[Rezension] Hanna Nolden Hoffnung

Hanna Nolden habe ich nicht nur wegen ihren coolen Büchern ins Herz geschlossen, sondern auch menschlich. Und so hab ich mich sehr gefreut, als ich aus der Zombie Zone Reihe das Buch „Hoffnung“ lesen durfte.

Deutschland wurde von einer Zombie Apokalypse überrollt. Es haben zwar einige Menschen überlebt, die müssen aber weiterhin ums Überleben kämpfen. Denn jeder Schritt vors Haus ist lebensgefährlich. Solang man eine gewisse Grundversorgung mit Büchern und Lebensmitteln zuhause hat, ist die Situation noch ganz erträglich. Aber, was wenn nicht?

So zwingt die fehlende Grundversorgung Dany vor die Tür, es fehlt eine Packung Tampons. Schwer bewaffnet wagt sich Dany vor die Tür, und findet nicht nur eine Packung Tampons, sondern noch einen Säugling, den sie adoptiert. Doch ist Hamburg der richtige Platz für so einen Säugling? Dany macht sich auf die Suche nach ihren Eltern, und findet Hoffnung an ganz anderer Stelle, dort, wo sie es am wenigsten erwartet hat.

Zur Zombie Zone Germany ist zu sagen, dass man die Bücher unabhängig von einander lesen kann. So ist „Hoffnung“ bereits der 10. Teil dieser Reihe, und ich wurde nicht enttäuscht. Das Grundsetting ist düster und birgt eine gewisse Endzeitstimmung mit sich. Was man in so einer Grundsituation sicherlich nicht erwartet, ist noch der Glaube und die Hoffnung an eine bessere Welt oder Inseln der Sicherheit. Genau diese trifft Dany, in dem sie den Mut beweist, loszulaufen, ohne Garantie auf Erfolg.

Vielleicht ist es genau das, was wir auch im Alltag benötigen: manchmal braucht es einen kleinen Auslöser, um loszulaufen, Erfahrungen zu sammeln und Hoffnung an Stellen zu finden, bei denen man es gar nicht erwartet.

Vielen Dank an Hanna und den Amrun Verlag für dieses wirklich schöne Buch!

[Rezension] Rudyard Kipling – Das Dschungelbuch (Hörbuch)

Wer kennt diesen Klassiker nicht: Das Dschungelbuch. Sehr oft verfilmt, vertont, gelesen. Ich liebe diese Geschichte.

Ein kleines Menschenjunge wird von seinem Dorf getrennt, und wird von einem Wolfsrudel aufgenommen. Ein Bär, eine Schlange und ein Panther werden zu seinen besten Freunden, die ihm die Regeln des Dschungels erklären. Aber der Frieden täuscht. Nicht nur eine Affenbande macht Mogli das Leben schwer, nein auch der Tiger Shir Khan treibt sein Unwesen und ist Mogli dicht auf der Spur.

Über die Geschichte selbst mag ich gar nicht viel sagen. Rudyard Kipling hat hier einen Klassiker geschaffen, den man – egal welchen Alters – gelesen haben muss. Es mutet fast unvorstellbar an, dass ein Kind in einem verwunschenen Dschungel sich so vielen wilden Tieren stellt, und vor allem überlebt. Aber vielleicht ist es gerade diese kindliche Unschuld, die die wilden Tiere – abgesehen von Shir Khan – daran hindert, dem Kind den Garaus zu machen.

Das Hörbuch aus dem Argon Verlag wird gesprochen von Christian Brückner, und wird vertont von dem Wilden Jazzorchester. Während der Erzählung und zwischen den Kapiteln gibt es musikalische Einspieler, die ganz gut zu der Geschichte passen. Ob ruhig oder wild, es gibt zu jeder Szene die passende Musik.

Zugegeben, ich hatte das Hörbuch vor ein paar Wochen abends beim zu Bett gehen angeschaltet, und habe es recht schnell wieder bei Seite gelegt. Zu viel erschien mir die Musik zum Entspannen und Einschlafen. Als ich das Hörbuch diese Woche wieder hervorgezogen habe, fand ich die Musikuntermalung grundsätzlich viel viel angenehmer. Gerade die ruhigen Passagen zwischen den Titeln bzw. die Hintergrundgeräusche fand ich super. Jedoch waren mir die Musikeinspieler zwischen den Titeln etwas zu lang, ich hab einige Male die Musik übersprungen, weil ich etwas die Stimmung der tollen Erzählung verloren habe. Denn die Stimme des Erzählers entführt einen direkt in den Dschungel. Die Musik untermalt diese Stimmung, für mich hat es aber die Stimmung bzw. die Spannung zu sehr unterbrochen, und ich musste wieder in die einzelnen Kapitel hereinfinden.

Ein Hörbuch, das in ein paar Stunden gehört werden kann, und einen recht gut unterhält. 4 Sterne.

[Rezension] Lindsey Fitzharris – Der Horror der frühen Medizin (Hörbuch)

In einem Gespräch mit einem ehemaligen Kollegen kamen wir auf das Thema Mittelaltermärkte, und ob ich wirklich gerne im Mittelalter wohnen möchte. Ich habe das stets verneint, und er äußerte einen Satz, der mich heute noch immer wieder zum Schmunzeln bringt: „Mittelalter ist toll, wenn man abends nach Hause kann.“ Ein sauberes Bad und eine ausreichende medizinische Versorgung sind für mich nicht zu verachten. Besonders um manch medizinische Versorgung war ich bisher sehr froh.

So nimmt uns die Autorin Lindsey Fitzharris mit auf eine historische Reise, die in mir manch Grauen und Gänsehaut ausgelöst hat. Die frühe Medizin war geprägt von teils grausamen Versuchen am Patienten, die furchtbar anmuten. Die Medizin war noch nicht so weit, so dass Operationen, Amputationen oder andere schmerzhafte Behandlungen ohne Narkose durchgeführt wurden, die oft Entzündungen mit sich zogen und teils tödlich endeten. Erst nach und nach entwickelten sich Narkosemittel und vor allem ein Bewusstsein für einen sauberen Operationssaal. Ein wichtiger Wegbereiter der Antisepsis war Joseph Lister. Dem Chirurg fiel bei seinen Studien und Beobachtungen auf, dass je sauberer ein Chirurg arbeitet, desto weniger Nachfolgeerkrankungen die Patienten aufwiesen. Doch seine Arbeit war geprägt von anderen Ärzten und Quacksalbern, die sich lieber auf althergebrachtes verließen und Lister übel nachredeten. Lister blieb jedoch hartnäckig und konnte Beweise erbringen, bis sich langsam nach und nach auch die Gegner überzeugen ließen.

Lindsey Fitzharris ist es mit „Der Horror der frühen Medizin“ gelungen, einen Blick in die Entwicklung der frühen Medizin zu werfen. Leichenraub war nicht unüblich, ebenso wenig eine Amputation bei vollem Bewusstsein. Dank vieler mutiger Forscher konnte sich die Medizin weiterentwickeln zu dem, was sie heute ist. Viele Versuche scheiterten, viele Versuche mussten unter anderen Bedingungen weitergeführt werden, oder funktionierten erst durch den wissenschaftlichen Austausch diverser Kollegen. Aber auch der Faktor Hartnäckigkeit und Neugier ist nicht zu verachten. Listers Vater sprach seinem Sohn sehr viel Mut zu, und unterstütze ihn, wo er konnte.

Für mich besonders faszinierend waren die Operationen, die tatsächlich sogar zuhause durchgeführt wurden – heute eigentlich unvorstellbar. Der Glaube einiger Ärzte, dass Lister ein Scharlatan war, erschreckt mich ebenso wie die Tatsache, dass viele Neider Listers selbst auf dem Holzweg waren. Umso mehr bin ich heute froh, dass es Menschen wie Lister oder Louis Pasteur gab, die mit ihrer unermüdlichen Arbeit uns heute noch oft genug im Alltag begegnen. Ich bin regelrecht dankbar zu wissen, was die heutige Medizin leisten kann, auch wenn sie wie früher nicht jeden Patienten retten kann.

Auch wenn dieses Buch viele gruselige und grausame Szenen beschrieben hat, hat es mich doch sehr fasziniert und beeindruckt. Die Erzählung bleibt spannend, ohne unnötige Effekthascherei zu betreiben. Die damalige Realität war leider so.

Der Sprecher Friedhelm Ptok hat das Buch wirklich überzeugend gesprochen, mit der nötigen Ruhe, und hat somit eine tolle Stimmung erzeugt. Diese war leider manchmal so gut, dass ich die beschriebenen Szenen zu deutlich vor Augen hatte und pausieren musste, weil mir die Szenen zu plastisch erschienen.

Nichts für schwache Nerven und doch eine Hommage an die Entwicklung der Medizin. Volle Punktzahl.

[Rezension] Jasmin Schreiber – Die Mauersegler

Wenn ein enges Familienmitglied oder enger Freund todkrank ist, fühlt man sich machtlos und gelähmt. Man wünscht sich Zauberkräfte, mit denen man seinem geliebten Menschen helfen kann, in dem man diese Krankheit vom Patienten abwendet. Leider sind einem selbst oft die Hände gebunden, weil einem das Wissen fehlt, was man machen wirklich effektiv machen kann. Es bleibt die Hoffnung auf die Ärzte, die mit ihren neuesten Erkenntnissen Hoffnung auf Besserung und vielleicht auch auf Heilung machen können. Was aber, wenn selbst dem erfahrensten Arzt mit einer neuen hoffnungsvollen Studie die Hände gebunden sind?

Prometheus ist so ein Arzt. Sein bester Freund Jakob hat Krebs, und setzt alle Hoffnung in Prometheus. Denn dieser konnte schon vielen Patienten helfen, und keiner möchte schliesslich, dass Jakob stirbt. Die Erwartungen an Prometheus sind hoch, und er begibt sich auf ganz dünnes Eis, um den besten Freund zu retten.

“Die Mauersegler” ist ein Buch, das mich wieder tief bewegt hat. Jasmin Schreiber hat ein unbeschreibliches Talent, Emotionen genau da zu platzieren, wo sie hingehören. Wut, Trauer, Humor, Gefühlte in allen Facetten und Tiefen.

Ein Arzt, der mit der Erwartungshaltung umgehen muss, der letzte Strohhalm eines Patienten zu sein, der eine schlimme Krankheit nicht überleben wird. Beide wichtigen Protagonisten gleichen wie ein Mauersegler: mal werden sie durch die Strömung hoch in der Luft getragen, mal befinden sie sich im freien Fall.

Wie geht man mit dem Verlust eines Menschen um, dem man zwar theoretisch helfen kann, weil man das Werkzeug hat und weiss wie man es anwenden kann? Und doch scheitert man, weil es mehr braucht als das Wissen, wie man fliegt: Strömung, Wind, viel hat Einfluss auf den Flug des Mauerseglers, und auch wenn er weiss, wie man fliegt, kann es passieren, dass er stürzt.

So muss Prometheus mit dem Wissen zurecht kommen, seinem Freund nicht helfen zu können, egal wie er versucht, dem Tod ein Schnippchen zu schlagen. Seine Trauer bewältigt er auf seine Weise, und er bekommt Hilfte auf ganz unerwartete Weise.

Jasmin Schreibers Bücher zu lesen bedeutet, sich vielleicht auch ein bisschen sich selbst zu stellen. Man will nicht über unangenehme Themen wie Tod und Sterben reden. Wenn doch, heißt es der nackte Realität ins Auge zu schauen. Und doch verschlinge ich jedes Buch von dieser zauberhaften Autorin, weil sie es schafft, unangenehme Themen mit einem Augenzwinkern aufzubereiten. Denn Jasmin Schreiber kann nach einer traurigen Situation mit Tränen in den Augen einem direkt ein herzhaftes Lachen entlocken.

“Die Mauersegler” ist ein Buch der Gefühle, das einen Achterbahnen der Gefühle durchfliegen lässt, ohne das Ziel aus den Augen zu verlieren: das Leben.

[Fünf-Fragen-Freitag] Der Zauberer Max Olbrich

Heute geht es mit einem sehr sympathischen Zauberer weiter: Max Olbrich. Auch ein Zauberer, über den ich eher zufällig gestolpert bin, den ich aber super gerne verfolge. Ich durfte mit meiner besseren Hälfte sogar schon bei einem seiner Trailer mitmachen – das war ziemlich cool. Was ich an Max sehr schätze ist, dass er so sympathisch und persönlich rüber kommt. Und ich freue mich mega, dass er meine Fragen beantwortet hat. Eins kann ich schonmal verraten, bald kommt auch eine Rezension zu seinem Buch „Phantastische Denkfehler und wo sie zu finden sind“, aber jetzt geht es erstmal weiter mit seinen Antworten zum Fünf-Fragen-Freitag.

Unter welchem Namen zauberst du? 

Max Olbrich

Welches Zaubergenre/Publikum bedienst du? 

Ich liebe es, als Performer auf der Bühne zu stehen, egal welcher Größe. Mittlerweile sind meine Effekte eher der Mentalmagie zuzuordnen. Ich versuche aber auch durch Stand-up Comedy und die Verbindung mit meinem Wirtschaftspsychologie Studium eine Show zu spielen, die sowohl unterhaltsam, als auch verblüffend und informativ ist. 

Wie sieht der perfekte Zauberort für dich aus? 

Ich liebe die Abwechslung. Von kleinen Theatern mit 20 Personen bis hin zu großen Veranstaltungsstätten mit 1.500 Personen macht mir alles sehr viel Spaß. 

Was ist dein Lieblingsrequisit und verbindest du damit? 

Mein Lieblingsrequisit ist ein Taschentuch, das sich durch schütteln mit „Magie“ in einen Kranich faltet. Das sieht einfach wahnsinnig visuell aus und kommt für die Zuschauer (hoffe ich) sehr unerwartet.

Welchen Satz in Verbindung mit Zauberei kannst du nicht mehr hören? 

Gerade von Männern kommen oft sehr dumme Sprüche. Beispielsweise: „Ey sag mal, kannst du meine Frau nicht mal schöner zaubern?“ 🤦 Da bekomme ich sofort die Krise.

Ok, die Antwort auf die letzte Antwort kann ich durchaus verstehen 😉

Vielen Dank Max für deine Zeit.

[Fünf-Fragen-Freitag] Der Autor Uwe Krauser

Jetzt überlege ich schon so lange, wann und wie Uwe Krauser in mein Leben gestolpert ist, und ich kann diese Frage nicht beantworten. Eigentlich nicht schlimm, denn es fühlt sich an, als wäre Uwe schon ganz lange da. Uwe ist einer der Autoren, die mir sehr ans Herz gewachsen sind, und ich weiß jetzt schon, dass ich spätestens 2022 mich ins Auto setze, und ihn mit seinem Mann und diese zuckersüßen Hunde besuchen werden gehe. Bei meiner Rückfahrt muss Uwe nur aufpassen, dass seine Hunde nicht bei mir im Auto landen :D. Deswegen steht mir heute Uwe Rede und Antwort beim Fünf-Fragen-Freitag, was mich besonders freut, da er sein neues Buch „Rosalie die Feuerwanze“ am 10.08. veröffentlicht hat.

Stell dich kurz vor, wie heißt du, und seit wann schreibst du?

Ich bin der Uwe, 50 Jahre alt, komme ursprünglich aus Remscheid bei Köln und bin über einige Umwege im tiefsten Bayerischen Wald „gestrandet“. Dort lebe ich seit 15 Jahren mit meinem Mann Oliver und mit unseren beiden Tierschutzhunden Phoebe und Layla. Gemeinsam haben wir uns unseren Traum erfüllt und betreiben ein kleines Hotel im schönen Bodenmais, die Montara Suites. Einen Roman zu schreiben war schon immer meine geheime Leidenschaft, doch habe ich mich erst 2018 an diese Aufgabe herangetraut – und jetzt kann ich nicht mehr damit aufhören 😉

In welchen Genres sind deine Bücher zu finden?

Meine beiden ersten Romane „Phoebe – Eine Straßenhündin checkt ein“ und „Layla – Heldin auf vier Pfoten“ sind zwei Tierromane für Erwachsene LeserInnen und fallen in den Bereich Humor/Belletristik. Am 10.08. ist mein neuestes Buch erschienen, welches sich an die etwas jüngeren „Leseratten“ richtet. „Rosalie, die Feuerwanze“ ist ein Kinderroman und erzählt auf 180 Seiten die spannende Geschichte der kleinen Rosalie, die sich auf die Suche nach ihrer verschollenen Familie macht und dabei die unglaublichsten Wald- und Wiesenbewohner kennenlernt.

Selfpublisher, oder Verlagsbücher? Wo veröffentlichst du und warum hast du diese Wahl getroffen?

Ich habe das große Glück, meine Romane beim Kampenwand Verlag veröffentlichen zu dürfen. Es ist für mich eine enorme Erleichterung, dass der Verlag Dinge, wie z.B. den Vertrieb und das Marketing übernimmt und ich mich auf das Schreiben meiner Bücher konzentrieren kann.

Was treibt dich beim Schreiben an?

Es sind die vielen Nachrichten, Kommentare und Briefe meiner LeserInnen, die mich immer wieder motivieren, meine Ideen zu Papier zu bringen. Es macht mich unsagbar stolz, dass ich meine Geschichten mit so vielen Menschen teilen darf.

Über welches Thema magst du noch schreiben?

Ein spezielles Thema habe ich nicht vor Augen, doch arbeite ich im Moment an einem Kochbuch der etwas anderen Art … mal schauen, was daraus wird 😉

und nächste Woche wird es wieder magisch!

[Rezension] Mechthild Borrmann – Glück hat einen langsamen Takt

Was ist Glück? Die Frage wird jeder anders beantworten. Für den einen ist Glück der Kaffee am morgen, ein Lottogewinn, oder der neue Job war Glück zu ergattern.

Aber heißt Glück auch, dass der Ehemann weg ist, der seit Jahr und Tag im Garten zu Weihnachten einen Weihnachtsbaum pflanzt? Was für den Mann Glück ist, 30 Bäume im Garten zu haben, ist für die Frau der Horror.

Mechthild Borrmann erzählt in verschiedenen Geschichten, was Glück bedeuten kann. Es sind Geschichten, die nicht von einem fast kitschigen Glück erzählen, sondern von einem Glück, das manchmal böswillig ist, wenn man dem anderen loswird. Glück hat für jeden Menschen einen anderen Takt, langsamer als manches Liebesglück, und zeigt sich in den unterschiedlichsten Situationen.

Das Buch hat mich zum Nachdenken gebracht. Liegt das Glück immer so offensichtlich auf der Straße, oder ist Glück wirklich Definitionssache? Glück kann befreiend wirken, skurril anmaßen, und Glück liegt auch oft versteckt im Detail. Glück ist Ansichtssache und liegt im Auge des Betrachters.

„Glück hat einen langsamen Takt“ ist ein Buch, das man bewusst genießen sollte. Gerade die einzelnen Geschichten bieten Zeit zum Nachdenken, innehalten, und lassen den Leser langsam eintauchen in eine Welt, in der Glück seinen ganz eigenen Zauber entwickelt.

Ich durfte dieses Buch als Hörbuch genießen, und muss gestehen, dass dies einen besonderen Reiz hatte. Die Geschichten wurden von unterschiedlichen Sprechern eingesprochen, und so waren die einzelnen Geschichten sehr abwechslungsreich. Die Sprecher wechselten sich ab, und man konnte jede Geschichte für sich gedanklich abschließen.

Das Hörbuch lädt zum mehrfachen Hören ein, und hat mir wirklich gut gefallen, denn Glück ist keine Standardware. Ich würde dieses Hörbuch alles andere als langsam einstufen, aber vielleicht als bewusste Anregung, über Glück nachzudenken.

Was ist Glück für dich?

[Fünf-Fragen-Freitag] Der Umweltmagier Freddie Rutz

In der heutigen Zeit sind Menschen mit Ideen gefragt, gerade, was Umweltschutz anbelangt. Freddie Rutz ist so ein Mensch mit Ideen. Ob mit seiner Kamerainstallation Action Twister oder als Umweltmagier: dieser Schweizer ist schnell am Start mit grandiosen Ideen. Und so hat er mir Rede und Antwort gestanden beim Fünf-Fragen-Freitag. Vielen Dank Freddie!

Unter welchem Namen zauberst du?

                Freddie Rutz-  Schneller Schweizer

Welches Zaubergenre/Publikum bedienst du? (Z. B. Mentalmagie, Kinderzauberei)

                Comedy Magie

Was sieht der perfekte Zauberort für dich aus? (Im großen/kleinen Rahmen,….)

                Las Vegas MGM, in beiden Rahmen J

Was ist dein Lieblingsrequisit und verbindest du damit?

                Meine neueste Kreation, das erscheinende Windrad

Welchen Satz in Verbindung mit Zauberei kannst du nicht mehr hören?

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Besucht unbedingt eine Show von Freddie, es lohnt sich garantiert!

[Fünf-Fragen-Freitag] Das Hammett / Krimibuchhandlung

Heute geht es mit dem dritten Fünf-Fragen-Freitag-Beitrag weiter. Das Hammett gehört zu einer meiner Lieblingsbuchhandlungen. Warum? Weil die Beratung einfach klasse ist, ich immer mit Tonnen an Büchern rauskomme, und es gaaaanz viele Krimis und Thriller gibt. Aber mehr soll doch der Inhaber Christian Koch selber erzählen.

Wie heisst Eure/Ihre Buchhandlung, wie lang gibt es euch schon und wo ist sie zu finden?

Es ist die Hammett Krimibuchhandlung. Sie befindet sich in Berlin-Kreuzberg und wurde im Juni 1995 so als Krimibuchhandlung von meiner Vorgängerin gegründet. Ich (Christian Koch) führe sie jetzt seit August 1999. Es ist die zweitälteste Krimibuchhandlung auf dem europäischen Kontinent. Auf 35 Quadratmetern haben wir in zwei kleinen Räumen etwa 2.400 neue und geschätzte 3.600 antiquarische Bücher.

Hat die Buchhandlung bestimmte Schwerpunkte wie ausgewählte Genres? 

Ausschließlich Kriminalliteratur. Eine Besonderheit gegenüber den etwa sechs anderen „reinen“ Krimibuchhandlungen in Deutschland (zwei davon in Berlin): Wir haben neue wie auch antiquarische Kriminalromane. Diese in deutscher und auch englischer Sprache. Die anderen Krimibuchhandlungen beschränken sich bewusst nur auf Neuware. Wir haben von Anfang an Wert auf unseren Status als Kiezbuchhandlung gelegt. Alle sollen zu uns kommen können und alles hier bestellen können. Viel Menschen sind seit vielen Jahren hier im Laden zu Gast ohne je einen Krimi gekauft zu haben.

Welche 5 Bücher sind Ihre persönlichen Highlights und welche empfehlen Sie gerne? (Können gerne aktuelle oder Evergreens sein)

Kriminalliteratur:

Jakob Arjouni: Magic Hoffmann (der beste zeitgenössische/moderne Berlinroman im Genre Krimi)

Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz (der beste historische Berlinroman im Genre Krimi)

Dashiell Hammett: Rote Ernte (der für mich beste Kriminalroman aus den letzten gut 90 Jahren)

Susanne Saygin: Crash (der beste deutschsprachige, politische Kriminalroman aus diesem Jahr) – erscheint am 8. August 2021 im Heyne Verlag-

Nichtkrimi:

John K. Toole: Die Verschwörung der Idioten (früher: Ignaz oder die Verschwörung der Idioten) – ein zeitloses Meisterwerk um das Zusammenleben von Menschen

Bietet Eure Buchhandlung einen extra Service wie Lieferservice persönlich oder per Post, Buchabo, Überraschungsboxen, Antiquariat?

Ja, wir versenden (damals als eine der ersten Buchhandlungen Deutschlands) seit 1995 Bücher in alle Welt per Post.

Manche Menschen haben ein Geschenkabo und lassen sich z. B. einen Kriminalroman pro Monat schicken. Oder verschenken das Abo an jemanden anderes.

Überraschungsboxen fertigen wir nur auf Wunsch. Oft (unserer Erfahrung nach) sind die Überraschungsbücher schon bekannt oder sogar vorhanden.

besonderer Service: Wir haben die größte, frei zugängliche Datenbank im Internet für Krimis (erschienen von 2000 bis heute). Da sind jetzt über 36.000 Kriminalromane mit Cover, bibliographischen Angaben, Inhaltsangabe und manchmal auch einer Rezension (von uns) zu finden. In dieser Datenbank kann nach Titel, Autorin, Stichworten und mehr gesucht werden. Zudem bieten wir immer ein Vorschau der kommenden sechs Monate bei den Neuerscheinungen an. Wir listen jeden Monat alle uns bekannten Neuerscheinungen auf um einen Überblick zu unserem Genre zu ermöglichen.

Gab es schon ein besonderes Event/Erlebnis in Ihrer Buchhandlung, z. b. einen besonders glücklichen Kunden, eine besonders coole Lesung oder…

Ich glaube schon, dass in den vielen Jahren einige Kunden sehr glücklich waren. Viele kommen ja auch gerade wegen dem persöhnlichen Kontakt seit vielen Jahren ins Hammett. Herausheben möchte ich da aber keinen Einzelfall. In den jetzt fast 22 Jahren „meiner Zeit“ im Hammett haben wir etwa 150 Lesungen/Veranstaltungen durchgeführt. Manche waren bewegend, manche spektakulär. Der persönliche Kontakt mit den Autorinnen und Autoren bedeutet uns hier immer schon sehr viel. Aber: Auch hier möchte ich keine Veranstaltung explizit hervorheben.

[Rezension] Christoffer Carlsson – Unter dem Sturm

Im November 1994 brennt im südschwedischen Marbäck ein Haus nieder. In der Ruine wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, vor der Ruine ihr schwerverletzter Freund. Schnell ist für die Ermittlungsgruppe klar: Edvard, der Freund der Toten, muss der Verdächtige sein. Edvard wird verurteilt, ihm steht eine lange Haftstrafe bevor, und für Edvards Neffen Isak bricht die Welt zusammen. Seine Eltern meiden das Thema, und für Isak fällt mit Edvard eine seiner wichtigsten Bezugspersonen weg. Seine Jugend ist geprägt von Zweifeln, weiteren Verlusten und Gedanken darüber, ob ihn das gleiche Schicksal ereignen wird wie sein Onkel und dessen Vaters zuvor: das eines Gewalttäters.

Gleichzeitig wird dieser Fall für den Ermittler Vidar zum Fall seines Lebens. Vidar zweifelt an der Schuld Edvards und mag nicht so recht an Edvards Schuld glauben. So wirbelt Vidar auch Jahre später nach Abschluss des Falles Staub auf, was bei Kollegen und Vorgesetzten nicht auf Verständnis stößt. Denn die Rolle eines ominösen vierten Fahrzeugs ist nach wie vor noch nicht geklärt. Vidars Suche nach dem wahren Täter ist für ihn zur Lebensaufgabe geworden. Er riskiert seine Ehe und seinen Job, und trotzdem lässt ihn das Schicksal Edvards und Isaks nicht mehr los.

Die Ermittlungsarbeit stellt zwar eine elementare Säule des Buches dar, doch liegt der Fall nicht nur auf der Polizeiarbeit. Vielmehr liegt der Fokus auf den Protagonisten, deren Zusammenspiel sich zu einem Gesamtbild zusammenfügt, dass dieses Buch für mich zu einem Highlight für dieses Jahr macht. Die Eltern, die mit der Situation des Onkels und dem Schock des eigenen Sohnes nicht umgehen können, wollen ihren Sohn vor dem Stigmata, dass ein eigenes Familienmitglied zum Mörder wurde, beschützen.

Die Figur des Isaks ist eine tragische. Mehrere Verluste beuteln diesen jungen Mann, werfen ihn aus der Bahn. Er nimmt eine Rolle an, die so gar nicht zu ihm passen will, denn dieser gefühlvolle Mensch verwandelt seine Verzweiflung endet in Aggressivität, Rebellion und Gewalt und wird selbst zum Verbrecher. Es ist hart, diesen jungen Mann so zu sehen, dem hätte anders geholfen werden können, nicht nur vom Polizeiermittler, der versucht, sich Isaks anzunehmen. Aber auch Vidar konnte mich überzeugen. Sein Grundinstinkt ist richtig, was die Ermittlungen anbelangt, wenn auch ihn auch dieser Instinkt erst in die falsche Richtung treibt und er sich in einer falschen Fährte verliert, bemüht er sich, Isaks Leben wieder in positivere Bahnen zu lenken, und etwas gut zu machen.

Es ist eine Geschichte, die von der richtigen Mischung lebt. Die Ermittlungsarbeiten werden von den Geschichten der Menschen, aber auch von der Landschaft ergänzt, und alles greift – für mein persönliches Empfinden – ineinander. Die nötige Spannung, die nicht von actionreichen Schlagabtausch lebt, sondern von der Erzählweise des Autors. Die Wendungen, die das Buch nimmt, konnte eventuell vorausgesehen werden, ich habe mich aber sehr gerne aufs Glatteis führen lassen. Es waren diese kleine Erinnerungen um diesen Fall, die zum Schluss ein stimmiges Gesamtbild ergeben haben, und so konnte mich „Unter dem Sturm“ von Christoffer Carlsson mich im Sturm erobern, und wird mich jedenfalls sehr lange noch begleiten. Innerhalb weniger Stunden verschlungen, hat es mir sehr gut gefallen.