[Rezension] Harlan Coben – Von meinem Blut (Myron Bolitar 9)

Harlan Coben gehört seit einiger Zeit zu meinen Lieblingsautoren. Auf seinen spannenden Schreibstil ist Verlass.

In der Myron Bolitar Reihe lässt Harlan Coben seinen Hauptprotagonisten Fälle lösen, die in hochoffiziellen Kreisen, aber auch im privaten Umfeld weite Kreise ziehen. Nicht nur einmal musste Bolitar dem Tod von der Schippe springen. Doch sein Netzwerk hilft ihm, seine Fälle zu lösen.

In diesem Teil trifft Myron Teresa wieder. Beide verband ein Liebeswochenende, doch dann verschwand Teresa spurlos. Fast 10 Jahre später meldet sie sich bei Myron, weil Teresas Mann Rick sie zwar nach Paris beordert hat, dort aber ermordet wurde. Nun soll Bolitar ermitteln, warum dieser getötet wurde, und welchem Geheimnis er auf der Spur war. Myron stößt auf ein Terrornetzwerk, das illegale Spielchen mit Embryonen treibt, und muss um sein Leben fürchten. Zudem beschäftigt ihn die Blutspur am Tatort, die von Teresas toter Tochter zu stammen scheint, was unmöglich sein kann, denn diese ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen.

Nun, Harlan Coben hält seine Bücher immer wieder spannend, es gibt selten Verschnaufsmomente. Dies hat in diesem Buch jedoch dazu geführt, dass ich mir manchmal dachte, okay, das war zuviel des Guten. Bolitar ist ein ehemaliger Profisportler, dessen Karriere durch ein Foul in einem Basketballspiel zerstört wurde. Dennoch mutiert er in diesem Buch zum Superhelden, der in manch auswegslosen Situation von seinem Kumpel Win gerettet wird. Leider lässt dies Bolitar in dieser Geschichte etwas unglaubwürdig wirken.

Auch wenn viele Terrorzellen junge Menschen für ihren sinnlosen Kampf anwerben, fand ich es übertrieben, die Embryonalforschung hier in die Geschichte einzuweben. Es passte meines Erachtens nicht ganz.

Somit gibt es – trotz der guten Spannung – etwas Abzug.

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[FM2019] Nachlese des Festival Mediavals 2019

Wow, das Festival Mediaval ist nun eine Woche her, und ich stöbere nachwievor auf den sozialen Medien die ganzen tollen Bilder durch, die vom Mediaval gemacht wurden.

Diesmal lag der Fokus ja auf den Auftritten meiner besseren Hälfte „Chris Hyde“, der die Gelegenheit hatte, seine Salonmagie in drei Shows zu präsentieren. Wir sind mit der Einstellung hin, dass wenn schon eine Show im Nachtzelt voll ist, wir durchaus sehr zufrieden sein können. Aber dass gleich alle drei Shows so rappel voll sind, dass die Leute ausserhalb des Nachtzelts Schlange standen, und die Hälse streckten, um überhaupt was zu sehen, hat uns regelrecht umgehauen. Einhellige Meinung der Besucher: sowas tolles haben wir nicht erwartet! Viele wollten die Show besuchen, und waren ja fast enttäuscht, dass Chris keine Show mehr am Sonntag gefahren hatte, weil sie am Freitag oder Samstag verhindert waren oder keinen Platz bekamen. So wie es derzeit aussieht, kommt Chris nächstes Jahr wieder, nicht nur mit seiner Zaubershow. So kann der Wunsch nach weiteren Shows erfüllt werden, aber es wird wohl wieder Workshops geben, so dass auch dieser Wunsch wieder in Erfüllung gehen kann.

Was für uns sehr ungewohnt war, war dass wir viel Zeit hatten, uns mit Freunden zusammen zu setzen, am besten Ess-Stand (nämlich der Leckerey) zu schlemmen. und zu trinken, oder sogar neue Kontakte zu knüpfen, z. B. mit den Feuervögeln. Wir haben die Zeit so genießen können.

Auch toll war wieder das Literaturzelt. Amandara hat wirklich ein Händchen, tolle Autoren an Land zu ziehen, die auch super zum Mediaval passen. Saskia hat das Literaturzelt wieder in eine Traumwelt verwandelt, bei der man so schön entspannen konnte, und bei den Lesungen in eine Fantasiewelt abtauchen konnte, ganz besonderen Dank an dich Saskia. Björn Bedey (Bedey Media) und Holger Kliemannel (Edition Roter Drache) haben mich brav mit Lesestoff versorgt (das gibt Sonderschichten :D).

Bläcky (seines Zeichens Veranstalter des Mediavals) und seine Frau haben wieder eine tolle Auswahl bei der Musik und bei den Marktständen getroffen. Sicherlich hat nicht jede Band jeden Geschmack getroffen, aber ich hab mich sehr über die Red Hot Chili Pipers (ja die heißen wirklich so) und Celtica Pipes Rock gefreut. Heilung war für mich aufgrund der Gewandung sehr interessant. Was mir auf dem Mediaval besonders gefällt, sind die Menschen, die diese Stimmung herstellen. Es ist so friedlich, so entspannt, man macht dort weiter, wo man letztes Jahr aufgehört hat. Man arbeitet Hand in Hand zusammen, die Dekorationen sind genau da wo sie hingehören. Bei Speis und Trank findet jeder was, auch die fleischlose Küche kommt nicht zu kurz. Mein persönliches Highlight waren die bunten Gnocchis aus der Leckerey. Neu war übrigens auch die Taverne „zur feuchten Feder“ am Literaturzelt. So hatte man kurze Wege für Getränke und musste dafür keine Lesung verpassen.

Auch der Verkaufsshop von Björn und Holger war wieder liebevoll gestaltet. Es gab Lesezeichen, Leseproben und natürlich ganz ganz viele Bücher der am Mediaval lesenden Autoren. Das ist auch ein Punkt, der mir am Programm des Mediavals gefällt: es gibt jedes Jahr etwas neues zu entdecken. Und mit Bläckys Motto „new Steps“ für das diesjährige Mediaval gab es besonders viel zu entdecken.

Natürlich könnte ich jetzt noch weiterschwärmen vom Mediaval. Aber das würde wohl keiner mehr lesen wollen. Wer mehr erfahren möchte, darf mal auf der Webpräsenz des Mediavals rumstöbern. Dort findet ihr im Blog und im Mediavalboten ganz viele Berichte und vor allem Fotos von Elke und ihren Pressekollegen und -kolleginnen. Und vielleicht sehen wir uns ja nächstes Jahr am Mediaval (wieder).

[FM2019] Und dann kommt alles anders

Tja, manch einer hat es schon bemerkt: das Festival Mediaval (FM) 2019 muss ohne die Workshops auskommen. Der Organisator Christian Müller hat einige Worte zu seiner Entscheidung auf der Workshop Seite vermerkt. Doch wer nun denken mag, dass Chris die Zeit ungenützt verstreichen hat lassen, der mag sich irren. Den Chris hat nicht nur viele Workshops organisiert, nein, er hat auch vor einiger Zeit das Zaubern angefangen. Doch dazu gleich mehr.

Während wir am Anfang noch überlegt hatten, ob wir überhaupt aufs FM 2019 fahren sollten oder nicht, kristallisierte sich dank Bläcky doch schnell heraus: ja, wir fahren aufs Mediaval, aber nicht als Workshop-Crew, sondern als Künstler! So darf ich Chris bei seinen Auftritten als Salonmagier unterstützen. Ich hoffe nur, dass ich nicht irgendwie als verzauberte Kröte ende… also falls es neben euch quakt oder irgendwie komisch fiepst, bin ich das 😀

Spaß beiseite… falls ihr auf dem FM seid, und euch verzaubern lassen wollt, seid ihr an folgenden Terminen im Nachtzelt (am Händlereingang) genau richtig:

Freitag, 06.09.2019, 19Uhr

Samstag, 07.09.2019, 14:30 und 16:30 Uhr.

Die Programme gehen jeweils 30 Minuten, und sind ab 12 Jahren zu empfehlen.

Schaut doch mal auf der Programmseite des FM oder bei Chris Hyde vorbei.

[Rezension] Pierce Brown – Tag der Entscheidung (Red Rising 3) (Hörbuch)

Ok, zugegeben, das wirkliche Red Rising Fieber hat mich erst im dritten Teil so richtig gepackt. Den ersten Teil der Red Rising Reihe fand ich ja schon recht cool, dafür fand ich den zweiten Teil (Im Haus der Feinde) doch vergleichsweise schwach. Der dritte Teil „Tag der Entscheidung“ hat mich endgültig überzeugt, dass diese Reihe sehr cool ist.

Darrow wurde von seinen Feinden gefangen genommen. In der Dunkelheit eingesperrt, verliert er jegliches Zeitgefühl. Seine Umwelt hält ihn für tot. Er selber ist ein Schatten seiner selbst. Doch seine Heuler haben ihn nicht aufgegeben, und so kann Darrow zurückkehren. Immer noch hadert er, wer Feind oder Freund ist. Während er versucht, seine Truppen zu sammeln und zu vergrößern, um die Rebellion weiter voranzutreiben, findet er unerwartete Freunde, muss aber auch erkennen, wer wirklich zu ihm hält.

Doch Darrows Feinde kennen keine Gnade. Als das Geheimnis gelüftet wird, dass Darrow gar kein Goldener ist, sondern ein roter Minenarbeiter und somit auch seine Freunde getäuscht hat, wird er noch strenger und härter gejagt als zuvor. Er muss wieder verhandeln, Verluste einstreichen, seine Taktik verändern, Vertrauen gewinnen und beweisen, dass er wirklich etwas bewegen kann, und die bisherige Herrschaft der Goldenen beenden kann.

Der dritte Teil der Red Rising Reihe hat mir bisher am Besten gefallen, er hat mich gnadenlos umgehauen. Erzählerisch hat Pierce Brown sich ausgetobt, und selbst wenn man denkt, hier kann nichts mehr passieren, kommt der Autor mit einer unerwarteten Wendung um die Ecke. Charaktere, die man als gesetzt erwartet, vollführen eine 180° Wendung. Manch tot geglaubter steht wieder auf, oder lebt in den Entscheidungen Seinesgleichen weiter.

Das Ende war gerechtfertigt, und teils stückweit überraschend. Jedenfalls habe ich es so nicht erwartet. Man hofft auf ein bestimmtes Ende, und bangt um dessen Umsetzung, die meines Erachtens sehr gelungen ist.

Auch der Sprecher hat hier mal wieder seine Hausaufgaben gemacht. Marco Sven Reinbold IST für mich Darrow, oder auch Ragnar. Das Volumen der Sprecherstimme kann sowohl die männlichen Protagonisten abdecken als auch die weiblichen Protagonisten, die allesamt starke Persönlichkeiten sind. Ein Hörbuch mit seinem Spannungsbogen wächst und gedeiht aber auch mit dem Sprecher. Bestnoten für Marco Sven Reinbold!

Insgesamt finde ich diese Trilogie sehr durchdacht. Pierce Brown hat unserer Gesellschaft den Spiegel vorgehalten. Wir haben nachwievor verschiedene Klassen in unserer Gesellschaft, deren Grenzen wahrlich schwer zu durchbrechen sind. Brown hat diese Klassengesellschaft in Farben und Berufsgruppen in einer Pyramide dargestellt, deren Fundament die Roten sind, und die Spitze von den Goldenen regiert wird. Ohne die Hilfe anderer geht es nicht.So konnte Darrow viele Schlachten nur dann für sich entscheiden, wenn seine Heuler hinter ihm standen. Auch gegen die Machtverhältnisse, die oft von den gleichen Gruppen – in Red Rising die führenden Familien – gelenkt werden, ist es schwer anzukommen. Dieses Epos um die Weltengesellschaft so stark aufzubauen, zollt meinen Respekt. Zum einen die Gedanken um unser Sonnensystem, welche Planeten man besiedelt, und hier den Traum der Besiedelung des Mars und des Mondes einzubauen. Andererseits auch den geschichtlichen Hintergrund, das römische Reich und seine Machtstrukturen für die Weltengesellschaft zu verwenden, ist ein sehr genialer Schachzug.

Und doch zeigt es sich immer wieder: wer für etwas einstehen will, etwas verändern will, muss für seine Werte kämpfen, und etwas dafür tun. Als ich heute morgen das Hörbuch beendet habe, fiel mir bei der Schlussszene ein Zitat von Vaclav Havel ein, das mich schon seit einem Weilchen begleitet: „Die Freiheit ist wie das Meer: die einzelnen Wogen vermögen nicht viel, aber die Kraft der Brandung ist unwiderstehlich“.

Gedanken zur Libri-Entscheidung

In meinem Social Media Feed tauchte in den letzten Tagen ein Artikel aus dem Börsenblatt auf, in dem berichtet wurde, dass die Firma Libri nun viele Kleinverlage komplett oder teilweise aus dem Angebot streicht. Das macht mich einerseits wütend und gleichermaßen sehr traurig.

Das Verlagsprogramm, was wir im Buchhandel vor Ort sehen, ist nur ein Bruchteil dessen, was uns Lesern wirklich auf dem Buchmarkt zur Verfügung steht. Wieviele verschiedene Verlage mit den unterschiedlichsten Genres es tatsächlich gibt, vermag ich persönlich gar nicht sagen. Da den Überblick zu behalten, ist gar nicht so leicht. Vielleicht mag nun manch einer sagen: was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß; oder anders gesagt: wer weiß, ob das wirklich so lesenswert ist, was in den Kleinverlagen so angeboten wird? Schließlich kann man ja gar nicht alles in einem Leben lesen.

Ja, ich hatte schon Bücher aus Kleinverlagen, bei denen ich mich ernsthaft gefragt hatte, wieso so etwas veröffentlicht wird. Aber das ist ein seltener Fall. Im Gegenzug hatte ich schon Bücher regelrecht verschlungen, weil sie so wunderbar geschrieben waren. Und da war mir dann verdammt egal, ob da ein Groß- oder Kleinverlag hinter steht, oder sogar ein Selfpublisher.

Ich vermute, dass viele Autoren den Traum haben, dass ihnen ein Verlagsvertrag angeboten wird, von dem sie leben können, so dass sie ihren Brotjob kündigen können. Die meisten Autoren sind jedoch schon zufrieden damit, ihre Geschichte überhaupt veröffentlichen zu können, noch besser, wenn sie in einem Buchhandel bestellt werden können oder sogar ausgelegt werden.

Immer wieder sehe ich Buchhandlungen, sei es Ketten oder unabhänige Verkäufer, die aufgrund Blogger oder einfach durch Selbstrecherche Bücher ins Verkaufsprogramm aufnehmen, die nicht in einem Standardbuchladen zu finden sind. So habe ich mich mal im Thalia Ludwigsburg sehr gefreut, Drachenmondbücher zu finden, oder im Otherland Berlin gab es Bücher aus dem Amrun Verlag. Dank meiner Bloggerarbeit und der Leipziger Buchmesse war ich sehr erstaunt, wie riesig der Buchmarkt fernab der großen Verlage ist. Dieses bunte Verlagsprogramm finde ich sooo toll. Ich hab Bücher gelesen, die hätte ich vermutlich so nie zu lesen bekommen. Es wurden mir durch Mitblogger und Werbung in sozialen Medien Bücher empfohlen, von denen ich nicht mal gewagt habe zu träumen. Dank dem Ronin Hörverlag habe ich Hörbücher für mich wieder entdeckt, die ich bisher nie in freier Wildbahn entdeckt habe. In Berlin habe ich Zettel für einen Buchhändler geschrieben, der total glücklich war über Buchtipps, von denen er noch gar nicht gehört hatte.

Und wenn Libri nun seinen Plan durchzieht, und verschiedene Verlage bzw. Bücher aus seinem Programm schmeißt, haben Leser wie ich, die nun sehr gerne kleinere Verlage unterstützen, weil sie wirklich wundervolle Geschichten veröffentlichen, echt ein Problem: sie werden im regulären Buchhandel nicht mehr bestellbar sein. Mögliche Konsequenzen: Gar nicht mehr bestellen, oder nur online bestellen. Für mich persönlich ist das eine sehr düstere Vorstellung. Mein Buchhändler kann meine Bücher nicht mehr bestellen, hat somit weniger Umsatz, und kann vielleicht nicht mehr überleben. Und ich kann dann bei ihm keine Bücher mehr kaufen. Oder mein Lieblingsautor, der seine Bücher nicht online verhökern will: bleiben seine Ideen nun ungeschrieben, unerzählt? Manch Autor, der sich durchs Schreiben sein Leben mitfinanziert hat, muss aufgeben?

Für mich ist diese Vorstellung sehr traurig. Denn da draussen warten sooo viele Geschichten, die gehört werden wollen. Abenteuer wollen bestritten werden, Liebe will gefunden werden, manch grausamer Kriminalfall will gelöst werden. Dafür brauchen wir mutige Autoren, die schreiben. Ebenso mutige Verlage, die den Autoren eine faire Platform bieten. Faire Zwischenhändler & offene Buchhandlungen, die ein buntes und großes Programm anbieten. Blogger und Leser, die von tollen und nicht so tollen Büchern erzählen, warum sie ihnen gefallen bzw. nicht gefallen haben.

Und nicht einen Zwischenhändler, der sich – für mich gefühlt – die Rosinen rauspickt, und die Konsequenzen ignoriert.

Dies sind meine persönlichen Gedanken, die mir übers Wochenende zu dieser Entscheidung eingefallen sind. Ob ich an alle Konsequenzen gedacht und das Problem vollständig verstanden habe, sei dahin gestellt.

Vielleicht erzählt ihr mir mal von euren Gedanken dazu… ich würde mich freuen, von euch zu hören!

[Rezension] Pierce Brown – Im Haus der Feinde (Red Rising 2) (Hörbuch)

Mit Red Rising hat Pierce Brown ein Universum geschaffen, das unvergleichlich ist. Eine Welt, in der verschiedene Häuser um die Herrschaft kämpfen, in der die unterschiedlichsten Kasten ihre Aufgaben erfüllen. Die einzelnen Kasten sind nach Farben unterteilt, so sind die Pinken für die körperlichen Freuden verantwortlich, die Blauen sind Piloten und Astronavigatoren. Die Goldenen stehen an der Spitze und Macht. Ein Wechsel zwischen diesen Farben ist schier unmöglich. Doch Darrow, ein roter Höllentaucher, wird im ersten Teil von Red Rising zu einem Goldenen transformiert, um die Rebellion seiner Frau Eo weiter zu führen. So lebt Darrow im zweiten Teil unter seinen Feinden, und versucht diese zu infiltrieren. Doch dies gelingt ihm nicht immer erfolgreich. Während ein kriegerischer Angriff, der vermeintlich einfach zu gewinnen schien, sich als Falle entpuppt, und Darrow den Kampf verliert, fällt er bei seinem Herrn Augustus in Ungnade. Nun muss er neue Pakte eingehen mit Menschen, denen er nicht recht vertraut. Und sein Bauchgefühl soll ihn nicht täuschen.

Ich muss zugeben, ich bin ein großer Fan von Marco Sven Reinbold. Seine Art und Weise, den Protagonisten im RedRising Universum Leben einzuhauchen, sucht seinesgleichen. Die Welt in Red Rising ist düster, die Hierarchien sollen durchbrochen werden. Überall tobt der Aufstand. Diese Stimmung kann Marco Sven Reinbold mit seiner tiefen und rauen Stimme hervorragend umsetzen.

Leider habe ich mir zwischen Teil 1 und 2 zuviel Zeit gelassen, so dass ich mich erst einmal wieder in die Welt von Red Rising einfuchsen musste. Die Anzahl der Protagonisten, die Häuser und die Farben haben mich zwischendurch verwirrt, so dass ich mir auch die Bücher geholt habe, in denen alles Wichtige erklärt wird, ebenso im FanWiki. Stellenweise konnte mich der Erzählstrang von Pierce Brown hier im zweiten Teil nicht so fesseln. Es wirkte stellenweise etwas langatmig. Durchhalten lohnt sich jedenfalls, da die Wendung am Ende des zweiten Teils die Spannung auf den dritten Teil unglaublich erhöht. Und da ich bereits Teil 3 höre, kann ich bereits verraten, dass Teil 3 mega spannend weiter geht!

[Rezension] John Lanchester – Die Mauer

Die Mauer von John Lanchester ist mir hauptsächlich aufgrund des Covers aufgefallen. Das düstere obere Drittel gepaart mit dem unteren blauen Meer (fast mein Lieblingsblau) hat mich angesprochen. Doch auch die Geschichte selber sollte seinen Reiz bestätigen.

In dieser Geschichte ist Großbritannien nicht nur vom Wasser umgeben. Die Insel ist auf Nummer sicher gegangen und hat ebenso eine Mauer errichtet, so dass weder wer auf die Insel kann, noch runter. Doch immer wieder versuchen es die „Anderen“, die Insel zu betreten. Das soll durch die Wachen auf der Mauer verhindert werden. Der Dienst geht in der Regel zwei Jahre. Verkürzung ausgeschlossen, Verlängerung aufgrund von Fehlverhalten möglich. Und so muss auch Joseph Kavanagh, auch genannt Yeti, seinen Dienst auf der Mauer tun. Mehr oder weniger ins kalte Wasser geschmissen, lernt er von seinen Vorgesetzten, aber hauptsächlich von seinen Mitstreitern die Regeln der Mauer. Trostlose Tage folgen auf noch trostlosere Tage auf der Mauer, nur abgewechselt von Trainingswochen oder Urlaub. Letzteren verbringt Joseph lieber mit seinen Mitstreitern als zuhause bei seinen Eltern, denen er kaum etwas zu sagen hat.

Als die Anderen nun durch einen Angriff hinter die Mauer aufs Festland können, werden die Mauerwachen bestraft, auch Joseph. Bei solchen Vergehen gibt es nur eine Strafe: mit einem Schiff aufs Meer. Und so findet sich Joseph mit einigen Mitstreitern, auch unerwarteten Mitstreitern, auf offener See wieder. Gerücheweise soll es in der Nähe einen Küstenstreifen ohne Mauer geben, das nun das nächste Ziel ist. Doch dort wird Joseph nie ankommen.

Das Buch birgt eine gewisse Düsterheit mit sich. Am Anfang erinnert mich das Buch etwas an die Mauerwelt von Game of Thrones, was jedoch sich schnell verläuft. Das letzte Drittel finde ich nicht ganz so passend, und hat bei mir etwas die Idee des Buches genommen. Auch wenn bereits moderne Mittel wie Kommunikatoren oder Autos und Züge in der Geschichte ihren Platz haben, war diese Idee des Buches für mich etwas zeitloser, und hätte in der moderne, aber auch in einem vorherigen Jahrhundert spielen können. Es wirkte etwas zeitloser. Die Idee, die Protagonisten auf einer Bohrinsel landen zu lassen, auf der ein Stummer sein Dasein fristet, lässt das Ende offen. Es mag im Auge des Betrachters liegen, ob er für sich die Geschichte weiterspinnt.

Eine Geschichte, die sich allein aufgrund der Qualität der Erzählung lohnt zu lesen. Eine Geschichte, die sicherlich politische und gesellschaftliche Fragen zulässt. Jedoch ist der Vergleich zum derzeit hochaktuellen Brexit doch etwas an den Haaren herbeigezogen.

[Rezension] Dietmar Schmidt – Gefährlicher Pakt (Mission SOL3)

Achtung, Spoilergefahr! Gefährlicher Pakt ist Teil 3 der Mission SOL Reihe aus dem Perryversum. Wer sich nicht den Spaß verderben mag, möge zuerst bei Teil 1 und Teil 2 vorbeischauen.

Perry Rhodan ist mit seiner Crew die Flucht gelungen. Durch die Hilfe eines hohen Funktionärs konnte die SZ-2 entkommen. Nun gilt es, die alten Aufzeichnungen von Fee Kellind zu sichten, die Perry und seiner Crew zugespielt wurden. Denn Perry Rhodan will wissen, wie es um das Mittelteil der SOL steht, das das „Gehirn“ SENECA birgt. Kann Rhodan seinen Sohn durch diesen Fund wieder finden?

Der dritte Band erzählt aus der Sicht von Fee Kellind, der Kommandantin der SOL, wie der gefährliche Pakt mit dem Planeten Evolux geschlossen wurde. Gebannt verfolgen Rhodan und seine Crew, was damals auf der SOL geschehen ist, welche internen Spannungen und Personalumsetzungen bewältigt werden mussten, bis es zum grausamen Pakt kan.

Wunderbare Abwechslung zu Teil 1 und 2!

Am 26.07. geht es weiter mit Teil 4 „Welt des ewigen Todes“.

[Rezension] Bernd Perplies – Die Althanos Verschwörung (Mission Sol 2)

Willkommen zurück bei der Perry Rhodan Reihe „Mission Sol“.

Zur Info vorweg: Diese Reihe umfasst insgesamt 12 Teile, von denen zum Stand 22.07. bereits drei Teile veröffentlicht wurden, Teil 4 (Welt des ewigen Todes) erscheint am 26.07.2019. Zum ersten Teil geht es hier entlang. Bitte beachten: wer sich nicht spoilern lassen mag, sollte nun nicht weiterlesen, sondern erst den ersten Teil lesen.

Nachdem Perry Rhodan die zwei SOL-Zellen gefunden hat, versucht er aus dem Tal zu entfliehen. Doch das gestaltet sich schwieriger als gedacht: seine Besatzung hat das Tal noch nie verlassen, geschweige denn, dass sie sich mit der Technik auskennen. So versucht Perry, seine Crew zeitnah auszubilden. Während Rhodan den Hypnoschuler an der geretteten Mahlia Mehlun erfolgreich testen kann, gibt es bei Parvo Ylapp Probleme, die sich auch in Band 3 hineinziehen.

Beim ersten Fluchtversuch werden die Bewacher des Tals auf die SZ-2 aufmerksam, und Perry wird von Hemlir mu-Varall eingeladen. Was als freundliches Treffen beginnt, endet nicht so, wie es unser Held gerne gehabt hätte. Wem kann Perry noch trauen?

Und kann Mahlia Mehrun ihre Mission, ihren Sohn zu treffen, erfolgreich umsetzen?

Was ich an der SOL-Reihe schätze, ist, dass ich sie als Neuling im Perryversum recht gut lesen kann, als dass ich die komplexen Einzelheiten des Perryversums kennen müsste. Schreibstil, Cover und Weiterentwicklung der Geschichte haben mich überzeugt, ebenso die zwei Erzählungsstränge von Rhodan und Mahlia Mehlun.

Ich freue mich auf Teil 3!

[Rezension] Andreas Eschbach – Perry Rhodan (Das größte Abenteuer)

In den letzten Jahren habe ich die Bücher von Andreas Eschbach sehr zu schätzen gelernt. Seine Art, spezielle Themen so zu verarbeiten, dass sie einen bleibenden Eindruck hinterlassen, fasziniert mich. So gehört Andreas Eschbach zu einem meiner Lieblingsautoren, dessen Bücher ich eigentlich schon blind kaufe, weil sie eigentlich zu 100% meinen Geschmack treffen.

Auf der Leipziger Buchmesse kam ich zufällig mit Herrn Eschbach ins Gespräch, als er am Perry Rhodan-Stand (viele Grüße an die Perry Rhodan Redaktion!) sein neuestes Werk „Perry Rhodan – Das größte Abenteuer“ vorstellte. Wow, ein sehr sehr sympathischer Autor, vielen Dank für das sehr nette Gespräch!

Perry Rhodan, wer ist das eigentlich? Seit Jahrzehnten gibt es in verschiedenen Zeitzyklen veröffentlichte neue Abenteuer von diesem Kosmonauten, der die – wenn auch fiktive – Geschichte der weltlichen Raumfahrtgeschichte verändern sollte, und nun mit seinen Freunden Gucky und Bully durch das Universum reist. Doch wie wurde Perry Rhodan zu dem, was er heute ist? Wo wurde er geboren, und wie wuchs Perry auf?

Andreas Eschbach erzählt eindringlich die Geschichte Perry Rhodans, und webt nicht nur sehr lebendig die Raumfahrtgeschichte ein, sondern auch politische Gegebenheiten. So findet man die Entwicklung der Raketentechnik bis hin zum Wettlauf ins All, gleichzeitig aber auch den zeitlichen Verlauf der Politik. Während der zweite Weltkrieg tobt, anschließend der kalte Krieg, verwebt Eschbach echte Zeitzeugen mit echten geschichtlichen Ereignissen wunderbar mit dem Lebenslauf Perry Rhodans.

Meine Wenigkeit hat einige Zeit für dieses Buch benötigt, was der Qualität des Buches keinen Abbruch tut, im Gegenteil: oft genug habe ich die Geschichtsbücher befragt, weil ich gewisse Lücken im Allgemeinwissen hatte, und dies erstmal nachgelesen habe. Eschbachs Schreibstil gepaart mit dem fundierten geschichtlichen Hintergrund macht dieses Werk zu einem Standardwerk nicht nur im Perryversum!

Spannend bis zur letzten Seite, und faszinierend zugleich kann ich jedem dieses Werk ans Herz lesen, nicht nur den Perry Rhodan Fans. (Und vielleicht seid ihr danach auch ein Fan 😉 )

Übrigens: vor kurzem war ich bei einer Lesung im Buchhaus Wittwer-Thalia, seines Zeichens in der Königsstraße in Stuttgart. Ich muss zugeben, viele Fotos habe ich nicht gemacht, weil ich so gebannt Andreas Eschbach zugehört habe, wie er sein Buch vorgestellt hat. Seine Art und Weise, wie er sein Buch vorgestellt hat, zudem die witzigen Anekdoten, die nicht nur dieses Buch begleitet haben, haben mich gebannt zuhören lassen, und tatsächlich mein Handy vergessen lassen.