Alles auf Anfang

Ups, da ist das Jahr auch schon wieder zwei Wochen alt. Kaum war Weihnachten, war schon wieder Silvester, und dann … ja dann… kam mein neuer Job. Der gefällt mir bisher ausgesprochen gut, und es gibt viele neue spannende Sachen zu entdecken. Die Kollegen sind cool, und ich fühle mich sehr wohl.

Zum neuen Job gehörte nun auch ein Umzug. Berlin hat nun einen Schwaben mehr. Da ich aber schon knapp 5 Jahre nach Berlin gependelt bin, muss ich sagen, dass die Großstadt nicht wirklich fremd für mich ist. Ich konnte so schon einen gewissen Bekanntenkreis aufbauen, weiß, wo ich meine Bücher herbekomme, oder was zu essen, wo mein Bus fährt, usw.

Mein „kleiner“ Bücherstapel wurde von starken Armen umgezogen, und irgendwie haben wir die Bücherberge in der kleinen Wohnung untergebracht. Da ich jetzt nicht jeden Tag auf Arbeit muss (mobiles Arbeiten lässt grüßen), bzw. ich sonst mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahre, bleibt mir dann doch mehr Zeit zum Lesen. Das freut mich jedenfalls. Und wird euch mit vielen Rezensionen beglücken. Selbst die ersten Buddyreads sind schon geplant.

Ich hoffe, dass sich dieses Jahr wieder etwas bessert, was die allgemeine Situation anbelangt. Gerade jetzt, wo es so kalt ist, bleibt mir zum Sporteln nur ein Spaziergang. Sonst konnte ich wenigstens noch Schwimmen gehen, oder das Fitnessstudio besuchen. Leider kenne ich mich zu gut, dass ich daheim eher die Fraktion Sofahocker bin und mich für Sport zuhause nicht wirklich aufraffen kann.

Ebenso ist es wirklich doof, da ich gerne meine Lieblingszauberer so gerne sehen würde, stattdessen sitzen alle auf dem Trockenen, und kämpfen ums Überleben. Hoffentlich lässt sich das blöde Virus bald endgültig eindämmen, dass die Zahlen runter gehen, und wir wieder etwas mehr „Normalität“ im Alltag haben.

Bleibt gesund, alles Gute für 2021!

Adventstürchen Nummer 24 – Ein Weihnachtsgruß

Es treibt der Wind im Winterwalde
die Flockenherde wie ein Hirt
und manche Tanne ahnt wie balde
sie fromm und lichterheilig wird;
und lauscht hinaus. Den weissen Wegen
streckt sie die Zweige hin – bereit
und wehrt dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Herrlichkeit.

(Rainer Maria Rilke, 1875-1926, österreichischer Schriftsteller, Dichter)

Dieses Jahr war ganz anders, als wir es bisher gewohnt waren. Am Anfang des Jahres schien die Kassenbonpflicht unser größtes Problem zu sein. Doch dann kam ein Grippevirus, das unsre Welt auf den Kopf gestellt hat. Ein wirklich seltsamer Vogel wurde abgewählt, und wurde endlich durch einen anderen Präsidenten ersetzt, wir hoffen nun das Beste! Aber auch der Brexit ist noch nicht ausgestanden. Es gibt also noch andere Schlagzeilen ausser Grippevirus.

Weihnachten und Silvester kann nur unter strengen Auflagen gefeiert werden. Auch wenn man manche Restriktion anzweifeln mag, weil sie nicht komplett durchdacht ist, müssen wir dieses Virus in die Knie zwingen, bevor es uns weiter in eiserner Hand hält.

Für mich hat dieses Weihnachtsfest wieder mehr mit dem zu tun, was Weihnachten eigentlich bedeuten soll. Mehr Ruhe und mehr Besinnlichkeit mit Fokus auf das Wesentliche. Lokale Unternehmen – und sei es nur der Dönermann um die Ecke – habe ich versucht, so gut es ging zu unterstützen. Geschenke werden bewusster gekauft und ausgewählt.

Ich wünsche euch geruhsame Feiertage und bewusste Zeit mit euren Lieben. Wir haben es in der Hand, das vermaledeite Virus einzudämmen, in dem wir uns an die Regeln halten. Machen wir diese Zeit zu etwas besonderem.

Fröhliche Weihnachten!

Adventstürchen Nummer 23 – Nikolaus‘ Rentiere

Der Weihnachtsmann wäre nichts ohne seine Rentiere. Denn mit seinen neun Rentieren verteilt er in rekordverdächtiger Zeit seine Geschenke. Wer bekommt denn auf Anhieb alle Rentiere zusammen? Bevor ihr jetzt weiterlest, könnt ihr ja mal euer Wissen testen. Ansonsten verrate ich euch jetzt mal die Namen, damit ihr auch bloß kein Rentier vergesst.

Dasher, Dancer, Prancer, Vixen, Comet, Cupid, Donner und Blitzen und der berühmte Rudolph, der mit seiner roten Nase den Rentieren und dem Weihnachtsmann den Weg weist.

Adventstürchen Nummer 21 – Die Wintersonnenwende / Rauhnächte

Wer kennt es nicht: am 21.06. und am 21.12. gibt es eine Sonnenwende. Während es im Sommer den längsten Tag gibt, hält am 21.12. die längste Nacht Einzug. Und so gibt es auch im Winter wieder Hoffnung auf längere Tage (was mir persönlich sehr entgegen kommt).

Die Wintersonnenwende ist der Auftakt der Rauhnächte. In dieser Nacht werden Feuer entfacht, um die Hoffnung auf das Licht und die länger werdenden Tage zu wecken. Auch werden gerne Sachen verbrannt, die nicht mehr benötigt werden. So kann man sich von altem trennen und sich auf etwas Neues und Schönes einstellen.

Die Wintersonnenwende ist auch die erste Nacht der Rauhnächte und wird Thomasnacht genannt. In dieser Nacht wird den Toten gedacht, und ihnen Geschenke wie Äpfel und Nüssen gebracht.

Wie verbringt ihr diese Rauhnacht?

Adventstürchen Nummer 20 – Das Christkind

Einst gab es bei uns in der Familie einen netten Brauch. Am heiligen Abend mussten alle das Wohnzimmer verlassen. Dann wurde das Fenster geöffnet, damit das Christkind die Geschenke unter den festlich geschmückten Baum legen konnte. Erst dann durfte man wieder ins Wohnzimmer. Erst später merkte ich, dass nur gelüftet wurde, um den fiesen Zigarettenrauch hinaus zu lassen. Das Christkind hatte dennoch seinen Weg gefunden.

Das Christkind ist seit jeher als Gabenbringer mit gold gelocktem Haar bekannt. Doch das Christkind kam nicht immer schon am Heilig Abend. Einst blieb es beim Geschenke verteilen am Nikolaustag, dann kam das Christkind am 25.12. oder sogar an Silvester.

Heute ist das Christkind als Sinnbild für Jesus im Stall von Bethlehem nicht wegzudenken. In jeder Krippe liegt das Christkind. Und die Kinder schicken ihre Wunschzettel an das Christkind als Weihnachtspost, z. B. an die Weihnachtspostämter.

In Nürnberg wird sogar das Christkind jedes Jahr gewählt.

Adventstürchen Nummer 19 – Das Weihnachtspostamt

Da ich weiß, dass sich viele Menschen über Weihnachtspost freuen. Und so ist dieses Jahr auch wieder ganz viel Weihnachtspost unterwegs – auch wenn diese eventuell erst nach Weihnachten ankommt.

Was ich als besonders schöne Geste empfinde, sind die Weihnachtspostämter. Dort können Kinder ihre Wunschzettel hinwenden, und bekommen – bei rechtzeitiger Absendung, sogar eine Antwort. Manche tun dies kostenlos, andere gegen einen frankierten Rückumschlag.

In Deutschland gibt es unterschiedliche Ortschaften, die sich prima als Weihnachtspostamt eignen. Ob Himmelsthür, Himmelpfort, Engelskirchen, usw. Es gibt sogar für Briefmarkensammler unterschiedliche Stempelstellen! Wie wunderbar.

Und wenn es erst nächstes Jahr ist: Versendet doch mal wieder einen Gruß postalisch.

Adventstürchen Nummer 18 – Die aktuelle Zeitrechnung

Während den Recherchen zum Adventskalender viel mir die Zeitrechnung vor und nach Christi auf. Diese Zeitrechnung gibt es erst seit dem Mönch Dionysius Exiguus, der im 500 Jahrhundert lebte. Dieser strukturierte die Jahreszählung neu nach Christi Geburt. Man kann aufgrund der Evangelien nachvollziehen, in welcher Zeit Jesus geboren wurde. So entstand das Jahr Null. Heutzutage weiß man, dass Jesus ca. vier bis sieben Jahre vor dem Jahr Null geboren wurde.

Zur Zeit Jesu Geburt gab es den römischen Kalender. Der teilte bereits das Jahr in Monate und Tage ein. Der Römische Kalender wurde dann vom julianischen Kalender abgelöst, bei dem Julius Cäsar Namens- und Herausgeber war. Dieser beinhaltete bereits schon erste Schaltjahrberechnungen. Erst Ende des 16. Jahrhunderts wurde der julianische Kalender reformiert vom Papst Gregor der 13. Es gab einige kleinere Änderungen, die bis heute gelten.

Heutzutage gibt es so viele unterschiedliche Kalender. Der Mayakalender, der Buddhistische Kalender, jüdische, keltische, usw. Alle diese Kalender berufen sich auf verschiedene Kalendersysteme, z. B. die astronomischen Kalender (Berechnung der Sterne), der arithmetische Kalender (hier findet sich unser gregorianischer Kalender wieder) oder die Wandelkalender (die sich nach den Jahreszeiten richten).

Übrigens: das Wort Kalendarium kommt aus dem Lateinischen. Einst wurden am 1. eines Monats Darlehen ausgezahlt, oder Darlehens- und Zinszahlungen eingefordert.

Adventstürchen Nummer 17 – Die Mistelzweige

Mistelzweige sind von der Weihnachtsdeko nicht wegzudenken. Sie hängen gerne über der Haustüre, oder an anderen hohen Stellen, unter die man sich stellen kann. Denn: Mistelzweige sind berühmt dafür, dass man sich darunter küsst. Je mehr Mistelbeeren gepflückt wurden, umso öfter darf man sich küssen, sobald die Beeren weg sind, ist’s vorbei, mit der Übeltäterei (oder war das doch was anderes?)

Es nicht ganz klar, wann und wie dieser Brauch genau entstanden ist. Der Brauch schwappte über Großbritannien nach Deutschland. Dort ist der Brauch auch ein fester Bestandteil in der Weihnachtszeit. Doch wie es so ist bei den Weihnachtsbräuchen: vieles lässt sich bereits schon in frühester Zeit wieder finden. Wie die immergrünen Tannenzweige waren die Mistelzweige bei den Kelten ein Kultsymbol. So ist der immergrüne Zweig das weibliche Pendant zum männlichen Eichenzweig und steht für die Wiederkehr und den ewigen Lebenskreislauf. In den nordischen Göttersagen wurde Baldur von einem Mistelholzspeer getötet, und kommt der gleichen Bedeutung bei von Haselnussholz, das Vampire töten kann. Heute steht der Mistelzweig auch für Glück und Versöhnung.

Misteln wachsen teils hoch in den Ästen, können aber auch an den Wurzeln sich einnisten und ernähren sich von ihrem Wirt. Manche lieben ihren Wirt sogar so sehr, dass sie fast komplett mit ihm verschmelzen.

Adventstürchen Nummer 16 – Ein Lockdown Gedicht

Auch wenn Joseph von Eichendorff beim Schreiben dieser Zeilen sicherlich keine Ahnung hatte vom Covid-19 Virus, musste ich bei der Ausgangssperre etwas an dieses Gedicht denken. In den späten Abend- und Nachtstunden werden die Gassen unserer Wohnorte nun sehr leer sein, nur noch vereinzelte Menschen, die aus triftigen Gründen aus dem Haus müssen, werden unterwegs sein. Diese können jetzt eine ganz besondere Stimmung einfangen, und in Ruhe die Weihnachtsdekorationen an den Häusern genießen. Nun hat dieses Weihnachtsgedicht jedenfalls für mich in 2020 eine weitere besondere Erinnerung gewonnen.

Markt und Straßen stehn verlassen,
Still erleuchtet jedes Haus,
Sinnend geh’ ich durch die Gassen,
Alles sieht so festlich aus.

An den Fenstern haben Frauen
Buntes Spielzeug fromm geschmückt,
Tausend Kindlein stehn und schauen,
Sind so wunderstill beglückt.

Und ich wandre aus den Mauern
Bis hinaus in’s freie Feld,
Hehres Glänzen, heil’ges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!

Sterne hoch die Kreise schlingen,
Aus des Schneees Einsamkeit
Steigt’s wie wunderbares Singen –
O du gnadenreiche Zeit!

(Joseph von Eichendorff)

Adventstürchen Nummer 15 – Die Weihnachtskrippe

In vielen Familien gibt es zusätzlich zum Weihnachtsbaum eine Weihnachtskrippe. Am Anfang gab es in der Weihnachtskrippe nur das Christkind. Erst nach und nach wurden Figuren wie Maria, Josef, die heiligen drei Könige und einige Tiere hinzugefügt.

Erste Darstellungen und Varianten gab es natürlich wieder an vielen Stellen und durch die Jahrhunderte hinweg. Denn im Matthäus- und Lukasevangelium finden sich Erzählungen, wie Josef mit seiner hochschwangeren Verlobten Maria in die Davidsstadt Bethlehem, wo er vergeblich eine Unterkunft sucht. Da sie keine Unterkunft mehr finden können, weil alles ausgebucht war, kommen sie in einem kleinen Stall unter. Dort gebärt Maria den kleinen Jesus und legt ihn in die mit Stroh gefüllte Futterkrippe.

Nun gibt es viele symbolische Interpretationen für diese Krippe. Es wird vermutet, dass Josef als Zimmermann nicht so viel verdient hat, dass er für sich und seine Familie eine bessere Unterkunft hätte leisten können. Zudem gibt es auch in der Bibel stellen, die angeben, dass Jesus sich bereits als Säugling auf die Ebene derer stellt, die seine Zuwendung als Heiland besonders benötigen.

Maria und Josef sind als Eltern (bzw. Josef als Ziehvater) besonders wichtig für die Krippe und werden nah am Jesuskind gestellt. Es darf natürlich auch kein Engel fehlen, denn diese haben die Geburt Jesus verkündet. Der Ochse und der Esel finden ihren Ursprung nicht direkt in der Weihnachtsgeschichte, aber an anderer Stelle in der Bibel. Im Buch Jesaja wird erwähnt, dass ein Ochse seinen Herrn kennt, und ein Esel die Krippe seines Herrn, das aber die Völker und Länder wie Israel nicht anerkennen, somit wird auf die Anerkennung von Jesus in seiner Rolle als Heiland in der Geschichte angespielt. Manche stellen die Tiere auch den Juden als Volk Gottes und den Heiden als alle anderen Völker gleich. Dann gibt es auch noch die Schafhüter mit ihren Schafen und auch die heiligen drei Könige als Geschenkegeber (wer hat aufgepasst?).

Wer von euch hat eine Krippe?