[Rezension] John Grisham – Das Original

Seit vielen vielen Jahren bin ich ein John Grisham Fan. Umso mehr freu ich mich, dass ich vom Heyne Verlag das Buch „Das Original“ von Grisham bekommen habe. Vielen Dank dafür!

Die Universität Princeton besitzt eine wahre Rarität: fünf handgeschriebene Manuskripte, u. a. das des Buches „Der große Gatsby“. Während eines Ablenkungsmänövers werden diese fünf Manuskripte aus der Universität gestohlen, und die Täter können flüchten. Innerhalb kurzer Zeit werden aber zwei Täter verhaftet, einer ermordet, und ein Täter kann sich in Europa absetzen. Nach dem fünften Täter wird gefahndet. Eine Spur führt tatsächlich in das wunderschöne Florida. Dort gibt es eine Buchhandlung, deren Inhaber teure Manuskripte sammelt, und mit ihnen handelt.Kann hier der fünfte Täter ausfindig gemacht werden?

Auf diese unscheinbare Buchhandlung wird eine Autorin mit einer Schreibblockade angesetzt. Sie soll für das FBI und deren Schergen ermitteln und den Antiquariatshandel aufdecken. Nachdem ihr erster Roman ein voller Erfolg war, sie aber bisher noch keinen weiteren Roman nachgeliefert hat, nimmt sie diesen Auftrag an, um ihre finanzielle Löcher zu stopfen. Nichts ahnend, wie diese Geschichte endet.

John Grisham hat sich in den letzten Jahren vom reinen Justizthrillerautoren zu einem tollen Geschichtenerzähler gemausert. Auch wenn seine ersten Romane eine andere Art von Spannung hatten, und eventuell auch spannender waren, haben seine aktuellen Geschichten nicht an Faszination verloren. Seine Geschichten haben nun eine andere Präsenz, und ich finde diese nachwievor sehr gelungen. Das Buch hat leider nur für zwei Tage gereicht. Es lies sich flüssig lesen, und öffnete eine Tür in eine Welt des Buches, die ich so noch nicht kannte. Der Handel mit besonderen Ausgaben von Büchern (sei es Manuskripte oder Erstausgaben) ist sehr beeindruckend dargestellt worden. Ein Thema, das ich in dieser Form noch nicht gelesen habe. Ich möchte nicht wissen, wieviele Kunstraube heutzutage noch nicht gelöst wurden.

Florida war für mich ein schön gewählter Schauplatz. Gewissermaßen hat man hier das Bild vor Augen, dass ältere Menschen ihren Lebensabend aufgrund des Klimas wählen. Aber auch betuchtere Menschen scheinen hier ihren Platz zu finden, und man kann sich wie der Buchhändler mit seinen zwielichtigen Geschäften verstecken. Die Protagonisten ließen mich doch etwas schmunzeln, und bei den Autorenstammtischen wäre ich doch zu gern dabei gewesen.

Als sich das Ende zugespitzt hat, und sich der Kunstraub aufgelöst hatte, fand ich die Zusammenfassung ebenso gelungen, die Erzählstränge wurden fertig erzählt, und es blieben keine Fragen offen.

Ein schöner Grisham, der mir aufgrund der landschaftlichen Beschreibungen und Thematik ganz gut gefallen haben.

[Rezension] Walter Hansen – Der Detektiv von Paris (Das abenteuerliche Leben des Francois Vidocq)

Zugegebenermaßen, ich bin öfters mal ein Coveropfer. Und so kam es auch, dass ich das Buch „Der Detektiv von Paris: Das abenteuerliche Leben des Francois Vidocq“ von Walter Hansen mitnehmen musste. Das Cover ist in wunderbaren rötlichen, bläulichen, beige und lila Tönen gehalten, was sehr stimmig wirkt. Bei Vidocq habe ich zwar einen Mann vor Augen, der etwas verruchter und verlebter aufgrund seiner Erfahrungen aussieht, statt diesem jüngeren Menschlein, aber es ist doch irgendwie passend. Denn wir erfahren viel über Vidocq, wie er zu dem wurde, was er schlussendlich war: Ein gerissener Ermittler, der die Polizeiarbeit revolutioniert hat.

Vidocq wird als drittes Kind eines Bäckers geboren. Als er bei seinem Vater eine Kiste mit vielen Münzen entdeckt, ist er frustriert. Schließlich ist die Familie am Hungern, die Mutter ständig krank. In seinem Frust über diese Ungerechtigkeit erzählt er einem Verbrecher über diese Kiste. Der Verbrecher wittert seine Chance, setzt Vidocq unter Druck und plant mit ihm einen Überfall auf die Bäckerei. Vidocq flüchtet, sein schlechtes Gewissen über den geglückten Coup plagt ihn zu sehr gegenüber seiner Familie. Es kommt, wie es kommen muss: Vidocq kommt vom Regen in die Traufe. Ein Verbrechen folgt dem nächsten, und unser Hauptakteur wandert ins Gefängnis, um dann spektakulär zu flüchten. Schlussendlich kann er von 25 erfolgreichen Ausbrüchen berichten. Beim letzten Versuch hat er die Schnauze gestrichen voll, er will dem Verbrecherdasein abdanken.

So bittet er den Polizeidirektor, für ihn ein gutes Wort beim Ministerium für ihn einzulegen, und ihn als Polizisten einzustellen. Vidocq legt seinen Plan vor, der die Polizeiarbeit revolutionieren könnte – wenn, ja wenn das Ministerium und der Polizeidirektor mitmachen. Gesagt, getan, alle Partein sind dabei. Denn Paris ist die Hauptstadt der Verbrechen. Und so räumt Vidocq erst undercover, anschließend öffentlich die Verbrecherunterwelt auf. Und erwischt so vieler seiner ehemaligen verruchten Kollegen. Die Unterwelt hat Angst vor seinen Methoden, geheime Razzien haben schon so manchen Verbrecher ausgehoben, der sich so sicher wähnte. Der Status der Sicherheit hat sich geändert. Die einst ängstliche Bevölkerung fühlt sich wieder sicherer, während die Verbrecher ihre einstige Sicherheit verloren haben.

Walter Hansen hat meines Erachtens ganz gut recherchiert. Besonders gefallen hat mir die Einbindung französischer Geschichte gefallen. So finden französische Könige ihren Platz eben so wie die Bauernkriege. Zwischendrin unser Vidocq, der ebenso Geschichte geschrieben hat. Er war der Gründer der Sûreté national in Frankreich, die die Verbrecherjagd kriminalpolizeilich verfogt hat. Mit neuen Prozessen, Ideen und Strukturierung hat Vidocq die damalige Polizeiarbeit revolutioniert.

Zugegebenerweise kenne ich Vidocq bisher nur aus dem Film „Vidocq“ mit Gerard Depardieu. An diesen Film habe ich doch immer mal wieder denken müssen, als ich das Buch gelesen habe. Damals hat mich diese Filmproduktion allein wegen der Tricktechnik sehr fasziniert. Jedoch war für mich Vidocq schlicht und ergreifend eine Fantasiefigur, vielleicht basierend auf ein paar Fakten. Aber das Vidocq Universum ist größer als gedacht, und sein Einfluss auf die Geschichte weit aus stärker als gedacht. Das hat mir gut gefallen.

Insgesamt ein gelungenes Buch! jedoch habe ich eine Bitte an die Leser, die nichts mit blutigen Szenen anfangen können. Manch Urteil wird durch die Guillotine vollstreckt, und die Gefängnisse sind Anfang des 19. Jahrhunderts auch nicht mit Reinlichkeit gespickt. Es kann etwas unappetitlich werden 😉

[Rezension] Ulf Schiewe – Der Attentäter

Heute möchte ich ein Buch rezensieren, das mich über den Jahreswechsel begleitet hat. „Der Attentäter“ von Ulf Schiewe habe ich dank einer Leserunde bei der Lesejury zur Verfügung gestellt bekommen, was mich sehr gefreut hat. Vielen Dank dafür!

Franz Ferdinand, seines Zeichens Thronfolger Österreich-Ungarns, reist mit seiner Frau Sophie nach Sarajevo, um unter anderem einem Militärmanöver beizuwohnen. Zudem ist eine Rundfahrt durch Sarajevo geplant, bei der Franz Ferdinand mit seiner Frau die Nähe zur Bevölkerung suchen soll. Dem Geheimdienst sind jedoch Gerüchte über einen Anschlag zu Ohren gekommen, bei dem der Thronfolger bei einer Stadtrundfahr aus dem Weg geräumt werden soll. Die Gerüchte verdichten sich immer mehr, doch weder der Thronfolger selber noch die öffentlichen Stellen wollen aufgrund fehlender stichhaltiger Beweise was davon hören. Leider beweisen die Geschichtsbücher, dass dieses Attentat die Geschiche maßgeblich beeinflusst hat, und zwar auf unschöne Weise.

Ulf Schiewe hat in seinem historischen Thriller „Der Attentäter“ seine Idee der damaligen Ereignisse geschildert, wie es möglicherweise abgelaufen sein könnte. Nachweisliche Fakten gepaart mit künstlerischer Freiheit ergeben ein sehr erschütterndes Bild. Der ausgeführte Anschlag auf das wirklich sympathische Paar erscheint absurd. Trotz ihrer Weltanschauung, sich von Österreich zu lösen, und Widerstand zu trotzen, werden die Attentäter von Zweifeln geplagt, auch beeinflusst von ihrer schwerwiegenden Krankheit. Doch die Hintermänner der Schwarzen Hand machen Druck: Wer den Anschlag nich ausführen will, fliegt aus der Truppe.

Auch wenn der Ausgang des Attentats bereits bekannt ist, und man viel bereits vorab im Internet recherschieren kann, behält dieses Buch an Spannung. Schiewe versteht es, eine sehr starke Bindung zu seinen Charakteren aufzubauen. Man fiebert mit Schrecken dem Ende entgegen, leidet gleichermaßen mit den Attentätern und Opfern bzw. Deren Familien mit. Die politischen Spannungen, die damals geherrscht haben, sind deutlich zu spüren. Dem gegenüber steht der österreichische Lebensflair (Kaffeehäuser und Sprache). Besonders das Sprachliche hat mich zum Schmunzeln gebracht (ich sag nur Franzl).

Trotz des bekannten Endes hat Schiewe ein Bild des Ereignisses geschaffen, das die Fakten ergänzt. Die Dinge, die Schiewe aufgrund des Leseflusses und mangels Fakten hinzugefügt hat, haben ein hervorragendes Gesamtbild ergeben. Sicherlich sind manche Dinge nicht so abgelaufen, aber wer das nicht möchte, mag sich bitte vertrauensvoll an ein reines Geschichtsbuch wenden. Im Geschichtsunterricht wurde dieses Thema garantiert behandelt, doch geblieben ist ein weißer Fleck. Vielen Dank an Ulf Schiewe, der diesen weißen Fleck gelöscht hat, und meine Neugier für dieses weittragende Ereignis geweckt hat.

[Rezension] Martin Krist – Märchenwald

Erstmal möchte ich mich bei meinen Bloggerkolleginnen Sarah und Viki von Vis-à-Vis mit Autoren bedanken für die tolle Umsetzung und Idee der Leserunde von Martin Krist. Martin habe ich bereits auf der Frankfurter Buchmesse kennen lernen dürfen, zu meiner absoluten Schande muss ich aber gestehen, dass ich von Martin trotz vorhandener Bücher noch nichts gelesen habe. Vorneweg kann ich schon sagen: das wird sich ab sofort ändern, da muss noch mehr Lesestoff her!

Im Märchenwald wird alles gut. Das ist jedenfalls das, was eine Mutter ihren zwei Kindern Max und Ellie mitgibt, als sie die beiden in einer kleinen Kammer versteckt und flieht. Als die Ruhe in der Wohnung zu erdrückend ist, fliehen die beiden allein zu ihrem Großvater, um Schutz zu suchen.

Gleichzeitig erwacht mitten in Berlin eine junge Frau ohne Gedächtnis. Wie bei Hänsel und Gretel folgt sie Schritt für Schritt den Brotkrumen, um herauszufinden, wer sie wirklich ist. Die Erinnerungen, die sie einholen, sind schockierend und grausam gleichermaßen, sie öffnen ein Tor in die elende Hölle.

Und dann ist da noch Paul Kalkbrenner, der einen Überfall auf einen Friseursalon aufklären soll. Bei diesem Überfall wurde einer der Täter auf frischer Tat ertappt und durch eine zerstörte Glasfront getötet. Nun muss Kalkbrenner herausfinden, warum der Friseursalon Ziel eines Überfalls wurde.

Skurillerweise finden sich diese drei Erzählstränge, um eine entsetzliche Lösung bereit zu halten.

Eigentlich sollte dieses Buch in sechs Abschnitten gelesen werden. Jedoch hatte ich das Buch innerhalb weniger Stunden gelesen. Lange habe ich wieder nach so einem Pageturner gesucht, der mir ja fast schon eine schlaflose Nacht beschert hat.

Märchen sind nicht immer schön, nicht immer bekommt die Prinzessin ihren Prinzen, und nicht immer gibt es ein Happy End. Manchmal ist das Böse doch gut, und manchmal entpuppt sich das Gute als böse. Doch Krist lässt lange die Katze im Sack, und für meinen Teil kann ich sagen, dass ich nicht wusste, wer gut und böse ist. Im Verdacht hatte ich den ein oder anderen, und erst kurz vor Schluss war mir klar, wer diesen Horror angezettelt hat.

Viele sensible Themen wurden hier verarbeitet, und die Erzählung geht Schlag auf Schlag weiter. In manchen Momenten habe ich mich gefragt, wie der Autor seinen Level halten will, meiner einer hatte teilweise Bedenken, dass während des Lesens vielleicht die Luft ausgehen mag. Doch ich habe mich getäuscht. Die Spannung bleibt bis zum Schluss garantiert. Die Charaktere sind ebenso glaubwürdig umgesetzt.

Aufgrund der vorhandenen Themen ist das Buch nichts für schwache Nerven. Da kann sich manch Thrillerautor eine dicke Scheibe abschneiden!

Ich würde sagen, mein erstes Jahreshighlight ist gefunden!

Salon der Wunder am 07.01.2019

Meine bessere Hälfte ist ja ein sehr talentierter Zauberer (und das talentiert sag ich jetzt nicht nur, weil ich ihn persönlich toll finde). Und so kommt es, dass wir hin und wieder Veranstaltungen besuchen, bei denen Zaubererkollegen ihr Können unter Beweis stellen.

Vor 2-3 Jahren habe ich die Veranstaltung „Salon der Wunder“ das erste mal gesehen, und war ziemlich begeistert. Axel Hecklau und André Kursch sind wirklich klasse Zauberer. Im Salon der Wunder werden Kunststücke aus dem Bereich der Salonmagie gezeigt. Das Publikum besteht aus maximal 50 Teilnehmern, und man sitzt im Halbkreis vor einem Tisch ziemlich nah dran. Wenn man nicht gerade wie wir in der letzten Reihe sitzt, ist die Chance recht hoch, dass man als Gast sogar mitzaubern darf. So ging es gestern einer jungen Frau, die beim Seiltrick mitmachen durfte, und sogar sehr erfolgreich gezaubert hat. Doch die Zauberer kommen auch direkt zu den Gästen. So werden Kartenstapel mit einer Angel in die zweite Reihe transportiert. Das fand ich schon ziemlich lustig, wie dieser Kartenstapel an der Angel durch die Reihen gewandert ist.

Aber man muss keine Angst haben, vorgeführt zu werden. Schließlich ist die Salonmagie eine recht anspruchsvolle Magieart, die einen respektvollen Umgang mit den Gästen pflegt. Die Gäste sind nah dran, und man kann den Zauberern ganz genau auf die Finger schauen, ob sie schummeln oder einen doch fair behandeln.

Die Tricks reichen von den klassischen Kartentricks über einen tollen Zeitungstrick, Ringzauberei, Münztricks, oder dem altbekannten Hütchenspiel. So kommt garantiert keine Langeweile auf, und eigentlich ist die für die Salonmagie klassische Stunde doch irgendwie viel zu schnell vorbei gegangen.

Vielen Dank an André Kursch und Axel Hecklau für diesen wirklich zauberhaften Abend, der im Soda Club der Kulturbrauerei Berlin wirklich eine tolle Atmosphäre hatte. Ich freu mich aufs nächste Mal!

[Rezension] Monika Grasl – Die Chronik der Dämonenfürsten Teil 1 / Die Engel des Todes

Wer von Monika Grasl schon mal etwas gelesen hat, weiß, dass sie etwas düster veranlagt ist, was ihre Geschichten anbelangt. Ich finde, da ist sie ganz wundervoll im Shadodex Verlag aufgehoben.

Evy Munro ist eine lebensfreudige Studentin, die so schnell nichts aus der Bahn werfen kann. Als sie die Diagnose Lungenkrebs erhält, mag sie nicht wirklich an die kurze verbleibende Lebenszeit glauben. Im Gegenteil: das wäre doch gelacht, wenn sie den Krebs trotz der niederschmetternden Diagnose nicht besiegen würde. Doch da hat sie die Rechnung ohne ihren gruseligen Nachbarn Vincent gemacht. Der offenbart sich Evy als ihr Todesengel. Wie Evy aber so ist: Todesengel sind Märchen. Als sie die Geschichte ihrer besten Freundin Naomi erzählt, wird diese zum besseren Gewissen von Evy erkoren. Denn Naomi stellt sich der Wahrheit, der sich Evy noch lange verschließen wird. Vincent soll Evy den Abschied vom Leben erleichtern, und sie bis zum Schluss begleiten, ob sie will oder nicht.

Als schließlich noch Dantalion die Bühne betritt, wird Vincent und Naomi klar, dass sie erst recht Evy vom Sterben überzeugen müssen. Dantalion will Krieg, und das einzige, was ihn von der Durchführung seiner Pläne abhalten kann, ist die Opferung einer Seele: keiner geringeren als Evys.

Kann Vincent den Kampf mit Naomi um Evys Seele gewinnen?

Was mir an Monikas Büchern gefällt, dass sie einen realen Hintergrund haben. Ihr Buch „Die Reise der Weisen“ handelt um die heiligen Drei Könige. Das Buch „Die Engel des Todes“ geht um Abschied, aber auch um die Todesengel, deren Mythen sich nicht nur in religiösen Schriften wiederfinden, sondern auch in der Literatur eingehend verwendet werden.

Evys Geschichte wirkt persönlich, ohne unnötige Schnörkel, und doch sehr tiefgründig. Ich hoffe auf einen weiteren Teil!

Übrigens, vielen Dank an den Shadodex Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares. Ich hatte wunderbare Lesestunden!

[Rezension] Laini Taylor – Strange the Dreamer (Buch 1)

In den letzten Wochen habe ich in den sozialen Medien ganz oft das Buch „Strange the Dreamer“ gesehen, und war allein von der Aufmachung sehr fasziniert. Der Einband von Strange the Dreamer (Buch 1) ist in einem so schönen Blau gehalten, und mit einem goldenen Schriftprint versehen. Das Lesebändchen ist ebenso in einem Goldton gehalten. Auch der Inneneinband ist gold gehalten, und die Illustrationen sind gigantisch. Eine wirklich äußerst geniale Aufmachung eines Buches. Und so schlich ich wie eine Elster um das Buch herum, bis ich es mir gegönnt habe.

Lazlo ist ein Träumer. Und da ist der Job als Bibliothekar das Optimale für ihn. Denn Lazlo interessiert sich genauso wenig für seine Umwelt, wie diese für ihn. Wenn er nicht gerade Bücher für den Hof bereit stellt, liest er und sammelt die Geschichten um die Stadt Weep, die seit 200 Jahren keiner mehr betreten hat. Als eines Tages Thyon in die Bibliothek kommt, um Lazlos Aufzeichnungen zu beschlagnahmen, wendet sich das Blatt für den jungen Bibliothekar. In Weep wurde zwar die Götterbrut vermeintlich ausgelöscht, doch deren Heimstätte ist immer noch vorhanden, und diese soll ein für allemal ausgelöscht werden. Dafür benötigt Eril-Fane Hilfe von diversen Forschern, die Thyon zusammen trommelt. Noch ist nicht klar, welche Rolle Lazlo hier genau übernehmen soll, doch er weiß: wenn er es schafft, der Reisetruppe anzugehören, wird er das Abenteuer seines Lebens entgegen treten.

Nun, für Strange the Dreamer sollte man wissen, dass das englische Original als ein Buch veröffentlicht wurde, und die deutsche Ausgabe in zwei Teile gesplittet wurde.

Und so kam, was ich fast befürchtet hatte: Der erste Teil führt den Leser in die Welt von Lazlo und der Götterbrut ein, nimmt aber kaum Fahrt auf. Die Autorin beschreibt die wichtigsten Protagonisten sowie die Stadt Weep, und löst die ersten Geheimnisse der Vergangenheit auf, aber sonst passiert hier meines Erachtens nicht viel. Die Reisegruppe erreicht Weep ohne Vorfälle. Gleichzeitig bleibt die Götterbrut in der Zitadelle unentdeckt, doch nur bis Lazlo die Stadt erreicht hat, denn dort wird er schließlich von Sarai entdeckt, die Nachts in Form von einem Mottenschwarm die Träume der Bewohner beeinflusst.

Laini Tayler schreibt wirklich schön, und für meine Begriffe hätte nichts aus dem ersten Teil gestrichen werden sollen, und doch fehlt hier eindeutig der Spannungsbogen, der einen nach dem zweiten Teil lechzen lässt. Schade eigentlich, weil die Geschichte doch sehr viel Potential hat. Da aber der zweite Teil bereits bei mir auf dem Lesestapel ganz oben liegt. werde ich mich an den zweiten Teil wagen.

3,5 Sternchen für die Aufmachung, die Protagonisten und die Idee!

Neujahrsgrüße

Ihr lieben Leser,

tja, da ist das neue Jahr 2020 schon einige Stunden alt, und mein Urlaub wirkt so, dass ich heute fragen musste, welches Datum und welchen Wochentag wir haben. Ups.

So möchte ich heute euch ein wundervolles Jahr 2020 wünschen, dass es euch mega viel Gesundheit und Glück bringt, viele tolle Leseabenteuer und natürlich viel Zeit mit dem, was euch wichtig ist.

Vorsätze habe ich speziell jetzt keine, ich kenn mich gut genug, dass ich daran eh nicht festhalte. Was ich aber mir vorgenommen habe, ist meinen Blog zu aktualisieren. In den nächsten Tagen wird das Menü, aber auch das Design aktualisiert, und ihr dürft euch überraschen lassen, was da auf euch zukommt. Aber auch neue Rezensionen warten auf euch, denn über die Feiertage habe ich ganz fleißig gelesen, und darf euch somit ein paar wunderschöne Bücher präsentieren.

Habt ihr für 2020 besondere Wünsche und Vorhaben? Gibt es Bücher, die ihr unbedingt auf eurer Leseliste habt?

Liebe Grüße

eure Kupfi

Jahresabschlussgrüße

Oh, habe ich nicht erst demletzt den Adventskalender angefangen? War nicht erst eben Weihnachten? So schnell ist das Jahr vorübergegangen.

In den letzten Wochen habe ich mir viele Gedanken gemacht um das vergangene Jahr, und was 2020 verbessert werden kann. Ich bin kein großer Freund von Vorhaben, die Punkt 2020 starten. Vorhaben, die einem wichtig sind, kann man unabhänig vom Datum immer wieder neu ausloten, bzw. intensiver oder erneut verfolgen.

So habe ich mir gestern noch eine 10erKarte gekauft fürs Schwimmbad, dass ich auch in Berlin die Möglichkeit habe, mich mehr zu bewegen. Denn meine Sporttasche soll wieder überall mit hinkommen, um den Alltag aktiver zu gestalten. Die Bewegung ist für mich ein Stresskiller, und im Schwimmbad und Fitnessstudio kann ich mich so richtig austoben. Dafür möchte ich mir wieder mehr Zeit nehmen.

Denn mehr Zeit sollte ich eigentlich wieder haben, schließlich habe ich im Dezember meine sozialen Medien auf ein Minimum runtergeschraubt. Ich habe eine Pause bei Facebook eingelegt, und habe einen berühmten Messengerdienst einfach mal deinstalliert. Diese Ruhe ist wirklich ganz famos. Der Messengerdienst wird wohl auf unbestimmte Zeit erstmal deinstalliert bleiben. Die Nachrichtenflut, die hier reinkam, hat mich ganz schön runtergezogen, und hat mir so gar nicht gut getan. Aber die Zeit, die ich hier gewonnen habe, werde ich vermehrt in meinen Blog, den Sport, und in Menschen stecken, die mir gut tun.

Aber auch mein Blog soll ein neues Erscheinungsbild bekommen. Dazu mache ich mir seit einigen Wochen so meine Gedanken, und werde sie hoffentlich gut im Januar umsetzen können.

Ach, ich hab so viele Ideen, ich freue mich, diese umzusetzen.

Für 2020 wünsche ich euch ganz viel Zeit für die Dinge, die einem gut tun: tolle Menschen, die euch weiterbringen, Zeit für Gesundheit, tolle Bücher, Erinnerungen.

Kommt gut rüber nach 2020! Eine neue Dekade beginnt, und es liegt in unseren Händen, sie zu einer friedvollen, glamourösen und gesunden Zeit zu gestalten!

[Rezension] Petra Hartmann – Nestis und die verschwundene Seepocke

Die kleine Meerjungfrau Nestis ist keine unbekannte für mich. Denn ich durfte bereits aus dem Monika Fuchs Verlag bereits die Weihnachtsabenteuer „Nestis und der Weihnachtssand“ von Petra Hartmann lesen. Nestis ist sehr mutig und tapfer, aber stolpert auch immer wieder durch ihre sehr offene Art in Abenteuer, deren Ausgang sie erstmal wieder in die richtige Richtung lenken muss.

Diesmal ist Nestis mit ihrer kleinen Schwester Undine unterwegs, auf die Nestis aufpassen soll. Doch darauf hat die große Schwester so gar keine Lust, denn die kleine Seepocke, so wird Undine genannt, ist ganz schön anstrengend. Denn Undine will wissen, was es mit den Seeungeheuern und Seemonstern auf einem gefundenen Flyer auf sich hat. Nestis ist aber lieber mit ihren Freunden unterwegs, denn es gilt einen versunkenen Schiffsrumpf zu erkunden, für den die kleine Seepocke viel zu jung ist. Denn in dem Schiffsrumpf wohnt ein kleines mehrarmiges Ungeheuer. Als Nestis abends zuhause ankommt, ist Undine spurlos verschwunden, und eine große Suchaktion beginnt. Schnell wird klar: die Seepocke ist dem Ruf der Seemonster an Land gefolgt, und an Land können sich ja die Meeresbewohner schlecht fortbewegen. Nestis wäre aber nicht Nestis, wenn sie mit ihren neuen Freunden das nicht bewältigen können. Und unerwarteter Weise bekommt sie sogar menschliche Hilfe.

Die Geschichten um Nestis gefallen mir gut. Sie spielen am Meer, was ich als Wasserratte doch sehr schätze. Nestis Abenteuer sind kindgerecht aufgearbeitet, ohne die Spannung zu verlieren. Alltägliche Probleme werden angesprochen, die Kinder durchaus beschäftigen können: Umweltschutz, aber auch Freundschaften, die entstehen, obwohl man den anderen erstmal doof findet. Und auf Geschwister aufpassen kann durchaus auch eine Herausforderung sein, vor allem, wenn man eigentlich was ganz anderes machen will.

Die Protagonisten sind so liebevoll gestaltet: ich mag ja am liebsten Otto und Kurzschluss, die einerseits recht schüchtern sind, aber sich dank ihrer neuen Freunde weiterentwickeln und über ihren Schatten springen können. Die Illustrationen von Olena Otto-Fradina spielen hier natürlich mit rein. So könnte ich allein wegen der Illustration von Otto schon diesen süßen Kraken knuddeln (Bei Kurzschluss, dem Aal, wäre ich jetzt dezent vorsichtiger ;)).

Auch wenn Meerjungfrauen sicherlich eher von Mädchen angesprochen werden, finde ich, kann auch ein Junge getrost dieses Buch lesen. Denn schließlich kommt die Spannung nicht zu kurz, und Freundschaft, Umweltschutz und Seemonster sprechen alle an.

Klare Leseempfehlung für Kinder!! (und jung gebliebene Erwachsene)