, ist dem Alter aber angepasst. Der Schreibstil bleibt durchweg spannend gehalten, ohne zu überfordern oder langweilig zu werden.

Da diese Reihe als Trilogie ausgelegt ist, dürfen wir uns seit September 2019 über den zweiten Teil freuen. Wann Teil 3 erscheint, konnte ich bis zum Schreiben dieser Rezension nicht herausfinden.

[Rezension] Candy Bukowski – Eine neutrale Tüte bitte

Das Buch „Eine neutrale Tüte bitte – Geschichten im Sexshop“ wurde bereits im Frühjahr im Acabus Verlag veröffentlicht. Und mindestens solange schleiche ich schon um dieses Buch von Candy Bukowski herum.

Candy Bukowski arbeitet dort, wo es tausende Menschen jährlich hinzieht: auf der Reeperbahn. Die Autorin ist verantwortlich für die Fetisch-Abteilung und Social Media der Boutique Bizarre in St. Pauli. Dort trifft sie auf die unterschiedlichsten Menschengruppen, die der Boutique einen Besuch abstatten. Und so hat Candy Bukowski Geschichten gesammelt, die sie bei ihrer täglichen Arbeit erlebt hat. Obdachlose, Betrunkene, Pärchen jeglichen Alters und Sozialstruktur, Singles, Promis aus allen Ländern kommen vorbei. Während viele am Anfang noch ihre Unsicherheit mit Kichern oder unpassenden Kommentaren überspielen, richten viele Kunden auch zielgerichtet ihre Wünsche an das Personal. Diese können sich auf jeden Kunden einlassen, können mit den entsprechenden Fragen genau das dem Kunden aus dem großen Portfolio das Richtige heraussuchen. Sei es Kleidung, Spielzeug, Zeitschriften und DVDs. Doch auch Kundschaft, die den Betriebsablauf eher stört, wird freundlich und bestimmt des Ladens verwiesen. Und so kann jeder in der Boutique Bizarre sein Plätzchen finden.

Während des Lesens musste ich mehrfach schmunzeln. Durch meine Tätigkeit im Einzelhandel habe ich viele Kunden wieder erkannt: die, die alles besser wissen; die anderen, die eigentlich nur für einen Plausch kommen; die einen, die still und heimlich ihre Lieblingsprodukte kaufen, Kunden, die recht anstrengend sind, oder einfach die Kunden, mit denen man herzlich lachen kann. Da ist es egal, ob man Hochprozentiges, Gemüse oder eben Sexspielzeug verkauft, jeden Menschenschlag findet man irgendwo wieder.

Ergänzt werden die Geschichten der Boutique Bizarre durch weitere Einblicke in den Kiez St. Pauli. Dort ist Candy Bukowski unterwegs in Szene-Kneipen, begiebt sich auf besonderen Kieztouren mit Olivia Jones. Sie berichtet von der geschichtlichen und sozialen Entwicklung des Kiezes. Und so gewinnt man einen herzlichen Einblick in die frivole Welt von St. Pauli.

Heutzutage hängt einem Sexshop immer noch etwas anrüchiges an. Und gerade deswegen finde ich ein Buch wie „Eine neutrale Tüte bitte“ von Candy Bukowski so erfrischend. Es lässt einen hinter die Fassaden schauen und die menschlichte Normalität erkennen, die viele so nicht vermutet hätten. Dieses Buch lehrt einen, dass oft der Schein trügt, und es nicht so schmutzig hergeht wie man sich das vorstellt.

Ein Buch, das mit einem Augenzwinkern die menschliche Realität des Kiezes vorstellt. Sehr gelungen.

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an den Acabus Verlag! Es hat sich gelohnt!

[FBM2019] #bookmeetspizza

Als vor kurzem einige Verlage ein Bloggertreffen ankündigten, auf das man sich bewerben konnte, wollte ich unbedingt dabei sein, und habe mich beworben. Als dann die Antwort bekam, dass ich dabei bin, habe ich mich mega gefreut. So gings Freitag Abend in ein Ibis Hotel nahe der Messe zum Pizza essen.

Dort traf ich auch gleich auf Svenja von „Die ganz große Bücherliebe“, und so war der Anschluss gesichert. Die Verlage stellten sich vor, und wir erhielten einen tollen Einblick in das Verlagsprogramm.

Dabei waren folgende Verlage:

Acabus Verlag

Dryas Verlag

Edition Wannenbuch

Chaospony Verlag

Reimheim Verlag

Verlag Monika Fuchs

Kinderbuchverlag Biber & Butzemann

Carpathia Verlag

Merlins Bookshop

Main Verlag

World for Kids

Als Dankeschön fürs Kommen gab es eine tolle blaue Tasche gefüllt mit ganz viel Werbematerial zum Reinschnuppern. Anschließend konnten wir uns noch Bücher aussuchen. Und es waren ganz arg tolle Bücher dabei. Doch die werde ich euch mit der kompletten Messeausbeute extra vorstellen.

Leider blieb wenig Zeit, um mit allen Bloggern zu plauschen, aber ich denke, die ersten Kontakte auch zu den Verlagen sind geknüpft und vertieft. Ich denke, ich werde euch die Verlage nach und nach mal vorstellen!

Schön wars!

[BuCon2019] Die BuCon Dreieich

Als ich in den Planungen für die BuCon und die Frankfurter Buchmesse steckte, wuchs die Neugier für die BuCon stark. Während auf der FBM die großen Verlage stark vertreten sind, liegt bei der BuCon gerade der Reiz bei den Kleinverlagen. Und die machen einen verdammt tollen Job!

So war ich dann kurz vor 10 auf dem Weg zu den Bürgerhäusern Dreieich, und fand schon unterwegs Gleichgesinnte. Das Warten wurde durch lustige Unterhaltung sehr kurzweilig, und zugegeben, der Tag war auch sehr schnell rum. Doch halt, der Reihe nach!

Während ich meine erste Runde drehte, um mich zu Orientieren, hab ich schon die ersten bekannten Gesichter gesehen. Es ist wirklich schön, so viele coolen Leute auf einem Haufen zu treffen. Da ich aber keine Lust hatte, den Boden in der Halle platt zu laufen – das haben bestimmt andere gemacht – verschlug es mich sehr schnell in die einzelnen Räume zu den Lesungen. Und da kommt schon das erste Lob an die Veranstalter: Die Räume Deep Space 3/4/5, Holodeck, Transporterraum, Holodeck, Panic Room oder Batlle Bridge zu nennen, fand ich doch sehr grandios.

Meine erste Lesung führte mich direkt in den Transporterraum zum Acabus Verlag. Es wurden fünf Bücher vorgestellt: „Operation Remulus“ von Carsten Zehm, Jörg Olbrich mit „Der Winterkönig„, „Nebula Convicto“ von Torsten Weitze, „Raubtierstadt“ von Bernhard Stäber und zum Schluss von B. Movie das Buch „MiseriCordia„.

Während ich dann nochmal eine Runde durch die Halle wanderte, ging ich anschließend zur Lesung von Bernhard Hennen. Bernhard stellte seine „Chroniken von Azuhr“ vor, und zwar so gut, dass ich echt neugierig auf diese Reihe geworden bin. Anschließend blieb ich noch bei Manuel Schmitt sitzen, denn der stellte sein Gemeinschaftsprojekt „Alendia“ vor. War es schon bei Bernhard verdammt lustig, toppte die Alendia-Lesung nun wirklich ziemlich alles. Tom Orgel durfte den Goblin sprechen, und machte dies herrlich überzeugend. Es war eine sehr amüsante und erfrischende Lesung. Und so durfte ich auch den ersten Teil der Alendia Reihe mit nach Hause nehmen. Danke nochmal an Manuel!

Nach einer kurzen Pause, in der der BuCon Award verliehen wurde, ging es direkt weiter. Ich hab noch bei der FaRK Chroniken Lesung vorbei geschaut, die mich jetzt nicht so überzeugt hatte. Doch danach ging es Schlag auf Schlag weiter: Erst die Lesung mit Markus Heitz und seinem Buchprojekt „DOORS“, anschließend erzählte Kai Meyer von seinem Buch „Das Fleisch der Vielen“. Es war wirklich zum Gruseln, vor allem, wenn man die passenden Alben von der Band ASP zu diesem Projekt kennt. Zum Abschluss gab es noch diverse Neuigkeiten aus der Perry Rhodan Ecke: „Neo: das Compariat“. An dieser Stelle noch Genesungsgrüße an Klaus N. Frick, dessen Stimme merklich angeschlagen war. Doch er hielt sich tapfer!

Anschließend gab es noch eine Runde Kürbisnudeln, bevor ich dann todmüde ins Bett gefallen bin.

Bevor ich das jetzt mache, möchte ich mal richtig dolle das BuCon Team loben. So eine unkomplizierte Messe zu veranstalten, ist eine Meisterleistung! Die Organisation als solches, die Standauswahl, die Lesungen, der perfekt getaktete Zeitplan, die Menschen, die Preise am Essenstand, der Kaffee, die Verpflegung, einfach alles war top! Ihr ward mega super, und jetzt verstehe ich auch, warum so viele von der BuCon schwärmen. Meiner einer war restlos begeistert, und es war eine tolle Auswahl! Ein riesiges Dankeschön an eine so gelungene Veranstaltung, die ich definitiv nicht das letzte Mal besucht habe.