[Bloggersonntag] Fails – wenn Bilder daneben gehen

Heutiges Thema beim #bloggersonntag : Fails – wenn Bilder daneben gehen. Wenn ich an manche Fotosession denke, graut es mir! Da will man ein Buch gekommt in Szene setzen, und dann stellt man fest, dass der Akku der Kamera leer ist. Oder die Deko ist nicht verfügbar, fällt ständig um, passt doch nicht zum Buch. Und ganz gruselig: die Lichtverhältnisse! Ich bin ja sehr froh, dass mir bei den Bildern @chmueller.events hilft. Mit Licht und Ideen, ja manchmal sogar mit Nebel hilft er mir sehr viel aus bei den Bildern! Vielen Dank dafür! Welche Schwierigkeiten hattet ihr schon beim Bücher oder anderem fotografieren? Lasst mal hören!

[Rezension] Emely Dark – Nachtangst

Es gibt diese Geschichten, die unter die Haut gehen. Die einen wochenlang nicht loslassen, und einen tief berühren. Emely Darks Buch Nachtangst ist so eine Geschichte.

Emely wächst in einer Familie auf, in deren Mitte der Vater den Alltag durch seinen tiefen Glauben beeinflusst. Dieser Glaube wird zu einer Belastung, an der die Familie schlußendlich zerbricht. Emely zieht mit ihrer Mutter in ein neues Zuhause, um den seelischen Misshandlungen des Vaters zu entgehen. Auf der neuen Schule lernt sie den stillen Jonas kennen. Der stellt ihr eines Tages Mic vor, und die beiden verlieben sich. Es ist die große Liebe, und Emely kann endlich ihre Dämonen aus der Kindheit loslassen. Doch das Glück wird jäh zerrissen: Mic stirbt bei einem tragischen Unfall mit Fahrerflucht. Das Fundament, was beide sich erarbeitet haben, zerbricht, und Emely steht wieder vor dem Nichts. Der scheinbar einzige Ausweg liefert Jonas: Emely rutscht in die Drogenszene ab.

Nachtangst ist eine Geschichte, für deren Rezension ich lange nach den passenden Worten gesucht habe. Wie bewertet man ein Buch, in dem so viel Tragik steckt? Eine Frau, die mehrfach Schutz gesucht hat, gefunden hat, und doch so schmerzlich verloren hat. Es ist das Zeitzeugnis einer Frau, die es auf so unglaubliche Art und Weise geschafft hat, sich von dem eigenen Grauen zu befreien. Es gehört so viel Kraft und Mut dazu, sich gegen den eigenen Vater zu stellen, auch wenn es allen Grund dafür gab.

Nachtangst hat mich auf mehrfache Weise berührt: ich habe mich für Emely so gefreut, als sie sich mit Jonas angefreundet hatte, als sie mit Mic die ersten Schmetterlinge im Bauch hatte. Die Trauer, als ihr nicht nur Mic genommen wurde. Die Wut, als Emely zu ihrem Vater zurück wollte, und die Befreiung, als sie den Fängen ihres Vaters entkommen konnte.

Anfangs habe ich mich gefragt, wieviel Wahrheit in dieser Geschichte steckt. Ich stimme Viki von Vikis Traumwelt zu, dass man es zu gegebener Zeit herausfiltern kann. Nachtangst spricht Bände. Einerseits keine leicht verdauliche Kost, und doch: man muss es in einem Zug lesen. Emelys Geschichte wird einen nicht loslassen. Man wird sie immer im Herzen tragen, und hoffen, dass sich diese Geschichte nicht nochmal wiederholen muss.

Emely: ich danke dir, dass du deine so persönliche Geschichte geteilt hast. Sie sollte jedem eine Warnung sein, anderen Menschen mehr zuzuhören, und ihnen in schweren Tagen besser helfen zu können.

[Rezension] S. D. Foik – Ära des Verrats

Spionage hat in der Weltgeschichte schon immer eine entscheidende Rolle gespielt. Mancher Spionageauftrag hat denVerlauf der Geschichte geprägt. Nur: vieles bekommt der normale Bürger gar nicht mit. Umso brisanter sind die Erkenntnisse, die die sogenannten Whistleblower an den Tag legen. Ein sehr bekannter Whistleblower ist Edward Snowden. Doch wie konnte er an so viele brisante Daten kommen, und warum hat er diese veröffentlicht? Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn Snowden konnte fliehen, und nicht nur die nationalen Geheimdienste machen Jagd auf den vermeintlichen Verräter.

Doch in den Reihen der Geheimdienste gibt es Stunk: es scheint einen Maulwurf zu geben, der sich nicht nur für einen Geheimdienst gearbeitet.

Gleichzeitig erfahren wir, dass auch bei der Entscheidung der Ukraine über den Eintritt in die Europäische Union die Geheimdienste ihre Finger im Spiel hatten. Nicht nur politische, sondern auch primär finanzielle Faktoren sind hier in die Entscheidung eingeflossen. Und doch: das Volk begehrt auf.

Foiks Schreibstil besticht durch prägnante Sätze. Er führt uns gezielt durchs Geschehen, setzt gekonnt Pausen, ergänzt Informationen über die Protagonisten, wo es nötig ist, ohne zu langweilen. Einige Protagonisten sind der Fantasie entsprungen, einige der Realität. Und doch wirken sie alle glaubhaft. Mit diesem Buch ist es dem Autor gelungen, schwer verdauliche Themen so aufzubereiten, dass sie für den Leser verständlich sind. Sicherlich muss man das ein oder andere Thema vertiefen, gerade wenn man sich mit den Themen nicht näher befasst hat. Aber gerade das hat mir besonders gut an diesem Buch gefallen. Es war anspruchsvoll, ohne zu überfordern, es war lehrreich und gleichzeitig hat es einem die Augen geöffnet, dass unsere Daten nicht immer so sicher sind, wie wir es gerne hätten.

Vielen Dank an Sebastian Foik für dieses Werk, es sei jedem wissbegierigem Leser ans Herz gelegt!

[Rezension] Uwe Laub – Leben

Bisher waren alle Weltuntergangsszenarien ganz weit weg, maximal die Erfindung von Umweltschützern. Doch einige Szenarien werden plötzlich wahr. Weltweit sterben Tierherden qualvoll innerhalb von wenigen Stunden und Tagen. Sei es die Fledermauskolonien auf der Schwäbischen Alb oder im Krüger Nationalpark. Doch auch die Menschheit wird von einer mysteriösen Krankheit heimgesucht. Die Patienten altern innerhalb kürzester Zeit um Jahrzehnte, bekommen gelbe Augen und sterben teilweise binnen kurzer Zeit.

Auch der Pharmavertreter Fabian Nowack ist davon betroffen. Er fühlt sich schlapp, und hat laut seinem Arzt kaum Überlebenschancen. Die vermeintliche Diagnose: Progeria adultorum. Seine Firma lässt ihn an einer Medikamentenstudie teilnehmen, jedoch mit zweifelhaftem Ausgang. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, bei der es nicht nur ums Überleben der Menschheit geht, sondern auch um den Erfolg. Welcher Pharmakonzern kann das Rennen für sich gewinnen? Der brisante Wettlauf führt manchen Forscher auch in den tiefsten Urwald Brasiliens, wo ein Stamm Ureinwohner scheinbar gegen die mysteriöse Krankheit immun ist.

Uwe Laubs aktueller Roman „Leben“ wurde zwar bereits im Sommer 2019 fertig gestellt, hat aber unvorhergesehen eine Brisanz, die mir eine Gänsehaut beschert hat. Die Umwelteinflüsse auf unseren Planeten sind sehr weit fortgeschritten, und das unkontrollierte Artensterben ist leider keine Seltenheit mehr. Nicht zu verachten ist auch die Verdrängung von Lebensraum, für verschiedenste Völker und Tiere. Ich schätze, manchmal ist einem gar nicht so bewusst, welche Einflüsse man auf die Natur hat.

Leider muss auch die Menschheit sich umstellen, denn sie ist nicht unsterblich. Ein Pilz greift die Gesundheit an, die Folgen sind nicht absehbar. Der Verlauf der Krankheit ist so unterschiedlich wie der Mensch individuell ist. Manche sterben innerhalb weniger Stunden, manchen bleiben einige Monate. Die Langzeitfolgen sowie die Bereitstellung von Medikamenten oder sogar Impfstoffen, die die Krankheit bremsen bzw. vermeiden können, sind vorerst kaum absehbar. Und auch hier lauern wieder die Haie: wer zuerst einen Wirkstoff auf den Markt bringt, kann große Gewinne einfahren. Jedoch ist wie immer die Frage: wie ethisch ist das Verfahren zu vertreten?

Uwe Laub hat mit seinem Roman „Leben“ den Nagel auf den Kopf getroffen, auch wenn unbewusst. Während des Schreibens war die aktuelle Coronapandemie noch nicht abzusehen. Umso gruseliger wirkt das Buch für mich. Ohne Schnörkel, aber dafür mit viel aktueller Brisanz hält der Autor uns den Spiegel vor. Wir müssen nicht nur im Arten- und Umweltschutz dringend etwas tun, sondern auch für uns. Nüchtern betrachtet kann uns das Artensterben selber treffen, und wenn wir so verschwenderisch mit unserem Planeten umgehen, zerstören wir auch unseren Lebensraum. Die Uhr tickt.

Mit Leben ist Uwe Laub wieder ein Geniestreich gelungen: brisant, aktuell, spannend, fundiert recherchiert. Ich kann das nächste Werk kaum erwarten.

[Rezension] Serena Valentino – Das Geheimnis der dunklen Fee

In der Disney Villains Reihe geht es weiter mit der Geschichte der dunklen Fee, die Dornröschen verzaubert hat, und in einen 100jähren Schlaf fallen lies.

Maleficent ist eine mächtige Hexe. Bereits in ihrer Kindheit mieden ihre Schulkameradinnen ihre Anwesenheit. Allein nur eine Fee namens Nanny glaubte an Malificent, und nahm sich ihrer an. Als Malificent zur Abschlussprüfung antreten will, soll sie nicht zur Prüfung antreten. Ihr Zorn und Frust wächst ins Unermessliche. So will sie Rache üben. Als sie dann nicht mal zur Feier anlässlich Dornröschens Geburt eingeladen wird, verwünscht sie das Mädchen. Die 12 guten Feen können den Fluch zwar dämpfen, aber das hilft Dornröschen leider nicht, und sie fällt an ihrem 16. Geburtstag in einen tiefen Schlaf.

Ich finde es sehr erstaunlich, was aus einem Menschen werden kann, wenn man an ihn glaubt, bzw. eben nicht. Was wäre aus Maleficent geworden, wäre sie in der Schule akzeptiert worden? Was, wenn sie nie auf die bösen drei Schwestern gestoßen wäre? Sicherlich wäre sie nie zu der bösen Fee geworden, die sie nun ist.

Auch Maleficent ist eine der tragischen Figuren, die Anfangs gar nicht so böse waren, bevor sie ein tragisches Ereignis zu dem gemacht hat, was sie heute ist.

Dieser Teil ist vielleicht nicht mein Lieblingsteil, aber ich mag ihn doch sehr gerne. Die Teile der Villains-Reihe sind in sich abgeschlossen, dennoch wird Bezug auf die vorherigen Teile genommen. Dies sollte man beachten, wenn man die Reihe liest.

[Rezension] Serena Valentino – Die Schönste im ganzen Land

Habt ihr euch auch schon immer mal gefragt, wie die Bösen in Märchen zu dem werden, was sie sind? Was hat sie dazu bewegt, den Menschen in ihrem Umfeld ihren Erfolg zu neiden?

Diese Frage wird nun in der neuen Disney Villains Reihe beantwortet, die in Zusammenarbeit mit Disney im Carlsen Verlag veröffentlicht wird. Den Start macht die Märchenadaption „Die Schönste im ganzen Land“.

Als Schneewittchens Mutter stirbt, ist sie noch so klein, dass sie keinerlei Erinnerungen mehr an ihre Mutter hat. Doch Schneechens Vater bleibt nicht allein. Er verliebt sich in des Spiegelmachers Tochter Grimhilde. Der Spiegelmacher selber ist sehr froh, dass er sich nicht mehr um seine Tochter kümmern muss. Denn diese gleicht seiner verstorbenen Frau so sehr, dass er immer an sie erinnert wird. Als der Spiegelmacher stirbt, vermacht er seiner Tochter, die nun Königin ist, seine ganzen Spiegel. Ein Spiegel birgt ein besonderes Geheimnis: des Spiegelmachers Seele ist an diesen Spiegel gebunden. So kann dieser der Königin immer verraten, wer die Schönste im ganzen Land ist. Solang Schneewittchen ein Kind ist, steht einem guten Verhältnis zwischen Königin und Schneechen nichts im Wege. Aber die wächst zu einer bildhübschen Frau heran. Der magische Spiegel, der die Seele des griesgrämigen Spiegelmachers enthält, entfacht Neid bei der Königin. Bereits in der Kindheit hat der Spiegelmacher seiner Tochter immer wieder gesagt, wie unnütz und hässlich sie sei. Und auch der erwachsenen Königin hält er immer wieder vor, dass Schneewittchen schöner ist als die Königin. Vor Neid lässt sie Schneechen in den Wald bringen. Und den Verlauf der Geschichten kennen wir, oder? Schneechen, das bei den Zwergen unterkommt? Und der Prinz, der sie rettet?

Die Märchenadaptionen von Disney liebe ich abgöttisch. Und Schneewittchen hat für mich einen besonderen Zauber inne. Denn Schönheit liegt oft im Verborgenen. Neid wird immer wieder gesät, die Jagd nach einem besonderen Schönheitsideal gilt heute noch. Diese Adaption hat mir wirklich gut gefallen. Die Wandlung, die die Königin durchlebt, ist wirklich staunenswert. Trotz des Hasses ihres Vaters kann die Königin Schneechen eine tolle Kindheit bereiten. Erst als diese zur Frau wird, lässt sich die Königin doch beeinflussen. Aber ein Märchen wäre nicht ein Märchen, wenn es nicht heißen würde: Ende gut, alles gut.

Wer Märchen mag, besonders die Disney Adaptionen, sollte hier zugreifen. Es ist flüssig zu lesen, und wirklich spannend, wie die bösen Protagonisten zu dem werden, was sie sind!

[Rezension] Anna Ruhe – Die Duftapotheke 2 (Das Rätsel der schwarzen Blume)

Kurze Warnung am Anfang: dies ist der zweite Teil der Duftapothekenreihe. Wer wissen will, was bereits im ersten Teil passiert ist, möge bitte den Beitrag zu „Ein Geheimnis liegt in der Luft“ lesen. Wer bereits den ersten Teil kennt, bzw. sich vor Spoiler nicht scheut, darf hier gerne weiterlesen.

Luzie hat sich in ihrem neuen Zuhause schnell eingelebt. Das liegt nicht nur an ihrem neuen Freund Mats, sondern auch an der Duftapotheke. In der Duftapotheke werden geheime Düfte gebraut, die die unterschiedlichsten Wirkungen haben. Manche Düfte halten ewig, manche verfliegen recht zügig. Die ehemalige Bewohnerin Hanne weiht Luzie und ihren Bruder Benno sowie Mats in die geheime Welt der Düfte ein. Bis eines Tages die wichtigste Zutat, das Meteorpulver, gestohlen wird. Schnell fällt der Verdacht auf den ehemaligen Gärtner Willem. Den haben die Kinder noch in sehr schlechter Erinnerung, denn der war nicht sehr erfreut, dass Luzie das Geheimnis der Duftapotheke gelöst hat.

In Amsterdam wird Hanne jedoch von einem Duft ausgeknockt, und muss im Krankenhaus bleiben. Luzie, Benno und Mats machen sich auf den Weg, um das Meteorpulver zu finden. Dabei geraten sie nicht nur wieder an Willem, sondern auch an jemanden, den es gar nicht mehr geben dürfte. Da das Trio von diesen geheimnisvollen Protagonisten keine Hilfe erwarten, ebenso wenig von Willem, schleichen sie sich heimlich in ein Treffen der Ewigen ein, um das Meteorpulver an den angestammten Platz in der Duftapotheke zurück zubringen.

„Das Rätsel der schwarzen Blume“ ist ein toller zweiter Teil der Duftapothekenreihe und kann meines Erachtens gut an den ersten Teil anknüpfen. Der Leser lernt mehr über die Geschichte der Duftapotheke, besonders um das Talent der Sentifleur. Diese kann neue Düfte erfinden. Dazu benötigt es besondere Pflanzen, deren Eigenschaften sich in den Düften wieder spiegeln. Bestimmte Pflanzen sind sehr selten, bzw. entfalten ihre Wirkung erst, wenn die Pflanzen eine gesonderte Behandlung bekommen.

In diesem Buch liegt ein Teil des Duftplans bereit, der zweite Teil des Duftplans ist im dritten Teil erhältlich.

Mir hat das Buch recht gut gefallen. Es ist altersgerecht geschrieben, hält ein gewisses Maß an Spannung bereit. Die Charaktere aus dem ersten Teil bleiben uns erhalten. Und: das Buch ist ebenso wie das erste Buch wirklich schön gestaltet. Klare Leseempfehlung.

[Rezension] Christoph Grimm (Hrsg.) – Bibbernacht

Mit „Bibbernacht – 23 Gänsehaut-Geschichten“ hat Christoph Grimm eine tolle Geschichtensammlung herausgebracht. 23 Geschichten laden ein zum Gruseln.

Es sind Geschichten, die über Smartphones erzählen, die sich selbständig gemacht haben, in dem sie sich hartnäckige Dämonen eingefangen haben, oder über Masken, die sich nicht mehr lösen lassen. Hier findet ihr Abenteuer über Computerspiele, die so real sind, dass man das Abenteuer wirklich fühlen kann, oder Puzzle, die einen wirklich vereinnahmen.

Dadurch, dass jede Geschichte einem eigenständigen Kapitel zugeordnet ist, kann man hier in diesem Buch querlesen, die Geschichten nach und nach genießen, oder ganz verschlingen (so wie ich das gemacht habe 😉 ).

Bibbernacht hat mir wirklich gut gefallen. Die Geschichten sind gruselig genug, ohne einen nachts den Schlaf zu rauben. Sie sind kurzweilig, unterhaltsam, ohne langweilig zu wirken. Eine tolle Geschichtensammlung für alle, gerne Kurzgeschichten lesen. Und das Cover stimmt schonmal schön auf die Kurzgeschichten ein!

Vielen Dank an Christoph Grimm, der mir dieses Buch zur Verfügung gestellt hat.

[Rezension] Ule Hansen – Blutbuche

Die polnische Polizei erhält einige Briefe, in denen Frauen um Hilfe rufen. Sie werden gefangen gehalten, misshandelt, und hoffen, dass sie mit den Briefen Hilfe von öffentlicher Stelle erhalten. Die polnische Polizei bittet die berühmte Berliner Fallanalystin Emma Carow um Hilfe. Zwar liegt der Verdacht nahe, dass die Verbrechen in Polen begangen werden, aber die Briefe sind auf deutsch verfasst.

Emma Carow ist für ihr analytisches Denken bekannt. In einem Team, das überwiegend aus Männern besteht, musste sie erst ihre Position stärken. Durch eine Vergewaltigung ist Emma zu einem sehr verschrobenen Menschen geworden. Geplagt von Albträumen und den immer noch andauernden Kontakt zu ihrem Vergewaltiger ist sie eigenbrötlerisch und launisch, nicht immer zum Gefallen ihrer Kollegen. Als die polnische Polizei sie um Hilfe bittet, versucht sie so viele Informationen wie möglich aus den Briefen in ein Täterprofil zu verarbeiten. Das erste Täterprofil lässt Emma jedoch wachsam bleiben. Ihr Bauchgefühl sagt ihr, dass etwas nicht stimmt, und so fängt sie an, auf eigene Faust zu ermitteln. Und begibt sich in große Gefahr. Erst ihr Vergewaltiger kann ihr einen entscheidenen Tipp geben.

Blutbuche ist ein sehr spannender Krimi, auch wenn ich schnell für mich einen Verdächtigen gefunden habe. Aber mir gefiel die Herangehensweise der Täterermittlung. Auch wenn ich mich erst sehr sicher fühlte, was den Täter anbelangte, bekam ich meine Zweifel, da das Autorenduo um Ule Hansen immer wieder neue Fährten legte, und man sich erst zum Schluss sicher war, dass der Täter gefunden war.

Die Protagonisten waren glaubwürdig, und auch sympathisch. Carows stotternder Kollege war für mich Sympathieträger Nummer 1. Aber auch Carow selber konnte mich als eigenwillige Ermittlerin überzeugen. Geplagt von ihren Dämonen, ihrem Vergewaltiger zu verzeihen, hat für mich eine wichtige Rolle gespielt. So ist die Hauptprotagonistin mit ihren eigenwilligen Marotten und Verhaltensausbrüchen viel besser zu verstehen. Ihr Drang, das letzte Opfer zu retten, lässt sie nicht aufgeben.

Dieser Thriller hat mich positiv überrascht. Anfangs war ich aufgrund der Eingangsszene noch skeptisch, später konnte mich das Buch regelrecht fesseln. Das bewusste Legen falscher Fährten, insbesondere die des ältesten Baumes Polens, hat mir sehr gut gefallen. Der Täter war mir zwar recht schnell bewusst, aber ich fand es sehr spannend, wie die Ermittlerin seine Taten beweisen kann. Ebenso das Rangeln der deutschen und polnischen Behörden, wer diesen Fall für sich verbuchen darf, hat bei mir Anklang gefunden. Manch Platz in Berlin kannte ich bereits, und ich frage mich, wie oft diese öffentlichen Plätzen wirklich Schauplatz von Verbrechen geworden sin. Volle Punktzahl!

[Rezension] Dean Koontz – Die Augen der Finsternis

Dean Koontz ist für mich ein Autor, der aus der Horrorliteratur gar nicht mehr wegzudenken ist. Jedes Buch, das ich bisher von ihm gelesen habe, war spannend bis zum Ende. Auch „die Augen der Finsternis“birgt sehr viel Spannung.

Tina Evans hat bei einem tragischen Unfall ihren Sohn Danny verloren. Langsam wagt sie es, den Tod ihres Sohnes zu akzeptieren, als in Dannys Zimmer an einer Tafel steht: „Nicht tot!“. Tina hält dies für einen sehr üblen Scherz, und die Wunden reißen wieder auf. Zuerst verdächtigt sie ihren Ex-Mann, dieser kann aber glaubhaft nachweisen, dass er diese Tag nicht begangen hat. So erzählt Tina ihrem neuen Lebensgefährten Elliot von ihren Albträumen, in der Danny sie nachts ruft. Elliot zweifelt stark an Tinas Version, will ihr aber helfen, einen Schlussstrich zu ziehen.

Bei ihren Ermittlungen wird das Duo verfolgt von einer Gruppe, die viel zu vertuschen hat. In den Bergen der Sierra Nevada gibt es ein geheimes Forschungslabor, in dem ein Virus namens Wuhan-300 erforscht wird. Die Auswirkungen des Virus und die Entwicklung eines Gegenmittels stecken noch in den Kinderschuhen. Danny und viele weitere Kinder wurden als lebende Forschungsobjekte entführt. Ob Tina mit Elliot Danny aus diesem Forschungslabor befreien kann, ist Gegenstand dieser Geschichte.

Zugegeben, nachdem die Geschichte im Zuge der aktuellen Coronapandemie gehyped wurde, war ich neugierig. Und doch: die Geschichte hat mit dem aktuellen Virus nicht allzuviel zu tun. Sicherlich spielt ein Virus und dessen Auswirkungen eine bedeutsame Rolle, jedoch finde ich den Aspekt, dass hier nicht nur ein Kind zu Forschungszwecken entführt wurde, viel bedeutsamer. Auch der psychologische Aspekt, dass eine Mutter nicht an den Tod ihres Kindes glauben kann, Bedenken hat, und den Tod nicht akzeptieren will, ist ein wesentlicher Gegenstand des Buches. So gleicht die Suche nach ihrem Sohn, die Tina mit Elliot beginnt, einer rasanten Flucht. Wo sind die ethischen Grenzen zu setzen, mit denen sich Ärzte und Forscher tagtäglich auseinander setzen müssen?

Zugegebenerweise hat Dean Koontz dieses Buch überarbeitet, und an die aktuellen Geschehnisse (nicht nur hinsichtlich der Corona-Krise) angepasst. Da ich die alte Fassung seines Buches „Die Augen der Finsternis“ nicht kenne, kann ich nur über diese aktuelle Fassung sprechen. Und die hat mir recht gut gefallen. Die Brisanz erscheint aktuell: ein Virus gerät ausser Kontrolle, ein Forschungslabor nimmt ethische Testregeln nicht allzu Ernst. Das Thema war, ist und wird sicherlich uns noch sehr lange verfolgen.

Wer bei diesem Buch jetzt vermutet hat, dass es nur um ein Virus geht, wird sicherlich enttäuscht sein. Dieses Buch erzählt viel mehr die Geschichte einer Frau, die nicht glauben will, dass ihr Sohn tot ist. Es ist eine Geschichte, bei der ein Virus eine wichtige Rolle spielt, um die Grundsituation herzustellen, und den Handlungsstrang zu vervollständigen.

Der Schreibstil Dean Koontz‘ hat mir sehr gefallen: flüssig, ohne ausschweifende Schnörkel, und konzentriert auf den Punkt gebracht. Das Cover selber ist passend gestaltet. Mir hat das Buch recht gut gefallen.