[Rezension] Martin Schörle – Zwei Theaterstücke

Vor ein paar Wochen erreichte mich eine Mail von Martin Schörle, ob ich denn seine zwei Theaterstücke „Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten“ und „Einladung zum Klassentreffen“ rezensieren möchte. Die Beschreibung klang sehr interessant und ich habe „ja“ gesagt (zum Buch natürlich ;)).

„Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten“ handelt von Hans Fredenbek, der ja eigentlich als Vorzeigebeamter durchgehen kann, oder wie Schörle ihn treffend als „Vollblutverwaltungsgenie“ bezeichnet.

Fredenbek ist ein Eigenbrödler, der seine Routine schätzt. Er ist mehr mit seinem Job und dessen Umsetzung verheiratet, als mit seiner Frau, die auf ihre eigene Weise mit Fredenbek klarkommen muss. Auch zu seinen Kollegen hat er keinen großen Kontakt. Während in den Nachbarbüros etwas gefeiert wird, ist Fredenbek mit seinen Gedanken beschäftigt. Z. B. die richtige Radiergummiwahl. (Ich muss zugeben, das ist wirklich eine Wissenschaft für sich!). Fredenbek hat seine eigene Meinung, und sinniert über seine Probleme lange nach, und kommt zum Schluss zum Ergebnis: er hat das ja schon alles geahnt.

Fredenbek ist mir ja doch sympathisch. Sich strikt an die Vorschriften halten, und ein typischer schrulliger Verwaltungsbeamter. Er hat seine Marotten (Radiergummi!), und erinnert mich etwas an Monk, der ebenso seine Abläufe benötigt, und komplett aus der Bahn geworfen wird, wenn etwas nicht so ist, wie es sein soll. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: ja, solche Beamte gibt es leider, und wie Schörle Fredenbek vor sich hin erzählen lässt, wirkt nicht realitätsfremd, sondern kann ihm möglicherweise durchaus im Beamtenalltag begegnet sein. Vielleicht ist dieses Theaterstück auch ein kleiner Fingerzeig an den Amtsschimmel, den es in mancher Amtsstube noch aktiv geben wird.

„Einladung zum Klassentreffen“, ach was hab ich schmunzeln müssen. Ja, auch ich saß in einem Zug, in dem ein Gespräch stattfand, wo ich fast dazu geneigt war nachzufragen, ob man mich bitte auf dem laufenden halten könne. Ich bin doch erstaunt, wie manche ihr Leben so öffentlich ausbreiten können. Aber davon abgesehen:

Marina (Sie) ist die große Jugendliebe von Carsten (er), doch nach der Schule bricht der Kontakt ab. Carsten möchte Marina zum Klassentreffen einladen. Während Marina auf dem Heimweg von der Arbeit ist, telefonieren beide miteinander, und kommen ins Gespräch, was den anderen so in den letzten Jahren bewegt hat. Die Geschichte von Marina und ihrem Ex-Mann scheint die anderen Zugmitreisenenden doch sehr zu interessieren, so dass diese mit aussteigen, als Marina den Zug verlässt.

Nun, wie es so ist, nach vielen Jahren ist man erstaunt, wo die anderen Schulkameraden so landen, und was diese erlebt haben. Und auch hier gilt: Schörles Theaterstück ist aus dem Leben gegriffen, und kommt ohne überzogenen Schnickschnack aus. Die Charaktere sind menschlich geblieben, und man kauft ihnen ihre Rolle ab.

Zwei Theaterstücke, bei denen ich gerne mal sehen würde, wie diese in der Praxis umgesetzt werden.

 

Martin Schörle, da hast du was ganz tolles erschaffen, kann ich wirklich nur empfehlen. Ich hatte eine sehr schöne Unterhaltung, vielen Dank für das zur Verfügung stellen des Rezensionsexemplares!

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[Autoreninterview] Sabina S. Schneider

Liebe Sabina,

schön, dass ich dich interviewen darf. Vielen Dank dafür. Ich mag deine Bücher sehr, und freue mich, dich auf meinem Blog vorstellen zu dürfen.

Ich bin ja schon etwas aufgeregt, da du die erste Autorin bist, die ich interviewen darf. 🙂

Nun hoffe ich, dass ich dir auch ein paar Fragen stellen kann, die nicht jeder bisher gefragt hat. Nun, manche Fragen wurden sicherlich gestellt, aber ich hoffe, du bist deswegen nicht böse.

So, fangen wir mit etwas einfachen an:

Da manch meiner Leser dich vielleicht noch gar nicht oder nur ein bisschen kennt, darfst du dich vorstellen:

  • Wer bist du, und welche Abenteuer hast du schon so in deinem Leben erlebt?

Danke, dass ich mich hier vorstellen darf. Und es gibt keine langweiligen Fragen, nur langweilige Antworten 😉

Ich schreibe unter Sabina S. Schneider, an sich mein Geburtsname, wurde er im April diesen Jahres zu meinem Künstlernamen. Den Grund dafür überlasse ich eurer Fantasie 😉 Geboren bin ich zur Zeit des Kommunismus in Kirgisien, damals noch Teil der UDSSR. Auch wenn russisch meine Muttersprache an sich ist, bin ich im Odenwald aufgewachsen und habe einen deutschen Akzent, wenn ich russisch spreche. Geschrieben habe ich schon immer, aber den Mut wirklich eine Geschichte zu verfassen, habe ich erst mit 30 gefunden. Eine seltene Form der Torschlusspanik 😉

Abenteuer habe ich schon einige erlebt. Ich bin durch den Himalaya gewandert und war auf der Großen Mauer (ich gebe zu, dass ich es aufgrund von undurchdachtem Alkoholgenuss am Vorabend das erste von zwei Malen nicht ganz so sehr genießen konnte). Ich durfte mit chinesischen Pop-Art Künstlern sprechen und habe in verschiedenen Ländern gelebt, die vielfältigsten Kulturen und vor allem unterschiedliche Denkweisen kennengelernt. Zu Abenteuern gehört Mut, die Überwindung von Ängsten und die Horizonterweiterung. Das alles findet man in der Fremde, egal in welcher Größenordnung. Bei mir ist der Maßstab etwas höher, da ich von klein auf mit dem Fremden konfrontiert worden bin. Akzeptanz sowie Verständnis und Toleranz waren Teil meiner Erziehung und meinem Leben, das vor allem geprägt worden ist durch Kirgisien, Deutschland und Japan.

In Heidelberg habe ich Japanologie studiert, Ostasiatische Kunstgeschichte sowie Slavistik. Während meinen zwei Jahren in Tokyo habe ich den Fuji bestiegen, mich bei meinen erste Snowboardversuche hingelegt und mich fremden Menschen so sehr geöffnet wie noch nie in meinem Leben. Aus der Fremde ist Vertrautheit geworden, aus Unbekannten Freunde.

Nach mehreren Jobs bin ich doch tatsächlich in der Raumfahrtindustrie gelandet. Unglaublich aber wahr. Doch die besten Abenteuer liegen noch vor mir. Denn nichts ist spannender als neue Menschen kennenzulernen, ihre Erlebnisse durch Erzählungen zu einem Teil von sich zu machen.

  • Welches Genre an Büchern bedienst du und warum hast du dich gerade für dieses Genre entschieden und nicht für ein anderes?

Ich bin in der Fantasy zu Hause. Als Leser und als Autor. Warum? Schwierige Frage. Vielleicht weil das Träumen dort leichter fällt, man Gesetze selbst bestimmen kann. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mit dem Glauben, es gibt mehr als das Auge wahrnehmen kann, aufgewachsen bin. Meine erst große Liebe war Peter Pan und auch heute träume ich noch vom Fliegen. In der Realität stößt man oft auf Grenzen, sei es die Schwerkraft oder die Gesellschaft. In der Welt der Fantasie ist so viel Raum, der noch gefüllt werden muss, so viel Platz zum Austoben, dass mir Fremdschreiben noch nicht notwendig erscheint

  • Welches Genre würdest du denn gerne mal ausprobieren, und warum?

Psychothriller. Die tiefen Abgründe der menschlichen Psyche faszinieren mich. Horror. Hier habe ich mich schon an Kurzgeschichten versucht und wer meine Bücher kennt, der weiß, dass die Dunkelheit mich anzieht und ich wahrhaft grausam sein kann. Mich fasziniert und fesselt oft die Frage nach dem „Warum“. Beim Schreiben gehe ich den drängendsten Fragen nach und habe schon viel durch meine Figuren gelernt.

  • Vor welchem Genre gruselt es dich besonders, und liegt dir überhaupt nicht?

Ich tue mich schwer mit Krimis. In erster Linie als Leser. Hier habe ich so gut wie gar nichts gelesen. Mich stört der Gedanke, dass sich eine Geschichte um das Töten dreht. Aus dem Affekt jemanden verletzen oder umbringen, das kann ich nachvollziehen, lesen und auch schreiben. Doch für mich ist es eher ein Nebenprodukt der Geschichte. Mit seichte Liebesgeschichten tue ich mich auch manchmal schwer. Wenn die Charaktere nicht zwei, drei psychische Knackse haben oder mehr Tiefe, lege ich schon mal das ein oder andere Buch zur Seite.

  • Gibt es Themen, die dir persönlich besonders am Herzen liegen und die du in deinen Büchern verarbeitest, bzw. noch verarbeiten möchtest?

Das ändert sich mit der Zeit. Eigentlich mit jedem Buch. Momentan ist es die Utopie. Eine Gesellschaft, wie sie sein sollte oder könnte, die sich und ihre Umwelt nicht selbst zerfleischt. Ich glaube daran, dass die Gesellschaft, dass wir, allmählich, bewusster mit uns, unserer Umwelt und unseren Problemen umgehen. Leider wird man doch noch von der Gesellschaft als „ÖkoFreak“ verschrienen, wenn man zu oft über Themen wie Massentierhaltung, Umweltverschmutzung oder Plastikmüll spricht. Ich versuche es anders und zeige, nicht zu oft, was man anders machen kann, indem ich darüber rede, was ich Neues ausprobiere, wie zum Beispiel Haarseife, die ich mit tatsächlich letzte Woche geholt habe und nun fleißig teste. Oder mein Mini-Handtaschen-Handtuch – immer bereit, kein Papier, keine Keime aus der Pustemaschiene. Ich stelle mir eine Welt vor, wie sie werden kann, wenn alle mitanpacken und möchte den steinigen Weg dorthin beschreiben. Nicht einfach nur mit dem Finger zeigen, sondern aus dem Leser Ideen zur Veränderung herauskitzeln.

  • Welche Pläne hast du für deine Bücher in der Zukunft? Möchtest du weiterhin auf das Selfpublishing setzen oder würdest du dich auch über einen Verlagsvertrag freuen?

Momentan bin ich dabei vom Selfpublisher-Dasein zum Verlagsautor zu wechseln und bin daher ein Hybrid, denn es gibt schon Neuigkeiten, die ich aber noch nicht mit euch teilen darf. Ich würde mich über passende Angebote von Verlagen sehr freuen! Ein Eisen ist noch ganz frisch im Feuer: das gemeinsames Projekt mit Sophie Lang. Geschrieben ist es, mehr kann ich dazu noch nicht sagen. Aber ein Provisorisches Cover hat es schon und ich liebe es!

  • Wie kann ich mir das vorstellen, wenn du schreibst? Hast du einen Lieblingsplatz zum Schreiben? gewisse Uhrzeiten, oder Rituale, die du da verfolgst, z. B. wenn du loslegst beim Schreiben, oder wenn du ein Buch fertig geschrieben hast?

Ich schreibe wo ich kann und wann. Neuerdings geht das tatsächlich in meinem Arbeitszimmer, davor im Bett, am Küchentisch, auf dem Balkon oder dem Sofa (gerade sitze ich auf dem Sofa 😉 ) Die ersten vier Jahre habe ich immer geschrieben. Direkt nach der Arbeit, bis zum Schlafengehen. Dabei sind eben die über 20 Bücher entstanden. Momentan lasse ich es langsamer angehen. Ich schreibe Exposés und mache grafisch viel, um meine Buchbabies aufzupolieren.

  • Wie gehst du an die Ideenfindung ran? Holt dich eine Idee einfach ein, oder recherchierst du zu einem bestimmten Thema und spinnst daraus eine Geschichte?

Kommt auf das Thema an. Bei „Gelöscht“ zum Beispiel hat mich der Gedanke „Wie ist es, alles zu vergessen und bei 0 anzufangen“ nicht mehr losgelassen. Bei „Luka & Robin“ wollte ich dem Humor auf die Spur kommen und habe sehr viel recherchiert. Ein „Problemkind“ zum Beispiel, das komplett in einer erfundenen Welt spielt, hält mich jetzt bereits seit drei Jahren in Atem und ein Ende ist nicht in Sicht. Dann gibt es Geschichten, die sich von selbst schreiben wie die „DNA Trilogie“.

  • Was passiert, wenn du eine ganz tolle Geschichte oder Szene im Kopf hast, aber du hast nichts zum Schreiben in der Hand? Bricht Panik aus, oder hast du da einen Trick 17, der dir hilft?

Wenn das passiert, halte ich den Gedanken fest, betrachte ihn aus verschiedenen Blickwinkeln und wenn er wirklich gut ist, dann bleibt er auch. Alles andere ist vergänglich oder kommt verändert wieder. Schreiben kann eine Besessenheit sein.

  • Du hast ja bereits über 25 Bücher veröffentlicht, was eine ganz schöne Hausnummer ist. Hast du dir vorgenommen, eine bestimmte Zahl von veröffentlichten Büchern voll zu machen, oder lässt du dich selber überraschen?

Ich lasse mich da überraschen. Mit Zahlen habe ich es nicht so und sie bedeuten mir auch nicht sehr viel. Selbst wenn es nur ein Buch geworden wäre, hätte es seinen Zauber in der Welt verstreuen können. Mir ging es die ersten Jahre ums Schreiben, um den Akt an sich, die Entstehung einer Geschichte. Es ist immer noch ein Wunder. Jeder Text, den ich schreibe … auch dieser hier, ist ein Rätsel für mich, ein Enigma, das ich mit jedem neuen Wort zu lösen hoffe und die Antwort sich doch immer weiter entfernt. Woher kommen die Worte, wie reihen sie sich aneinander. Wie schaffen sie es, Figuren entstehen zu lassen, Welten? Wenn ich tiefer darüber nachdenke, wird mir schwindelig.

  • Verrat es uns: welches ist dein Lieblingsbuch aus deiner eigenen Sammlung, und welches würdest du am liebsten nochmal neu verfassen?

DAS ist schwierig und solltest du auch keinen anderen Autor fragen 😉 Meist liebe ich die Geschichte am meisten, in der ich gerade abtauche. Momentan lese ich „DNA 02 – Anti-Hero“ und da liegt die Antwort auf der Hand. Wenn ich da aber an letzte Woche denke, als ich mich mit „Aeternitas“ beschäftigt habe, war es eben „Aeternitas“. Wenn sich meine Gedanken zu „Gelöscht“ wenden, ist es „Gelöscht“. Ich überarbeite meine Bücher ab und zu, aber nie von Grund auf. Hier und da packe ich etwas dazu, aber neu verfassen würde ich keines davon. Sie sind, wie sie sind. … … … nur bei den Covern … ähem … gibt es immer wieder neue Versionen.

  • Wie sieht es hier mit deinen Charakteren aus: Mit wem würdest du gerne im realen Leben viel Zeit verbringen, und welchen Charakter möchtest du am liebsten auf den Mond schießen?

Puh. Hier gilt dasselbe Prinzip wie bei der Frage davor. Daher muss ich Antworten: mit P.K, dem saufenden, fressenden und rumvögelnden Anti-Hero. Das wäre sicher ein Spaß, den ich mir dann wegteraphieren lassen müsste. Wirklich hassen, tue ich keinen meiner Charaktere. Bei mir gibt es keine Bösewichte im klassischen Sinne. Sie haben alle eine Vergangenheit und sind für mich in ihrem Handeln nachvollziehbar (Moahahaha – habt ihr jetzt Angst vor mir? – Solltet ihr!) Außerdem habe ich ein Herz für Verlierer. Eventuell würde ich Herold, den Drachen, aus „Luka & Robin“ wegen seiner Schwäche und /&%/&()(/ (Zensur, da Spoiler) auf den Mond schießen. Den Anti-Prinzen Jürgen aus „DNA – Die Erbsünde“ würde ich mal gerne so richtig verprügeln. Wer ihn kennt, weiß wieso.

  • Welche Projekte stehen bei dir konkret an? Hast du schon neue Ideen für Bücher? Welche Aktionen planst du denn in der nahen bzw. mittleren Zukunft?

„Afterworld“ habe ich ja weiter oben bereits erwähnt. Hierzu gibt es demnächst mehr. „Umbra“ will noch fertig geschrieben werden. Meine Idee von einer Utopie braucht noch mehr Form. Ansonsten versuche ich mich gerade mit Blogtouren und würde gerne eine zu jedem Buch machen. Im Moment bastle ich an den FBM Goodies. Und ja, ich suche Verlage. Das ist anstrengend. Exposé schreiben ist schwierig und kostet viel Zeit, vor allem auch die Recherche, welches Buch zu welchem Verlag passt? Es findet sich immer etwas, vor allem im Marketing.

  • Frankfurter Buchmesse: ich weiß, dass du dabei bist! Was dürfen deine Leser oder die, die dich noch nicht kennen, erwarten, wenn sie dich auf der Buchmesse treffen? Worüber würdest du dich freuen, wenn dich jemand anspricht? Gibt es Fragen, die du gar nicht mehr hören magst?

Ich werde von Mittwoch bis Freitag auf der Messe sein. Es ist mein erstes Mal als Fachbesucher und manchmal bin ich etwas schüchtern. Sprecht mich an! Springt mich an! (Verletzungen sollten jedoch vermieden werden!) Ich werde auch ein bisschen was dabei haben, anstupsen lohnt sich! Ich glaube, dass jedem Autor das Herz aufgeht, wenn ihm gesagt wird, was an den Geschichten einen verzaubert hat. So oft rede ich gar nicht über meine Bücher, mich könnt ihr alles fragen. Kann sein, dass ich dann etwas abschweife und weiter aushole …

  • Ich persönlich mag ja deine Goodies: irgendwo steckt immer ein Lesezeichen von dir, und ich verteile sie auch super gerne, da ich die Idee ja echt klasse finde, schließlich kann man Lesezeichen immer gebrauchen, und diese sind toll zum Verteilen. Wie wichtig sind Goodies für dich? Welche Kanäle nützt du gerne für Werbung?

Ich glaube, dass die Goodies den Lesern wichtiger sind als mir, aber ich erinnere mich noch, wie stolz ich auf meine ersten Lesezeichen war. Ein tolles Gefühl, sie in den Händen zu halten. Ich weiß, wie mutig du meine Lesezeichen verteilst. Hut ab! Ich freue mich immer über die Geschichten, die du darüber erzählst ❤

Ich bin meist auf Facebook und Instagram unterwegs, mehr wird zeitlich schwer und ich liebes es, mich mit Lesern und Bloggern direkt austauschen zu können. Marketing ist schwierig, da es viel Zeit frisst, aber ohne geht es auch nicht. Ich versuche die Leser an meinem Leben teilhaben zu lassen, ohne sie zu überwältigen. Ich liebe es, Grafiken zu erstellen und freue mich immer sehr, wenn diese geliked, kommentiert oder geteilt werden ❤

  • Welches Medium Buch nützt du privat sehr gerne: Printbücher, eBooks oder Hörbücher?

Am meisten lese ich Printbücher, danach kommen die eBooks und hin und wieder Hörbücher.

  • Hast du ein persönliches Lieblingslesezeichen oder wechselst du wie ich immer wieder durch?

Ich nehme meist, was zur Hand ist. Oft sind es meine eigenen, da ich einfach so viele davon habe. Am liebsten habe ich jedoch mein japanisches Lesezeichen und ein koreanisches und irgendwo habe ich noch ein irisches rumfahren. Alles Geschenke, die einfach einzigartig und toll sind.

  • Gibt es Autoren, von denen du immer wieder Bücher sogar „blind“ kaufst, weil du sie so klasse findest? Sammelst du einen bestimmten Schriftsteller?

Definitiv! Das ändert sich natürlich von Zeit zu Zeit. Momentan ist es Laini Taylor, Maggie Stiefvater, Lee A. Martinez, Simon R. Green, Tahereh Mafi … Ich habe Jahre lang hauptsächlich englische Bücher gelesen, hier das Ergebnis. Momentan entdecke ich tolle Bücher von heimischen Autoren E.F. v. Hainwald zum Beispiel hat mich mit „Cybersympathie“ verzaubert. Nicholle Fischer, bei der ich Testlesen durfte, Sabrina Milazzo und Caro Albers. Alles Autorinnen, deren Erstlingswerk noch veröffentlich werden müssen. Ich genieße gerade das Testlesen sehr, wenn ich es auch nicht sehr oft mache, habe ich schon einige Diamanten gesammelt, die ich der Öffentlichkeit noch nicht präsentieren darf.

  • Deine Cover gestaltest du ja selber: wieviele Stunden hast du z. B. am Cover von Aeternitas gesessen?

Ich LIEBE es, meine Cover selbst zu designen. Von Cover zu Cover ist es unterschiedlich, aber meist habe ich so circa 20 Versionen von einem Entwurf und muss den auch mal alles umwerfen, weil ich nicht zufrieden bin. Boah … Bis ich Aeternitas fertig hatte … ich glaube, das hat eine Woche gedauert. Die Stunden zähle ich lieber nicht. Aber das Cover ist einfach geil und war die Zeit wert!!!

  • Deine Leser dürfen ja schon teilweise vorher in deine Bücher reinschnuppern, und sind teilweise am Entstehungsprozess beteiligt. Wie wichtig ist dir ehrliches und konstruktives Feedback?

Testleser sind sehr wichtig und konstruktive Kritik mehr als Goldwert. Menschen, die sich mit deinen noch nicht ausgereiften Figuren beschäftigen, sie von verschiedenen Seiten betrachten, über die Handlung nachdenken und dir dann zeigen, in welche Richtung du dich und die Geschichte weiterentwickeln kannst … etwas Schöneres und Aufregenderes gibt es kaum. Manchmal tut es natürlich auch weh, aber das gehört zum Erwachsenwerden dazu. Man muss sich als Autor nur bewusst werden, was man umsetzen kann und möchte, denn Geschmäcker sind verschieden. Was dem einen gefällt, kann bei dem anderen Schüttelfrost und Würgereize hervorrufen.

  • Hand aufs Herz: Coverkauf. Das kann Top oder Flop sein. Hast du schon mal Bücher nach dem Cover gekauft, und warst komplett enttäuscht bzw. hin und weg?

Selbstverständlich!!! Ich verfalle häufig dem Äußeren und lese manchmal nicht einmal den Klappentext. Genial ist „American Gods“ und einfach nur schön! „Nevernight“ und „Godsgrave“, der Hammer. Bei „Caraval“ war ich zum Schluss nicht ganz überzeugt. Ähnlich bei „The Last Namsara“. Da beide aber bewegende Stellen hatten, nicht schlimm. Bei Flops kann ich nicht mitreden, da ich Bücher, die mich nicht packen können, beiseitelege. Daher erlaube ich mir hier kein Urteil, denn jedes Buch hat seine Zeit und seine Vorzüge.

  • Erzähl uns mal: Welches Buch hat dich in den letzten Monaten vom Hocker gehauen und welches würde bei dir maximal als Tischausgleich enden?

Enttäuscht war ich von „Fallen“. Zu viel Drumherum und zu wenig Geschichte, zu viele Andeutungen ohne Antworten. Von den letzten Geschichten, die ich gelesen habe, fand ich „Cyberempathy“ wirklich gut.

  • Wie lange ist deine Wunschliste im Moment? Welche drei Titel möchtest du dir am liebsten sofort kaufen, weil du es kaum erwarten kannst, sie zu lesen?

Meine Liste hat momentan ca. 80 Titel. Hier ändert sich jedoch die Prio immer. Ich habe einen vergleichsweise kleinen SUB, werde aber keine Bücher kaufen, bis ich diese abgearbeitet habe. Nur „Muse of Nightmare“ muss ich mir holen, „Rage“ und um „Die Geschichte des Wassers“ schleiche ich schon lange herum.

  • Welches deiner Bücher würdest du spontan jemanden in die Hand drücken, der noch nie etwas von dir gelesen hat?

Ich frage immer, was die Person so im Fantasy Bereich bereits gelesen hat. Wer es traditioneller wie Herr der Ringe mag, bekommt „Von den Göttern verlassen“. Bei „Hunger Games“ und „Divergent“ wird es „Gelöscht“ oder „Utopia“. Wer gerne lacht und es auch mal verrückt und abgedreht sein darf „Luka & Robin“ oder „DNA“. Wem Grausamkeit nichts ausmacht und Harem nicht abschrecken „Aeternitas“. „Die Vergessenen“ gibt es bei Leuchten, die Mythologien und fremde Kulturen mögen.

Liebe Sabina, vielen vielen Dank für deine wertvolle Zeit.

Verrat uns doch noch kurz, wie man dich am besten findet im weiten, weiten Netz?

sabinaschneider.wordpress.com

facebook.com/sabinas.schneider

instagram.com/sabina.s.schneider

Email: sabina_schneider[at]gmx.net

Und wer wissen mag, was ich von Sabinas Bücher halte, darf hier mal die Rezensionen anschauen.

Sabina S. Schneider – Luka & Robin

Gelöscht – Sabina S. Schneider

Utopia von Sabina S. Schneider

[Rezension] Harlan Coben – In deinem Namen

Detective Nap Dumas verliert bei einem tragischen Zugunglück seinen Zwillingsbruder Leo und dessen Freundin Diana. Auch Naps eigene Freundin Maura verschwindet, ohne ein Wort an ihn zu verlieren. Nap hat diesen Umstand nie richtig verwinden können. Als 15 Jahre später bei einem Mordfall Mauras Fingerabdrücke gefunden werden, platzen die kaum verheilten Wunden wieder auf. Und Naps ungutes Gefühl, dass es bei dem Zugunglück nicht mit rechten Dingen zugegangen ist, bestätigt sich. Bei seinen Recherchen stößt er auf einen geheimen Club, dem sein Zwillingsbruder Leo geleitet hat. Nach und nach werden die sechs Mitglieder des Clubs tot aufgefunden. Das kann kein Zufall mehr sein, und Nap legt nach und nach die Puzzleteile zusammen, welches ein grausames Gesamtbild ergibt.

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Harlan Coben: ich nenne ihn manchmal den Mann meiner schlaflosen Nächte. Jedes seiner Bücher verschlinge ich. Es kam auch schonmal vor, dass eins seiner Bücher genau von der Zugfahrt von Berlin nach Stuttgart gelangt hat, und ich gerade mal mit Müh und Not die Zugbegleiterin zur Ticketkontrolle mitbekommen habe. Das Buch war gerade rechtzeitig zum Ausstieg in Stuttgart fertig. Wenn nicht, hätte ich wohl das erste Mal im Leben den Ausstieg verpasst. Und da ich Harlan Cobens spannenden Schreibstil vergöttere, habe ich mich sehr gefreut, dass mir der Goldmann Verlag Harlan Cobens neuen Thriller „In deinem Namen“ zur Verfügung gestellt hat. Und ich wurde wieder nicht enttäuscht.

Nap Dumas ist mir recht sympathisch. Denn er ist ein Polizist, der für mehr Gerechtigkeit in der Welt einsteht. Wenn seine Freundin Ellie wieder im Frauenhaus von schlimmen Schicksalen berichtet, rächt er sich an den Übeltätern. Auch bei seiner täglichen Polizeiarbeit setzt er sich für das Gute ein. Doch hadert auch er mit dem Schicksal. Mit seinem toten Zwillingsbruder steht er immer wieder in Zwiesprache, und sucht in Gedanken Rat bei ihm. Auch die Lösung des Falles nagt stark an ihm, da er von engsten Vertrauten enttäuscht wird.

Harlan Coben hat hier wieder einen tollen Fall geschaffen. Eine ehemalige Militärbasis, die angeblich zum Landwirtschaftsministerium gehört. Eine Jugendbeziehung, die auf ein trauriges Ende trifft, und deren Folgen unerwartet eskalieren und in einer menschlichen Tragödie enden. Ein Freundeskreis, der so stark in das tragische Geheimnis verwickelt ist und dennoch dicht hält. Und eine Falllösung, die ich so nicht erwartet hätte. Als die Ein typischer Coben, der einen fesselt und nicht mehr los lässt. Charaktere, die einem sympatisch sind, und eine Handlung, die logisch strukturiert ist. Sicherlich hätte man an der ein oder anderen Stelle noch etwas nacharbeiten können, doch das fällt bei der Story nicht ins Gewicht.

Auch das Cover ist wieder passend gewählt: düster und geheimnisvoll passt es zu dem Geheimnis, das Nap Dumas lösen kann.

Vielen Dank an den Goldmann Verlag, dass ich dieses Buch lesen durfte.

[Schnipseljagd] Coverrelease „Auf der Suche nach Licht – Jules Melony

Guten Morgen,

heute morgen geht es bei mir weiter mit der Schnipseljagd zum Coverrelease von „Auf der Suche nach Licht“ von Jules Melony. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt, wie das Cover aussehen wird, das Cover vom ersten Teil „Was bleibt, sind Schatten“ hat mir super gefallen. Und gerüchteweise hab ich gehört, das Cover zum zweiten Teil soll noch toller werden!

 

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Wer sich fragt, woher er den Schnipsel vor mir herbekommt, darf mal bei „Just some Bookstories“ spickeln, da bekommt ihr die vorherigen Schnipsel.

 

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Und wer wissen mag, wie es morgen weiter geht (natürlich alle 😉 ), schaut mal bei der „Buchlilie“ vorbei ❤

 

Ihr kennt den ersten Teil noch nicht? Klar hab ich für euch eine Rezension für „Was bleibt, sind Schatten“.

 

„Auf der Suche nach Licht“ könnt ihr natürlich auch schon vorbestellen beim „Amrun Verlag„.

 

Frohes Schnipsel Jagen wünscht kupfi

[Blogtour] Alchemie, Magie und Zauberei (Luka & Robin von Sabina Schneider)

Wer Luka & Robin von Sabina S. Schneider bereits gelesen hat, wird sich sicherlich gefragt haben, was es denn so mit Zauberei, Magie und Alchemie zu tun hat, und ob das doch nicht alles irgendwie doch das gleiche ist? Doch, halt! Das ist es nicht ganz!

 

Alchemie

Wer kennt es nicht? Der Begriff „Alchemie“ fällt, und jeder denkt sofort an die vermeintliche Goldherstellung. Doch Alchemie verbirgt doch so viel mehr. Vor allem ist es die Neugier auf das Unbekannte: wie funktioniert unsere Welt? Wie reagieren verschiedene Stoffe miteinander und was kann man daraus herstellen? Wie hängen verschiedene Prozesse miteinander zusammen? Die Neugier der Menschen musste befriedigt werden. Und so kam es, dass viele neugierige Alchimisten geforscht haben: nach dem Himmelsbild, nach den verschiedensten physikalischen und chemischen Gegebenheiten, aber auch im Bereich Pharmazie. Heute würde man diese damaligen Naturforscher in die heutigen Kategorien Chemiker, Biologen, Mathematiker, Physiker, usw. aufteilen. Und auch heute profitieren wir von der damaligen Neugier: denn allein in Ägypten oder im arabischen Raum waren die Menschen mit ihrem Wissen sehr weit. Da die Alchemisten im verborgenen forschten, entstanden natürlich viele Gerüchte, dass dies Hexenwerk sei, denn nicht jeder hatte Zugriff auf freie Bildung, und manche (nicht alle) Menschen waren doch sehr einfältig, und begriffen nicht, was die Alchemisten im Verborgenen taten. Manch einer sprach auch von Magie.

 

Magie

„Alles, was die Wissenschaftler in Nachahmung der Natur oder, um ihr zu helfen, mit Hilfe einer unbekannten Kunst vollbringen, wird Magie genannt. Denn Technologie wird immer als Magie bezeichnet, bevor sie verstanden wird, und nach einer gewissen Zeit entwickelt sie sich zu einer normalen Wissenschaft.“

Tomasso Campanella (1568-1639)

Ich finde, Tomasso Campanella bringt es recht gut auf den Punkt: Manches kann man phyisch erklären, und manches Teufelszeug – man denke an das berühmte Zitat des preußischen Königs Wilhelm II. – erhält doch Einzug in den Alltag. Ist es nicht magisch, wenn Autos fahren? Wie sich die Technik weiter entwickelt hat?

Auch wenn man physisch manches nicht ändern kann, so kann man es mit Magie schaffen: mit dem Glauben an etwas, denn Glaube – so sagt man sprichwörtlich – versetzt Berge. So wird die Magie auf eine psychische Ebene gesetzt, im Gegensatz zur Alchemie, die den physischen Bereich bedient.

Magie ist die Wissenschaft der nicht greifbaren Dinge. Hier gehören auch viele Glaubensrichtungen dazu. So tummeln sich in der Magie viele, die mit der Hilfe von weißer oder schwarzer Magie Menschen positiv beeinflussen wollen, aber auch schaden wollen. Hier werden Heilzauber, Schadenszauber, Verwünschungen, Glückszauber, Wetterzauber und Flüche gesprochen. Man denke an die Hexen aus dem Mittelalter: sie hatten ein solides Wissen über die Heilkräfte von Pflanzen und Kräutern, und auch viele Schutzrituale, und wollten mit positiven Gedanken den Menschen helfen. Diejenigen, die das aber nicht verstanden, unterstellten den Hexen und Heilerinnen, dass sie schwarze Magie betreiben, und den Menschen Schaden wollen und zerstören wollen. Das Resultat endete in einer schrecklichen Hexenverfolgung.

Auch findet man die Magie in den verschiedensten Glaubensrichtungen. Manche werden es vielleicht auch Wunder nennen. Alles in unserem Umfeld hat eine magische Kraft, die auf verschiedene Weisen beeinflusst werden kann, z. B. durch Rituale oder Zaubersprüche.

Zauberei

Ja, ja die gute alte Zauberei. Wer kennt es nicht: man spricht einen Zauberspruch, und plötzlich gibt der Zauberstab Licht? Oder es wird mit dem Finger geschnipst, und plötzlich wird hinter dem Ohr ein rotes Tuch herzgezaubert. Glaubt mir, mit einem Zauberer die Wohnung zu teilen, kann durchaus spannend zu sein, ich darf hier aus Erfahrung reden. Es verschwinden Sachen und tauchen an ganz andren Orten wieder auf. Oder es passieren unerklärliche Dinge, man tut Dinge, die man eigentlich nie machen würde.

Doch ich finde, man muss in der Zauberei auch unterscheiden. So gibt es die „spielerische“ Zauberei: ein Magier, oder auch Zauberer kann euch spielerisch unterhalten. Es gab auch früher an vielen Höfen Narren, die Tricks und Kunststücke vorgeführt haben. Auch heute gibt es noch viele Zauberer und Illusionisten, die einen verzaubern. Schaut mal z. B. nach Salon-Magie, Close-Up Magie, oder im Gegenzug die Großillusionisten: Wahnsinn, wie man sich hier verzaubern lassen kann.

Aber um wieder Bezug auf Sabinas wundervolles Werk „Luka & Robin“ zu nehmen: Zauberer finden sich auch an anderer Stelle. Man denke an die Druiden, oder Hexer, die aufgrund von Zauberpraktiken Vorhersagen und Prophezeihungen treffen konnten, oder Krankheiten teilen konnten. Viele Zauberer verwenden verschiedene Rituale, um ihre Magie auszuführen, und so bekommen diese unerklärlichen Dinge schnell den Ruf des Unerklärlichen, der Zauberei und Magie.

Fazit:

Liebe Leser, ihr merkt, das Unerklärliche hat seinen großen Reiz. Vieles, was unerklärlich war, kann nun wissenschaftlich nachgewiesen werden. Und doch: die Wissenschaft ist magisch, alles, was wir in unserer Welt entdeckt haben, bzw. noch entdecken können, ist zauberhaft und magisch.

Wer sich mit Zauberei und Magie beschäftigen mag, darf sich gerne das Buch schnappen und sich von magischen Elementargeistern verzaubern lassen. Und ja, auch die Alchemie wird eine Rolle spielen.

Wer wissen will, was ich an dem Buch mag, darf hier meine Rezension anschauen.

[Prota-Interview] Marly & Luke – Der Fedora Attentäter von Melanie Naumann

Vor einigen Tagen erreichte mich ein wahnsinnig spannendes Buch: der Fedora Attentäter. Nun, ich freue mich, euch Marly und Luke vorstellen zu dürfen.

Dieser Beitrag enthält Spoiler.
Falls ihr euch lieber überraschen lassen wollt, bitte lest vorab das Buch ›Der Fedora Attentäter‹.

Das E-Book findet ihr beim folgenden Link und kostet nur € 0,99. Nur für kurze Zeit. Nur auf Amazon.
https://www.amazon.de/dp/B07FNY622F

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Luke ist ein wahrer Künstler, denn er schafft es immer wieder, Bomben zu entschärfen, wo andere schon längst aufgegeben hätten. Daher rühmt auch sein Spitzname „Picasso“, denn er zeichnet auch verschiedene Zünder und Bombenpläne. Luke ist sehr besonnen bei dem, was er tut, und gibt Marly somit einen sicheren Rückhalt.

Marly: scheinbar zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen. Und somit verbringt sie die ihren Lebensalltag auf der Flucht. Bis sie Luke an einem Flughafen buchstäblich in die Arme rennt. Und so beginnt ihr Glück, denn sie muss sich nicht mehr allein ihrer Vergangenheit stellen.

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»Liebe Marly, lieber Luke: Ihr habt euch nach eurem Abenteuer eure Ruhe redlich verdient. Vielen Dank dennoch, dass ihr euch für ein Interview Zeit genommen habt. Marly, was ist dir durch den Kopf gegangen, als Luke dich umgerannt hat? Hättest du ihn gerne alles geheißen oder konntest du ihm nicht böse sein?«
»Du kannst ihr ruhig die Wahrheit erzählen«, sagte Luke, der zurückgelehnt auf seinem Stuhl saß und die Nachricht auf seinem Einsatzmelder las.
Marly wandte den Blick von Luke zu ihrer Interviewpartnerin Kupfi. Die Bloggerin war extra für ein Interview mit den beiden nach Toronto gereist, nachdem es Marlys und Lukes Geschichte von Channel One über CNN bis ins deutsche Fernsehen geschafft hatte.
»Warst du schon mal auf einem Flughafen vollkommen allein, übermüdet und voll bepackt wie eine aufrechtstehende Schildkröte?«, fragte Marly. »Und dann wirst du einfach umgerannt?« Sie sah zurück zu Luke, aber er widmete sich noch immer der Nachricht seines Einsatzmelders, die seine Stirn zunehmend in Falten legte.
»Ich war Luke nicht böse«, fuhr Marly fort. »Ich war perplex. Irgendein Typ steht vor mir, fummelt an meinem Rucksack und sagt irgendetwas von einer Evakuierung. Ich wusste nicht, was er von mir wollte, und dachte, ich geh lieber weiter. Erst als er mich gestützt hat und ich die Sorge in seiner tiefen Stimme hörte, begann ich die Situation zu verstehen.«
»Inwiefern hat sich dein Leben mit deiner Tochter verändert? Genießt du die Zeit mit ihr, oder grämt es dich manchmal, dass du ihr das Leben auf der Flucht zumuten musst, obwohl sie nichts dafür kann?«
Marly legte die Hände ineinander, auf die sie für einen Augenblick starrte, bis sie mit einem Lächeln den Kopf zu Kupfi hob. »Für meine Kleine ist es nie ein Leben auf der Flucht gewesen. Es war mein Grund von zuhause abzuhauen, aber für sie wollte ich immer nur das Beste. Deswegen habe ich ihr die Schönheit gezeigt, die es auf dieser Welt gibt. Auch um mich selbst immer wieder daran zu erinnern, dass wir unser Leben genießen müssen. Der Schatten, der mich verfolgte, durfte nicht auch noch das Lachen meines kleinen Sonnenscheins stehlen.«
»Was wünscht du deiner Tochter für die Zukunft?« 
»Ich weiß, das klingt wahrscheinlich krank«, begann Marly. »Aber Webb hatte eine Welt vor Augen, die ich auch gerne sehen würde.«
»Marly«, unterbrach Luke und setzte sich aufrecht hin. »Du kannst nicht sagen, dass dieser Typ überhaupt noch etwas sinnvolles von sich gegeben hat.«
»Du warst nicht dabei.«
»Wessen Schuld ist das wohl?«
Marly seufzte und sah entschuldigend zu Kupfi, ihrer rothaarigen Interviewpartnerin, die kurz vor Beginn des Interviews die Bekanntschaft mit Lukes Kollegen Hunter geschlossen hatte. Er hatte Lukes Flughafenaktion ungewollt im Gang des ETF-Gebäudes wiederholt und Kupfi umgerannt.
»Tut mir leid, das ist ein Thema, das wir lieber verdrängen.« Marly legte ihre Hand auf Lukes und drückte sie sanft. »Aber Webb hatte Recht. Ich wünsche mir für Lana, dass sie in einer Welt leben kann, die sich nicht durch die Angst vor Terror und Gewalt definiert.«

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»Wie bist du auf deiner Flucht vorgegangen? Hattest du einen konkreten Schlachtplan? Wie hast du dich auf das nächste Ziel vorbereitet? Gab es einen Plan B? Wie wolltest du längerfristig vorgehen, wenn du nicht auf Luke gestoßen wärst?«
»Überleben, das war der einzige Plan, den ich verfolgte. Ich habe die Chancen genommen, wie sie kamen. Bekanntschaften geschlossen, Hilfe angeboten und erhalten, und versucht, immer unter dem Radar zu bleiben. Sprich, wir haben öffentliche Events sowie touristische Orte gemieden, um ja nicht irgendwo mit unserem Aufenthaltsort aufgezeichnet zu werden. In Social Media bin ich bis heute nicht vertreten.« Sie nahm einen tiefen Atemzug. »Ich weiß nicht, wie unser Leben ohne Luke aussehen würde. Irgendwann hätte ich Lana ein festes Umfeld bieten müssen. Wahrscheinlich wäre es irgendwo fernab der normalen Welt gewesen.«
»Die Situation ist ja sehr belastend. Du hast eine wundervolle Tochter, die du um alles in der Welt beschützen möchtest. Luke unterstützt dich ja in diesem Punkt sehr. Hattest du am Anfang – bevor Luke in dein Leben getreten ist – auch Unterstützung nach dem Tod deines Mannes? Wie sah die Hilfe im Zeugenschutzprogramm aus? Konnte dich der Staat bzw. die Polizei bei deiner Flucht auch finanziell und psychologisch betreuen?«
»Ich war nur einmal in einem Zeugenschutzprogramm«, sagte Marly. »Und das verlief nur bis zu seiner Beerdigung. Ich wusste einfach, dass mich Toms Verfolger finden würden, wenn ich irgendwo sesshaft werden würde. Ich durfte mir kein Leben aufbauen. Immer unterwegs sein, das war die Lösung. Finanziell habe ich mich mit allen möglichen Nebenjobs über Wasser gehalten. Und in Neuseeland und Spanien habe ich so tolle Menschen kennengelernt, dass wir auch kostenlos untergekommen sind.«
»Wie gingen deine Freunde mit der Situation um? Konntest du auf deine engsten Freunde zählen, oder warst du enttäuscht, dass du aufgrund des Zeugenschutzprogrammes dich von einigen Freunden trennen musstest?«
»In dem Punkt hatte meine Mutter wohl recht …«
»Du stimmst ihr zu?«, fragte Luke überrascht.
»Ich hatte kaum Freunde … meine Mutter hat schon immer Geschichten erzählt, wie sie ihr einfielen. Selbst wenn es auf Kosten ihrer Tochter war, nur damit sie selbst Aufmerksamkeit bekam.« Sie schüttelte den Kopf und rieb sich den Nacken. »Wahre Freunde kamen erst mit Joey, Toms besten Freund, und nachdem ich von zuhause fort bin.«
Hattest du Pläne, Jacob Webb zu eliminieren? 
Marly sah zu Kupfi, griff die Tageszeitung, die sie aus Deutschland mit gebracht hatte, und blätterte sie durch. »Was wird denn über mich berichtet? Hat meine Mutter wieder Schwachsinn erzählt?«
Luke zog ihr die Zeitung aus der Hand und gab sie Kupfi zurück. »Niemand kennt die Wahrheit besser als du.«
Marly seufzte. »Nein, ich hatte keine Ahnung, was ich da überhaupt getan habe.« Sie sah entschuldigend zu Luke. »Aber ich musste versuchen, ihn aufzuhalten. Und wenn es mit meinem Leben war.«

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»Wie würdest du dein Verhältnis zu Lukes Eltern beschreiben? Sicherlich war es am Anfang schwierig, als du in das Haus gekommen bist, und die beiden angetroffen hast, obwohl du es nicht erwartet hast. Hat sich das Verhältnis zwischen euch intensiviert? Und wie würdest du die zwei beschreiben?«
Eine Träne fiel von Marlys Wange und sie blickte zurück zu Luke. Er presste die Lippen aufeinander und legte seine Hand auf ihre Schulter.
»Ich bin dankbar, dass wir an diesem Terrortag nicht allein waren«, sagte sie. »Leonardo und Evelyn waren wie die Großeltern, die alles für ihre Enkel tun, sie umsorgen und bei denen man sich fallen lassen kann. Hätte ich die zwei nicht angetroffen, bin ich mir nicht sicher, ob ich mit Lana geblieben wäre.«
»Wärst du nicht?«, hakte Luke nach.
Sie zuckte mit den Schultern. »Vielleicht hätten wir deinen Kühlschrank geplündert und wären dann gleich nach Kingston weitergefahren. Ich weiß es nicht.«

»Luke, du wusstest, dass deine Eltern im Haus waren, als Marly mit Lana zu dir unterwegs war. Deine Eltern wirkten nicht allzu schockiert, als Marly das Haus betreten hatte. Vermutlich wäre bei mir Zuhause erst einmal großes Geschrei gewesen. Deine Eltern haben sehr ruhig reagiert. Kam diese doch recht ungewöhnliche Situation schon einmal vor?«
»Du meinst, ob ich Frauen das Leben rette und dann zu mir nach Hause schicke?« Er grinste und sah zu Marly, aber ihr Blick blieb auf Kupfis blauen Halbstiefeln. »Nein, das war einmalig und auch für meine Eltern eine ungewohnte Situation. Ich dachte, sie würden in Hamilton übernachten, deswegen habe ich Marly ungewollt dieser merkwürdigen Situation ausgesetzt. Aber Lana hat ja ziemlich schnell die Fronten geklärt.«
»War es bei Luke Liebe auf den ersten Blick? Oder musste erst der zündende Funke überspringen?«
»Der zündende Funke«, wiederholte Marly und schmunzelte. »Bei all den Bomben, die uns umgeben haben, war es ganz gut, dass es nicht noch gefunkt hat.«
»Wie? Immer noch nicht?«, fragte Luke. »Wir hatten so viele Feuerwerke, da hätte dich doch der romantische Blitzschlag treffen müssen.«
Marly verdrehte die Augen und sah zu Kupfi in einer Weise, wie es nur Frauen konnten, wenn sie sich mit ihren Blicken sagten: ›Männer‹. Dann sah sie zurück zu Luke. »Ich habe mich in dich verliebt, als du mir in Kingston versucht hast, beizubringen, wie ich mich selbst verteidigen kann. In diesem Moment wusste ich, dass ich auf dich zählen kann.«
»Ich habe ja Gänsehaut, wenn ich lese, welche Emotionen dein Gesang auslöst. Hast du ein bestimmtes Musikgenre, das du sehr gerne hörst? Und welches Musikgenre würdest du gerne singen?«
»Ich finde ja«, sagte Luke. »Marly wäre der geborene Rockstar. Du müsstest sie mal sehen, wenn sie glaubt, sie wäre allein unter der Dusche. Dass sie da bei ihren Sprüngen noch nicht ausgerutscht ist, ist jedes Mal ein Wunder.«
Marly stieß ihm mit dem Ellenbogen in die Seite. »Ich liebe Rockmusik, ja. Im Grunde mag ich jede Art von Musik, die sich aus Gesang und Instrumenten formt. Mit dem künstlich zusammengemischten Mist kann ich nichts anfangen.«
»Aber wenn du könntest«, begann Luke.
»Wenn ich könnte, wäre ich genau dort, wo ich bin. Im Vocals and Sound, jeden Monat ein anderes Genre, immer wieder neues kennenlernen.«
»Auf der Bühne zu stehen, verursacht bei vielen Menschen Lampenfieber. Wie gehst du damit um, wenn du auf die Bühne gehst? Dauert das Lampenfieber die ganze Vorstellung an, oder betrifft das nur die ersten Minuten?«
»Ich glaube, ich war aufgeregter vor diesem Interview, als wenn ich auf die Bühne gehe.« Marly senkte den Blick zu ihren Fingern, die den Knopf ihres Ärmels immer wieder zu- und aufknöpften. »Das Vocals and Sound ist für mich ein zweites Zuhause. Ich bin dort wie in Familie und wir machen uns jeden Abend eine wunderbare Zeit. Ich bin nicht aufgeregt, nur glücklich.«
»Luke: Du bist berühmt berüchtigt für dein Talent, Bomben zu entschärfen. Hat dich das Thema schon als Kind interessiert, oder kam das nach und nach mit der Polizeiarbeit?«
Luke sah noch einmal auf den Einsatzmelder und legte ihn dann auf den Tisch, ohne dass er seinen Blick von dem Gerät abwenden konnte.
»Komm, jetzt musst du auch mal was erzählen«, sagte Marly.
Luke drehte sich von dem Beistelltisch weg und sah zu Kupfi. »Welchen Jungen interessiert es nicht, wenn er sein eigenes Rezept für Feuerwerksraketen in die Hände bekommt.«
»Willst du wirklich darüber reden?«, fragte Marly.
Er schüttelte den Kopf. »Ich bin mit Sprengsätzen aufgewachsen. Seit ich neun Jahre alt war, habe ich alles zur Art des Bombenbaus recherchiert, was ich in die Hände bekam. Von der Chemie über die Elektronik bis hin zu den verschiedenen Zündern, die es gibt. Aber ich wollte dieses Wissen für etwas gutes einsetzen, deswegen ging ich zur Polizei.«
»Gibt es einen Platz bei der Polizei, der dich ebenso interessieren würde? Was reizt dich an der Polizeiarbeit und was stört dich extrem?«
»Ich bin genau dort, wo ich sein muss. Ich will nicht, dass sich jemand anderes einem Sprengsatz stellen muss, das ist meine Aufgabe. Selbst wenn Hunter das manchmal anders sieht.« Er deutete aus dem Besprechungsraum hinaus, wo sein glatzköpfiger Kollege den Kopf zu ihnen hob und Kupfi ein entschuldigendes Lächeln schenkte.
»Du kennst dich ja wirklich gut mit deiner Arbeit aus! Gibt es für deinen Beruf spezielle Ausbildungen, oder lernt man hier viel in Eigenregie?«
»Weiterbildung ist das A und O in meinem Beruf. Eigenregie sollte man lieber lassen – man braucht für diesen Beruf noch alle Körperteile.«
»War das ein schlechter Scherz?«, fragte Marly.
»Bombenentschärfer ist kein Job für toughe Junggesellen, um Mädels zu beeindrucken. Es ist ein Job für Familienväter, weil eben die nicht den Helden spielen wollen.«
»Als ich dich kennenlernte, warst du auch nur ein Junggeselle«, erinnerte Marly.
»Aber ich kannte den Verlust, wenn man jemanden durch eine Bombe verliert. Das ist ein Unterschied.« Er seufzte und sah zurück zu Kupfi, die von Hunter einen Kaffee bekommen hatte. »Ihr habt wahrscheinlich in Deutschland auch gehört, was sich Webb für kranke Konstruktionen ausgedacht hat. Mit der rasanten Entwicklung von Technologien und dem gleichzeitig zunehmenden Einfallsreichtum von Terroristen, muss man auf alles gefasst sein.«
Hast du gewisse Rituale, die du verfolgst, bevor du eine Bombe entschärfst? Gibt es Regeln, die deine Kollegen einhalten sollten, wenn du dich ans Entschärfen machst?
»Wichtig ist, dass ich allein arbeite und alle ihren Sicherheitsabstand einhalten. Ansonsten habe ich keine Rituale, außer mich daran zu erinnern, dass nichts ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Das habe ich vor allem durch Webb lernen müssen.«
»Lana ist ja nun nicht deine eigene Tochter, dennoch hast du ihr das Gefühl gegeben, ein Fels in der Brandung zu sein. Was schätzt du an Lana am meisten?«
»Ich versuche, die Welt durch ihre Kinderaugen zu sehen. Wenn man ihr eine Goldmünze oder ein Katzenbaby zeigt, und sie soll sich eins aussuchen, nimmt sie jedes Mal die dumme Katze. Genau in dieser Einstellung liegt eine einfache Weisheit und das ist es, woran die Kleine mich jeden Tag erinnert.«
»Marly hat ja aus verständlichen Gründen am Anfang sich sehr verhalten dir gegenüber geöffnet, um dich nicht in Gefahr zu bringen. War es für dich schwer, damit umzugehen? Einerseits wolltet ihr ja die Verbrecher fassen, und habt dafür auch die Unterstützung Marlys benötigt, aber andererseits war Marly die Gefahr zu groß.«
Luke lehnte sich zu Marly und flüsterte ihr ins Ohr.
Sie legte ihm die Hand auf den Oberschenkel, nickte und sah zurück zu Kupfi. »Am Anfang konnte ich keine große Hilfe sein. Wir dachten, Webb hätte, was er von mir wollte. Das es alles Teil seines–«
Der Einsatzalarm ertönte aus dem Vorraum des ETF-Hauptgebäudes. »10-100«, hallte es durch den Lautsprecher. Luke schnellte auf, doch bevor er losrannte, beugte er sich noch einmal zu Marly und küsste sie.
Sie hielt ihm am Kragen seiner Weste fest, dass er sich nur Zentimeter von ihr lösen konnte. »Denk dran, er kann es nicht mehr sein.«
Luke presste die Lippen zusammen. »Wir haben noch keine Nachricht erhalten, ob die Kenntnisse zu den Zündern vernichtet worden sind.«
»Und wenn? Sie würden nicht nach Toronto kommen.« Sie ließ ihn los. »Es sei denn, sie wollen dich austesten …«
Er schüttelte den Kopf.
»Picasso, los!«, rief Hunter.
»Mach dir keine Sorgen.« Luke gab Marly noch einen Kuss, nickte dann Kupfi zu und rannte seinem Team nach, die bereits im Ausrüstungsraum ihre Schutzwesten anlegten.
Marly starrte ihm für ein paar Sekunden nach, selbst, als er bereits aus ihrem Blickfeld verschwunden war. Dann sah sie zurück zu Kupfi . »Es tut mir leid, aber könnten wir das Interview abbrechen? Zumindest für heute? Ich habe einfach keinen klaren Kopf, wenn ich weiß, dass er im Einsatz ist.«

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Und davon handelt Marlys und Lukes (Picasso) Geschichte:
Seit dem Attentat auf ihren Mann wird Marly verfolgt. Rastlos reist sie durch die Welt, bis sie den kanadischen Bombenentschärfer Picasso kennenlernt. An seiner Seite wird ihr Leben noch gefährlicher.

Ein Spiel aus Explosionen und Irreführungen bringt die beiden an die Grenze von Leben und Tod. Sie müssen sich entscheiden: Können sie sich gegenseitig vor ihrer grausamen Vergangenheit schützen oder ist der Eine des Anderen Untergang?
Oder schaut euch hier den Trailer an:
https://www.youtube-nocookie.com/embed/mHTMwOKeV38?rel=0&controls=0

Das E-Book nur € 0,99. Nur für kurze Zeit. Nur auf Amazon.
https://www.amazon.de/dp/B07FNY622F
(Der Fedora Attentäter – auch als Taschenbuch verfügbar)

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Weitere Artikel der Blogtour:
21. Juli 2018 – Sascha von Thrillerkiller.de
An vorderster Front mit der taktischen Spezialeinheit der Polizei Torontos
https://thrillerkiller.de/blogtour-an-vorderster-front-mit-der-taktischen-spezialeinheit-der-polizei-torontos/

22. Juli 2018 – Sabrina von Lesefreude
Der etwas untypische Thriller – Liebe, Musik und Bomben
https://lesefreude.at/der-etwas-untypische-thriller-liebe-musik-und-bomben/

23. Juli 2018 – Kerstin von Kerstins Kartenwerkstatt
Der Titelsong zum Roman – Ein Lied, das die Geschichte auf den Punkt bringt
https://kerstinskartenwerkstatt.de/2018/07/23/blogtour-und-rezension-der-fedora-attentaeter-von-melanie-naumann/

24. Juli 2018 – Andrea von Andreas bunter Büchergarten
So wandelt sich das Design eines Buchcovers, je mehr man selbst die Geschichte kennenlernt
https://www.facebook.com/autorin.melanie.naumann/posts/434719820365214?notif_id=1532502368910871

25. Juli 2018 – Jenny von Die Buchflüsterin
Interview mit der Autorin für Herz und Nervenkitzel – Melanie Naumann
https://www.diebuchfluesterin.com/2018/07/25/melanie-naumann-autorin-f%C3%BCr-herz-und-nervenkitzel/

[Rezension] Colson Whitehead – Underground Railroad

USA, Ende des 19. Jahrhunderts. In den Südstaaten blüht der Sklavenhandel. Tausende Schwarze werden versklavt, misshandelt, gefoltert, vergewaltigt und missbraucht. Viele Sklaven versuchen zu fliehen, und werden doch wieder gefangen genommen, zur Strafe werden sie hart bestraft, zum Teil auch aufgeknüpft oder auf andre grausame Weise getötet. Wer den Sklaven bei der Flucht hilft, und erwischt wird, den ereilt selten ein besseres Schicksal. Es wird regelrecht Jagd auf Sklaven und deren Helfer gemacht, und mit aller Gewalt den vermeintlichen Feind an den Pranger gestellt.

In dieses grausame Szenario packt Colson Whitehead die Geschichte von Cora, die als Sklavin auf der Randallfarm lebt. Nachdem ihre Mutter Mabel erfolgreich geflohen ist, ist Cora auf sich selbst gestellt. Auch Caesar will fliehen, und überredet Cora schlussendlich doch die Flucht anzutreten. Caesar weiss von der Underground Railroad, einem Schienennetz im Untergrund, welches von Sklaven und Helfern gebaut wurde. Das Schienennetz bleibt versteckt im Untergrund, man weiß nie genau, wann ein Zug fährt, und wohin dieser fährt. Die Einstiege werden von verschiedenen Personen geschickt versteckt, so dass nur die Menschen davon wissen, die davon gebrauch machen. Doch die Sklavenhändler lassen sich irgendwann auch nicht mehr täuschen, und zerstören mutwillig die Einstiege.

Während die Flucht noch am Anfang zu glücken scheint und Cora mit Caesar durchatmen kann, trügt das Glück. Cora wird von Caesar getrennt und muss sich von nun an alleine durchschlagen. Verfolgt wird sie von Randall, dem Farmbesitzer, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, die antrünnigen Sklaven wieder zurück auf die Farm zu bringen.

Colson Whitehead nimmt hier kein Blatt vor den Mund. Schonungslos lässt Whitehead seine Protagonisten und Leser zittern um jede Minute Freiheit. Das Schicksal Coras hat einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen. Auch wenn sie von verschiedenen Seiten Hilfe erfahren hat, so wurden Cora auch genügend Steine in den Weg gelegt. Und dennoch ging diese starke Frau beharrlich ihren Weg. Die Entbehrungen, die Cora und ihre Mitstreiter durchleben müssen, gehen unter die Haut und hinterlassen ein ungutes Gefühl. Wie kann die Menschheit so brutal und kaltschnäuzig handeln?

Für Cora und ihre Mutter mag es ein vermeintliches Happy End geben. Dennoch mussten viele Sklaven und Freiheitsrechtler einen sehr hohen Preis dafür zahlen, dass sich die Situation des Sklavenhandels verbessert hat. Und doch war es ein harter steiniger Weg.

Wer dieses Buch in den Händen hält, sollte sich dessen bewusst sein, dass hier eine Geschichte des Sklavenhandels erzählt wird, die sehr direkt von den Missetaten der Menschheit erzählt. Whitehead hat es geschafft, trotz aller beschriebener Grausamkeiten das Buch fesselnd zu gestalten. Man fühlt und fiebert mit den Protagonisten mit, und hofft auf ein besseres Leben für sie. Ein sehr gelungenes Buch, auch wenn das Thema ein sehr schwieriges ist und sicherlich nicht einfach zu Papier zu bringen ist.

Wer schwache Nerven hat, sollte diese Buch zur Seite legen.

[Lesung] Uwe Laub – Sturm im PeTea Sore Stuttgart

Ca. Ein bis zwei Tage vor der Lesung poppte in den sozialen Medien eine Veranstaltung hoch: Uwe Laub liest in Stuttgart! Mein Kalender sagte mir, dass er sehr einverstanden wäre, und so ging es per Navigation auf dem Smartphone am Donnerstag, den 05.07.2018 zum Petea Store im Stuttgarter Westen. Die Begrüßung im Teeladen war sehr herzlich, und da ich mich recht pünktlich an der Location eingefunden hatte, konnte ich mir einen recht guten Platz mit freiem Blick auf den Lesungsplatz ergattern (was als kleiner Mensch Gold wert ist!).

Und plötzlich ging es los! Uwe Laub stellte sich erst einmal vor, und ja, auch ich musste mal wieder feststellen, dass ein Autor immer wieder für Überraschungen gut ist, nicht nur was die Bücher bzw. das Storytelling betrifft. So konnten wir beide feststellen, dass wir beide schon beim DLR in Oberpfaffenhofen beruflich zu tun hatten, zum einen zu Recherchezwecken, zum andren, weil es zur täglichen Arbeit gehört.

Und dann ging es ans Eingemachte: Uwe Laub stellte zwei Textpassagen vor, bei denen er die Hauptprotagonisten Laura und Daniel vorstellt, ohne den Spannungsbogen zu strapazieren. Anschliessend erzählte Uwe Laub von seiner monatelangen Recherchearbeit. Nicht nur, dass er unter anderem in Oberpfaffenhofen beim DLR war, nein, er hat auch ein Tornadozentrum in Florida besucht! (Hier holte mich etwas der Neid ein 😂). Ich muss zugeben, dass ich das Buch bereits vor der Lesung gelesen hatte, aber durch die Lesung hatte ich die Handlung wieder vor Augen. Das Buch ist mir definitiv positiv in Erinnerung geblieben.

Die Infos und Erzählungen über die Recherchearbeit lassen das Buch „Sturm“ nochmal in einem andren Licht erscheinen. Dass ein Buch Arbeit macht, ist klar, doch wie genau so eine Arbeit aussehen kann, kann nur ein persönliches Gespräch klären. Vielen Dank an Uwe Laub und seine bezaubernde Frau, die fleissig Bücher verkauft hat!
Auch vielen Dank an das Team vom PeTea Sore in Stuttgart. Der Tee war sehr lecker und ich habe endlich eine Anlaufstelle für mein heißgeliebtes Florida Eis.
Eine sehr gelungene Lesung.

[Rezension] Marion Grasl – Die Reise der Weisen – Balthasar, Melchior und Caspar

Über eine Mitbloggerin (um genauer zu sein: es war Booknerds by Kerstin) bin ich über den Schwarzen Drachen Verlag gestolpert. Und ich hatte ein wundervolles Buch beim Schwarzen Drachen Verlag entdeckt: „Die Reise der Weisen – Balthasar, Melchior und Caspar“ sollte es sein. Und so landete schnell – Dank dem Verlag und der lieben Sandra Schwarzer – ein Rezensionsexemplar in meinem Briefkasten. Neugierig wie ich war, hab ich das Buch schnell angefangen zu lesen, und ebenso schnell war es auch schon ausgelesen. Ups.

Marion Grasl fragt sich: wie kam es eigentlich dazu, dass Caspar, Melchior und Balthasar sich auf die Reise ins Morgenland begaben, um den neuen Messias zu finden? Wurden sie eingeladen, waren sie zufällig im Umland eh unterwegs? Doch so einfach ist es nicht: Alle drei sind weise Seher, die von Visionen heimgesucht werden. Alle drei sind neugierig geworden, und wollen wissen, was es mit den Visionen auf sich hat, dass es zwei Kinder geben soll, die nun als Messias aufwachsen sollen. Doch das Trio sträubt sich noch etwas, sich auf den Weg nach Nazareth zu machen. Zum einen nehmen sie die Visionen am Anfang zu Ernst, zum andren: wer soll die Reise finanzieren? Die Könige der Länder sträuben sich etwas, doch die Seher bleiben nicht alleine: ihr Umfeld ist bereit, den Sehern die Reise zu finanzieren, damit diese endlich Ruhe von der Vision bekommen. Und so geht es auf die Reise: alle drei Seher machen sich unabhänig auf die Reise, um den Messias zu treffen. Doch was wird sie erwarten am Ziel der Reise und welche Abenteuer müssen sie bestehen?

Monika Grasl hat mich mit ihrem Schreibstil um den Finger gewickelt. Ich konnte das Buch kaum aus den Händen legen, und nutzte jede freie Minute, um die Geschichte regelrecht zu verschlingen. Wer waren die drei Seher Caspar, Melchior und Balthasar? Was hat das Trio ausgemacht, welche Charakterzüge hätten alle drei haben können? Welche Strapazen mussten die drei auf ihrer Reise trotzen?

Die Autorin hat es geschafft, ein lebendiges Bild zu erschaffen von den drei Sehern. Man konnte sich nicht nur mit den Sehern selber identifizieren, sondern auch mit den jeweiligen Mitstreitern, die die Seher auf ihrer Reise begleitet haben. Als Leser habe ich geschmunzelt, aber auch mitgefühlt, wenn es zu Streit kam, aber auch mitgefiebert, wenn die Seher sich mit Schlangengift in ihre visionäre Welt gebracht haben.

Wo ich im Moment noch mit mir hadere ist das Gefühl, dass der Fokus am Anfang stark auf den anfänglichen Erzählsträngen der Geschichte lag. Grasl beschreibt recht ausführlich, welche Visionen die einzelnen Charaktere plagt, gerade in den letzten sieben Jahren vor der Zeitrechnung. Das Umfeld wird sehr genau beschrieben, was mir sehr gut gefallen hat, da man sich das Umfeld exakt bildlich vorstellen kann. Auch die Charaktere werden sehr lebendig beschrieben. Für die Reise selber fehlt mir etwas Tiefe, die für mich auch etwas ausführlicher hätte beschrieben werden können: Es werden zwar gewisse Stationen und Gefahrensituationen beschrieben, aber ich hatte nicht den Eindruck, als wären die Weisen sehr lange auf dem Weg nach Nazareth gewesen, sondern als wäre die eine Reise eine Sache von ein paar Wochen gewesen. Die Überbrückung vom siebten Lebensjahr bis kurz vorm Erscheinen des Messias wirkt verglichen mit der Einführung der notwendigen Charaktere für mich etwas kurz. Auch das eigentliche Treffen auf den Messias scheint irgendwie nicht mehr allzu relevant, und wird durch die Erzählung von Abdi erwähnt. Ich denke, diese wundervolle Geschichte hätte aufgrund der Reise der drei Weisen mit ihrer Reisekaravane doch noch locker und gut und gerne hundert bis zweihundert Seiten füllen können, ohne langatmig zu wirken. Denn der Schreibstil von Marion Grasl ist so angenehm zu lesen, dass man sich in dieser orientalischen Welt ohne weiteres als Beobachter wieder findet. Bitte sehr viel mehr davon!

Und allein das Cover: Es hätte kein besseres geben können.

 

Lieber schwarzer Drachen Verlag: vielen Dank für dieses tolle Rezensionsexemplar, es war ein echt schöner Ausflug in die Welt von 1001 Nacht!

[Buchhandlung] Modern Graphics in Berlin – ein Comicparadies

Nun, wenn ich mal wieder in Berlin bin, tiger ich gerne zu Fuß durch die Straßen und lasse mich treiben. Und so entdecke ich immer ganz tolle Läden. Denn Berlin ist bunt, und hat sehr sehr viel zu bieten, gerade auch, was Buchläden anbelangt.

So landete ich mit meiner besseren Hälfte und einer lieben Freundin im Prenzlauer Berg in einem Comic Laden, genauer gesagt im Modern Graphics. Oh man, ich liebe diesen Laden abgöttisch. Wirklich. Allein die Tatsache, dass Modern Graphics in der Kastanienallee 79 in Berlin Jack Skellington als (über-)lebensgroße Figur im Laden dekoriert hat, lässt mich jedes Mal regelrecht ausflippen. Vielleicht ganz gut, dass Jack unter der Decke „schwebt“, vermutlich würde ich sonst tanzend und schmusend mit ihm durch den Laden laufen – in weiser Vorraussicht des Ladenpersonals schon in Sicherheit gebracht 😀

Nun, was macht diesen Comicladen noch so besonders? Die Auswahl ist bombastisch: Regalweise Auswahl an Mangas, französich-, englisch- und deutschsprachigen Comics, von Klassikern wie Lucky Luke, Asterix oder Tim und Struppi. Beim letzten Besuch hatte ich einen Sherlock Holmes Comic entdeckt, in dem Sherlock Holmes auf Vampirjagd in London geht. Aber auch jede Menge Mangas finden sich hier wieder: ich liebe ja die Reihe von Elias aus „die Braut des Magiers„. Auch ein bisschen Merchandise findet sich hier wieder: Es gibt Gläseruntersätzer z. B. von Star Trek oder Harry Potter. Modern Graphics führt Comics für Erwachsene, aber auch für Kinder.

Aber das Personal schlägt sogar noch die Auswahl: immer ein Lächeln auf den Lippen, und immer bemüht, glückliche und zufriedene Kunden zu haben (was bei uns allemal funktioniert hat). Man wird fachlich beraten, und man fühlt sich sicher aufgehoben. Ich bin mir sicher, das Personal liest fleißig die Comics mit 😀

Auch online kann bestellt werden, oder zwischen den Filialen gibt es auch den Austausch.

Schaut bei Modern Graphics rein: das schöne ist, das Team hat drei Filialen in Berlin.

Wo findet ihr hier:

Modern Graphics in Berlin

 

und am 04. Juli gibt es einen französischen Comicabend. Viel Spaß beim Stöbern