[Rezension] Anna Ruhe – Das falsche Spiel der Meisterin (Duftapotheke 3)

Anna Ruhe hat mit der Duftapotheke eine Reihe geschaffen, die ich sehr gerne lese. So durfte recht schnell auch Teil 3 bei mir einziehen.

Luzie und ihr Freund Mats steigen immer tiefer in das Wissen der Duftapotheke ein. Als in Luzies Umfeld immer mehr Raumdüfte in Mode kommen, wittert sie schnell die Gefahr: der Duftapotheker Syrell de Richemont, der auch der Anführer der Ewigen ist, scheint nichts Gutes im Sinn zu haben. So macht sich Luzie mit Mats auf den Weg nach Paris, um dort Syrell zu stellen. Das birgt jede Menge Gefahren, die Luzie mit der Hilfe ihrer Freunde lösen kann.

Auch der dritte Teil liest sich sehr flüssig, und ist für Kinder wunderbar geeignet. Der Leser lernt weiter mehr über die Strukturen der Ewigen und auch über die verschiedenen Düfte. Luzie erkennt, wer ihren wahren Feinde, aber auch Freunde sind. Der beigelegte zweite Teil des Duftplanes gibt eine tolle Übersicht über die Düfte.

Die Idee, eine Duftapotheke zu erstellen, finde ich nach wie vor sehr cool. Jedoch muss ich beim dritten Teil einen kleinen Punkt Abzug geben: Dass Mats und Luzie ohne Eltern oder anderen Aufsichtspersonen nach Paris durchbrennen können, ist bei mir etwas sauer aufgestoßen. Ich verbuche das unter einem Logikfehler, den es meines Erachtens nicht gebraucht hätte, und ich habe mir hierfür eine andere Lösung gewünscht. Mir stellt sich hier die Frage, welches Kind sich eventuell animiert fühlt, selber so eine Reise anzutreten, ohne die Eltern zu informieren. Und die Folgen sind nicht auszudenken.

[Rezension] Guido Fuchs – In der Bahnhofsgaststätte

Die letzten fünf Jahre waren bei mir sehr geprägt vom Pendeln in einer Fernbeziehung. Das hat sich endlich erledigt, da ich zu meinem Freund gezogen bin. Vor Corona bin ich sehr viel mit der Bahn gefahren, und so blieb es nicht aus, verschiedenste Routen und Bahnhöfe kennen zu lernen. Ob große Bahnhöfe, kleine Bahnhöfe, Kopf-, Start-, End-, Durchgangsbahnhöfe, alles war dabei. Es gab auch Züge und Bahnhöfe mit und ohne Bistros oder anderer Verpflegungsstationen. Wer es eilig hat, kann sich schnell beim Bäcker oder Fastfood Restaurant mit Essen und Trinken eindecken, oder im Bordrestaurant des Zuges vielleicht noch etwas essbares ergattern. Oder man nimmt sich seine eigene Stulle mit. Ich hatte es sogar schon erlebt, dass es für eine asiatische Reisegruppe Lieferservice eines Asia-Restaurants gab (dass der Zug jetzt sehr lange nach dem Essen „roch“, brauche ich vermutlich nicht erwähnen). Doch diese schnelllebige Kultur des Essens am Bahnhof gab es nicht immer. Guido Fuchs nimmt uns mit auf eine kulinarische Reise in 12 Gängen, in der wunderbare Geschichten gesammelt sind. In diesen wird die wunderbare Kultur der Bahnhofsgaststätten widergespiegelt. Es hat mich sehr beeindruckt, welche Rolle so eine Bahnhofsgaststätte spielen kann. Ob Durchreisende, Reiche, Arme, Bettler, Dauergäste, Literaten: Man findet hier ein sehr breites Spektrum an Charakteren. Guido Fuchs hat hier mit den gesammelten Geschichten so wunderbare Emotionen eingefangen, dass man die Begegnungen direkt vor Augen hat. Gerade, weil man derzeit kaum reisen kann, stillt der Autor jedenfalls meine Sehnsucht, und macht mir bewusst, wie sehr sich der Charme des Reisens verändert hat und was das Reisen für mich bedeutet: nämlich nicht nur meinen erholsamen Bahnschlaf, sondern das ganze Drumherum fast noch mehr. Ich vermisse den Kaffee in der DB Lounge, das Bahnpersonal, der Duft des Bahnhofs, die ganzen Mitreisenden. Mir hat das Buch wirklich sehr gefallen, da es sehr das Gefühl, die Gestaltung und Geschichte des Reisens und der Bahnhöfe einfängt. Was gibt es besseres als solch ein wunderbares Buch zu lesen, nicht nur im/am Bahnhof/Zug, sondern genau jetzt, wo es schwer möglich ist?

Zugegeben, das Bahnfahren fehlt mir schon durchaus. Manch einer wird bei den ganzen Bahnmacken den Kopf schütteln, aber einem Wochenende in Berlin wurde ich immer gefragt: na, welches Abenteuer war es diesmal? So hat mir das Buch „In der Bahnhofsgaststätte“ von Guido Fuchs echt von Herzen gefallen, da sie Erinnerung ans Bahnfahren geweckt haben. Nicht nur die Zeit in den DB Lounges (dank dem Bahn-Bonus-Upgrade durfte ich da rein), sondern am Bahnhof, am Gleis, im Zug, im Bistro. Vielen Dank für diese schönen Momente, ich kann dieses Buch jedem Bahnpendler ans Herz legen, denn es hat für mich einen besonderen Geist des Reisens eingefangen, der dem heutigen Reisen meines Erachtens etwas fehlt.

[Rezension] Monika Augustin – Hannes und Greta (Legends Remastered)

Hannes und Greta verlieren sehr früh ihre wichtigste Bezugsperson, ihre Mutter, an Krebs. Auch ihr Vater hat an dem Verlust schwer zu tragen, und ist mit der Situation, sich um die Kinder zu kümmern, sehr überfordert. Die Geschwister sehen nur noch einen Ausweg: die Flucht. Anfangs ist die Flucht auf die Straße noch schwer, aber hat aber noch den Hauch eines Abenteuers. Schnell holt die beiden die Realität ein: wo sollen sie schlafen, und woher gibt es was zu essen? Wem können sie vertrauen und wem nicht? Als eine junge Frau die beiden anspricht, scheint es Hoffnung zu geben, vor allem, als sie bei einer Auffangstation für obdachlose Jugendliche landen. Als eine Frau die beiden ohne Murren aufnimmt, und sie dafür sich nur am Haushalt beteiligen müssen, scheint es wieder bergauf zu gehen. Aber der Schein trügt, und das fällt vor allem der empfindsamen Greta auf, die – um sich und ihren Bruder zu retten – über sich hinaus wächst.

Monika Augustin hat mit Hannes und Greta eine wirklich gelungene moderne Interpretation von dem Märchen „Hänsel und Gretel“ geschaffen. Die Elemente, die für das Märchen wichtig waren, hat sie übernommen, und moderne Elemente dafür verwendet. Die finanzielle Armut wird ergänzt durch sinngemäße Armut, Gefühle auszudrücken. Die Familie kann den Verlust der Mutter nicht gemeinsam verarbeiten und findet keinen Zugang zu einander. Der Wald in der Natur gleicht dem Wald in einer Großstadt man sieht vor lauter Bäumen den Wald nicht, und weiß nicht, wohin mit sich, und in welcher Richtung eine bessere Lösung liegt (z. B. bei der Hilfsstation der Insel). Es ist Monika wirklich gelungen, das Märchen so wunderbar in die heutige Zeit zu transportieren. Hannes, Greta und ihr Vater sind so überzeugend, auch die Bösewichte wie die Hexe. Es ist ein wirklich gelungenes modernes Märchen, das nichts vom Zauber des alten Märchens verloren hat, im Gegenteil: die Autorin hat die Botschaft nochmal verdeutlicht. Märchen und Geschichten sind dafür da, dass sie uns warnen, aber auch Lösungen bieten, und uns unterhalten. Monika Augustin hat die Geschichte ohne unnötige Schnörkel auf den Punkt gebracht, und ich hoffe, es kommen weitere Märchen von ihr.

Liebe Monika, vielen Dank für das tolle Buch! Es hat sehr viel Spaß gemacht, es für dich zu lesen.

Frohe Ostern

Ostern ist für mich eigentlich ein recht entspanntes Fest. Ich empfinde es mit weniger Verpflichtungen als an Weihnachten. Klar trifft man auch Familie, oder Freunde. Aber es wirkt in sofern entspannter, weil man nicht geballt die Weihnachtsfeiertage aufteilen muss, stattdessen wirkt es fast lockerer.

In der Weihnachtszeit backe ich gerne Plätzchen, die Wohnung weihnachtlich dekoriert, der Baum soll beschafft und geschmückt werden. Und den Weihnachtstag will man ja auch eigentlich frei haben. Stattdessen, nun ja…

Dafür genieße ich Ostern sehr – zumindest dieses Jahr. In Ruhe den Hefezopf gehen lassen, backen, Ostereier färben, vielleicht noch ein paar Mürbteighasen backen. Viel entspannter. Wobei, wenn ich es genauer betrachte: zu meiner eigenen Freude geht mein Hefezopf nicht nur in die Breite und Höhe, sondern auch gut weg. Am Donnerstag hatte ich noch zwei Hefezöpfe gebacken, davon sind nur noch ein paar Scheiben da, und Nummer drei und vier sind in der Mache.

Zudem ist das Wetter recht freundlich im Moment, zwar windig und frisch, aber durch die Sonne wirkt alles viel viel freundlicher. Und das gefällt mir sehr gut im Moment.

Vielleicht bin ich deswegen auch recht entspannt: Wetter gut, leckeres Gebäck, und ein paar gute Bücher in der Tasche: was will man mehr?

Ich wünsche euch ein paar frohe Ostertage, passt auf euch auf und genießt die Zeit, was auch immer macht 🙂

[Rezension] Oyinkan Braithwaite – Meine Schwester, die Serienmöderin

Korede und ihre Schwester sind sehr gegensätzlich. Korede ist sehr strebsam und versucht als ältere Schwester ein Vorbild zu sein. Ayoola lebt stattdessen in den Tag hinein, und hat so gar keine Lust auf Hausfrau und Arbeit, stattdessen trifft sie sich lieber mit Männern. Die überleben leider aber Ayoola nicht, denn diese bringt ihre Liebschaften regelmäßig um. Um nicht in Verdacht zu geraten, hilft ihr Korede, die Spuren zu beseitigen. Ihr einziger Rettungsanker sind ein Komapatient und ihr Chefarzt Tade. Als sich Tade jedoch in Ayoola verliebt, und der Komapatient die Augen aufschlägt, gerät Koredes Leben aus den Fugen.

Dieses Buch hatte ich in wenigen Stunden durch. Ein Plot, der so skurril ist, dass er einen unglaublich unterhält. Oft genug dachte ich, dass die Autorin nun über ihre eigenen Twists stolpert, und doch: dieses Buch ist so unglaublich, dass es perfekt ist. Zwei Frauen, die gegensätzlicher nicht sein könnten, und sich aufgrund ihrer Exzentrik selber im Weg stehen. Ein junger Mann, der zwischen die Fugen gerät und gegen die Macht der Frauen machtlos ist.

Amüsant, tödlich, bunt, wunderbar!

[Rezension] Tibor Rode – Das Rad der Ewigkeit

Die Menschheit hat viel Raubbau an der Erde getrieben, und die Frage nach erneuerbaren Energien ist immer noch unbeantwortet. Scheinbar wurde die Frage nach ewiger Energie bereits in der Vergangenheit gestellt.

Der Mühlenbauer Johann Bessler, genannt Orffyreus, hat ein sogenanntes Perpetuum Mobile erfunden. Doch so recht mag ihm keiner glauben, und er wird als Ketzer verschrieen. Sein Erzfeind, Christian Gärtner, macht ihm das Leben schwer, und versucht mit allen Mitteln, Orffyreus auszuschalten. Gärtner und weitere renommierte Forscher zweifeln Besslers Leistung und Erfolg seiner Erfindung an und versuchen mit unlauteren Mitteln, das Werk zu vernichten. Bessler selbst weiß um diese Zwietracht und versteckt den Bauplan seines Perpetuum Mobile an einem öffentlichen Platz.

300 Jahre später verliert der Patentanwalt Robert Weber bei einer Verhandlung seine Lizenz als Patentanwalt. Kurz nach der Verhandlung werden ihm einige Platten mit geheimen Symbolen zugesteckt. Beim Versuch, die Codes zu entschlüsseln, trifft er auf die Schriftstellerin Julia Wall, die sich mit Weber auf die Jagd begibt, das Geheimnis der Platten zu lösen. Dabei wecken sie schlafende Hunde, die sie ohne wenn und aber jagen.

Mit „Das Rad der Ewigkeit“ hat Tibor Rode versucht, eine Geschichte zu erzählen, die grundsätzlich sehr spannend ist. Alternative Energien bzw. unendliche Energie ist in heutiger Zeit sehr erstrebenswert und ein wichtiges Thema. Die Umsetzung der Idee, das Energiethema in einer Art von Dan Brown spannend umzusetzen, ist meiner Meinung nach nicht gelungen. Stellenweise zäh und langatmig zieht sich das Buch bis zum Ende. Zwar gelingt dem Duo Weber/Wall immer wieder die Flucht vor den ach so bösen Feinden, das Ganze wirkt jedoch etwas arg holprig. Die Informationen über Kassel und das Perpetuum Mobile sind zwar recht nett und interessant, aber für mich kam keine Spannung auf. Oft genug hab ich das Buch zur Seite gelegt, und was anderes gelesen. Die Protagonisten wirken stellenweise gewollt, und sind – wie die Geliebte Besslers – völlig anstrengend. Viel ungenütztes Potential.

[Rezension] Cho Nam-Joo – Kim Jiyoung, geboren 1982

Kim Jiyoung, geboren 1982, könnte überall auf der Welt leben. Sie ist das Sinnbild der Frau, die zwar sehr gut gebildet ist, aber es im Leben nicht weit bringt. Nicht, weil sie es nicht kann, sondern weil sie nicht darf. Sie steht in ihrer Leistung nichts den Männern nach, und doch bleibt das angeglichene Gehalt aus, Beförderungen bleiben bei gleicher oder sogar höherer Leistung aus, weil ein Mann schließlich wegen Schwangerschaft nicht ausfällt. Viele Frauen stehen kurz nach der Geburt auf der Matte, und doch bleibt für sie nur ein minderwertiger Job übrig. Die Wertschätzung bleibt weit hinter dem, was es sein soll. Die Frau dient als Gebärmaschine und Hausfrau.

Die Familie von Kim Jiyoung hat dazu gelernt, und muss sich dennoch gesellschaftlichen Auseinandersetzungen stellen. Der Kampf ist hart und nicht immer gerecht. Anstrengungen werden selten wertgeschätzt.

Dieses Buch ist ein Spiegel der heutigen Gesellschaft. Equal Pay Day und Weltfrauentag: Wichtiger denn je, denn wir sind zwar schon weiter gekommen und sind dennoch nicht am Ziel. Das zeigt leider dieses Buch und die schrecklichen Nachrichten, die einen immer wieder erreichen.

Lesenswert!

[Rezension] Carsten Henn – Der Buchspazierer

Buchhandlungen haben für mich einen besonderen Stellenwert: sie bieten auf unterschiedlichstem Raum Platz für zig Abenteuer, egal welches Genre. Ob Sachbücher, Romane, SciFi, Fantasy, Horror, Liebesgeschichten, ob mit oder ohne Happy End, ob grünes oder rotes Cover, ganz egal. Und dann gibt es den Buchhändler. Unzählige Stunden bringen die Buchhändler auf, um Geschichten zu lesen, eine nach der anderen, um für jeden Buchkäufer das richtige herauszufinden. Manchmal liegt man daneben, manchmal ist auch bei anfänglichen Zweifeln genau das richtige dabei. Zu guten Buchempfehlungen gehören nicht nur eigener Spaß am Lesen, sondern auch Feingefühl des Buchhändlers, um genau herauszufinden, was dem jeweiligen Leser gefallen könnte. Und das weiß ich aus eigener Erfahrung: gar nicht so einfach.

Umso mehr gibt es erstaunliche Menschen wie Carl Kollhoff. Dieser liefert an einen ausgewählten Kundenkreis Bücher aus, die – wie er meint – den Kunden gefallen könnten. Die Buchhandlung, für die er diesen Service anbietet, kündigt ihn. Kollhoff bringt es aber nicht übers Herz, seinen langjährigen und lieb gewonnenen Kunden diese Nachricht zu übermitteln. Es benötigt erst die Zauberkraft eines kleinen aufmerksamen und vorlauten Mädchens, die positive Wendung einzuleiten.

Der Buchspazierer ist eins der Bücher, die in jedem Buchregal stehen müssen. Man sollte dieses Buch nicht nur einmal lesen. Dieses Buch birgt genau das für mich, was den Besuch einer Buchhandlung ausmacht. Man möchte die Geschichten kennen lernen, die die Welt bewegen. Die den Buchhändlern gefallen haben, und die nicht immer auf Bestsellerlisten stehen.

Carsten Henn hat mit seinen Protagonisten eine Welt erschaffen, die mich zu Tränen gerührt hat. Ich hatte Tränen vor Lachen im Auge, und manchmal hat mich auch vor Rührung etwas im Auge gekitzelt. Alle Protagonisten sind unterschiedlich, so gegensätzlich. Jeder hat seine eigene Geschichte, und der Buchspazierer eint groß und klein, arm und reich, schrullig und hart. Für mich liegt der Fokus gerade darin, was Bücher mit einem machen können, und welche Kraft das geschriebene Wort haben kann: Es macht uns zu einem anderen Menschen.

Ich möchte weitere 1000 Worte und Lobpreisungen auf dieses Buch schreiben, und doch trifft keines das Wunder dieses Buches. Lest selber und lasst euch vom Buchspazierer verzaubern.

[#Bloggerlogbuch] Leseupdate

Statt dem heutigen Bloggersonntag nütze ich den heutigen Sonntag mal zum Leseupdate. In den letzten 2-3 Wochen sind viele Bücher bei mir eingezogen, die ich jetzt eher nicht aufzähle, weil es über 50 sind. Jap, ich bin in der Bibliothek eskaliert. Auf meiner zu-Lesen-Liste gab es so viele Bücher, bei denen ich noch nicht ganz sicher war, ab ich sie wirklich in meinem Bestand haben möchte, und daher leihe ich sie mir gerne aus. Ich hatte einige Bücher vorgemerkt, die jetzt in kürzester Zeit reinpurzelten. Im Falle des Bücherspazierers, das ich mir ausgeliehen habe, habe ich festgestellt: muss ich unbedingt auch zuhause haben. Es war soo toll. Aber um euch einen Überblick zu geben: es sind viele Bücher aus dem Bereich Fantasy eingezogen, teils Krimi und Thriller, aber auch ein paar Romane. Ein Paar Bücher kann ich auch direkt wieder abgeben, weil ich sie so schnell gelesen habe.

Kommen wir direkt damit zum Thema Rezensionen. Uff, da häng ich ganz schön hinterher, ich hab im Moment ca. 10-15 Rezensionen noch zu schreiben. Bei manchen schreibe ich zwar den Text, aber ich habe teilweise noch das Gefühl, die Rezension wird dem Buch nicht gerecht. Kennt ihr das? Oft genug schreibe ich hier noch mal um, manchmal mehrfach… und so bleiben einige Rezensionen viel zu lang liegen. Gerade wenn es Bücher sind, die vielleicht nicht so toll waren. Das hatte ich zuletzt auch.

Derzeit bin ich aber froh, dass ich gerade sehr viel weg lesen kann. Innerhalb von 24 Stunden hatte ich „kurz“ zwei Bücher gelesen. Zusammen gefasst kann ich sagen, dass ich in dieser Woche zwei Bücher beenden konnte, und weitere drei Bücher gelesen habe. Ups. Ja, mein Freund hatte noch was von mir, auch wenn man es kaum glauben kann.

Zudem möchte ich eine kleine Serie vorbereiten, bei der ich Buchhandlungen, Verlage und Autoren vorstellen möchte. Aber da habe ich noch kein abschließendes Konzept, das mir insgesamt passt, herausgearbeitet.

Außerdem finde ich, dass meine Homepage noch ein Update benötigt. Aber da bin ich mir grundsätzlich erstmal recht sicher, wie es nachher aussehen soll.

Manche Dinge benötigen ihre Zeit – leider, und doch, wie heißt es so schön: Gut Ding will Weile haben.

[Rezension] Eva-Isabel Schmid – Paracelsus / Auf der Suche nach der unsterblichen Seele

Anfang des 16. Jahrhunderts lebte ein Mann, dessen Werke die heutige Medizin stark geprägt hat. Theophrastus Bombast von Hohenheim, genannt Paracelsus, begab sich Anfang des 16. Jahrhunders auf die Suche nach der unsterblichen Seele. Bereits damals erkannte er, dass es nicht nur körperliche Krankheiten gibt, sondern auch die Seele einen gehörigen Einfluss auf die Gesundheit des Menschen haben kann. Im Mittelalter galt es jedoch als verpönt und als Gotteslästerung, wenn man die Leichen zu Forschungszwecken öffnet. Die Beschränkungen und die Suche nach der unsterblichen Seele führen Paracelsus auf Abwege, die ihn mit dunklen Mächten in Verbindung bringen. Als seine Versuche Paracelsus aus den Fingern gleiten, und seine Feinde ihn verfolgen, flüchtet er über die Alpen nach Italien. Gleichzeitig regt sich der Widerstand gegen die katholische Kirche: Luthers Thesen haben auch einen großen Einfluss auf die Bevölkerung in der Schweiz, und so kommt es zum Aufstand der bürgerlichen Bevölkerung. Mittendrin: Paracelsus und seine Freunde.

Die Geschichte von Eva-Isabel Schmid hat mich überzeugt. Geschichte gepaart mit Fiktion ergibt hier einen tolle Erzählung über Paracelsus. Die Forschung war damals nicht vergleichbar mit den heutigen Forschungen, und doch: war sie eine elementare Grundlage für die heutige Medizin. Hätte sich im Mittelalter (und bereits davor) keiner gewagt, eine Leiche (ob menschlich oder tierisch) aufzuschneiden, um an ihr zu forschen, hätten wir heute nicht den medizinischen Stand. Politische Umstände prägen das Wirken des Paracelsus und die Bevölkerung. Viel ist im Umbruch, das hier im Buch sehr präsent erzählt wird. Luthers Einfluss gewinnt an macht, und die Bevölkerung lässt sich nicht immer alles gefallen. Besonders gefallen hat mir der Fakt, dass Paracelsus zum Zeitpunkt der spielenden Geschichte zwar noch kein fertig ausgebildeter Arzt ist, seine Methoden aber doch Wirkung zeigen. Die Neugier, andere Wege zu gehen und weg von bekannten Maßnahmen den Menschen zu helfen, zeigt Wirkung und stößt gleichermaßen auf Ablehnung derer, die Paracelsus Wege als schwarze Magie abtun.

Wer übrigens mal ein tolles Urlaubsziel sucht, sollte mal im Drei-Länder-Eck bei Basel Urlaub genießen, es ist landschaftlich wirklich schön, und so fügt sich das Buch einmal mehr in die Geschichte und Landschaft ein.